Samstag, 20. August 2011

Willis 1. Geburtstag - Fraule hat das Wort : )

Ich (Fraule) erlaube mir, kurzfristig meinem mitteilungsbedürftigen Hund sein liebstes Spielzeug wegzunehmen, um selber wenigstens einmal zu Wort zu kommen. Schließlich wird der alte Stinksack heute 1 Jahr alt, und da kann ich mir die Gelegenheit unmöglich entgehen lassen, das ein oder andere Wort zum letzten Jahr zu vermelden. Keine Sorge, danach erteile ich das Wort zurück und verschwinde wieder in der Versenkung...



Mein kleiner Stinker,
es ist alles genauso eingetreten, wie unkende Stimmen vorausgesehen und mehr als einmal eindringlich gewarnt hatten:
Du machst haufenweise Arbeit. Du machst noch mehr Dreck. Ohne Ende, jeden Tag, auch, wenn du nicht haarst. Aber seit du da bist, sauge ich jeden Tag, und wer mich kennt weiß, saugen gehört nicht zu meinen Leidenschaften.

In deiner Welpenzeit hast du keine Stelle im Haus ausgelassen, wo du nicht mal hingepinkelt, -gekackt oder -gekotzt hättest, gerne auch mal auf das ein oder andere Bett. Und das, obwohl ich gefühlte 700 mal am Tag mit dir rausgegangen bin. Bei Wind und Wetter, bei Schnee und Regen. Bei jedem verfluchten Dreckswetter.
Es stimmt, ich allein bin für dich verantwortlich. Thömi wollte nie einen Hund, er ist nun mal kein Vollzeitherrle und hat außerdem bereits fast erwachsene Kinder, so dass nun langsam bestimmte Verpflichtungen entfallen und Zeit für neue Freiheiten entsteht - die ein Hund natürlich gleich erstmal wieder zunichte macht. Verstehe ich (heute besser, als zu Zeiten unserer Diskussionen ; ) Aber ich konnte meinen Herzenswunsch glücklicherweise dennoch vor dem Eintritt ins Rentenalter durchsetzen. Vielen Dank dafür! : ) Wenn dein Herrle dich also auch von Anfang an in sein Herz geschlossen hat und ihr die besten Kumpels seid - die Scheißarbeit überlässt er mir. Das war nunmal der Deal.
Es stimmt, du kostest also nicht nur unendlich viel Zeit und Flexibilität, du kostest auch richtig viel Geld. Futter, Körbles, Boxen, Decken, Anschnallgurte, Spielzeug, Planschbecken, Knochen, Leckerlies, Leberwurst, Tierärzte, Hundeschule, Seminare, Oase - die Liste ist lang und wird immer länger. Was ich früher für Klamotten ausgegeben habe, investiere ich heute in dich - und laufe selber rum, wie ein verlotterter Penner ; )
Ja, du stinkst. Du stinkst nach Hundefutter und Leberwurst und Schlundfleisch, und manchmal auch nach Kacke. Und wenn du nass bist. Und das wird sicher nicht besser mit dem Alter.
Du machst Kratzer ins Parkett und in das schöne teure Ledersofa. Richtig fiese Kratzer. Und du demolierst aus Langeweile hundert Jahre alte Tische. Und das kann ich nicht leiden!
Du nervst. Kolossal. Und deine Eigenwilligkeit und Sturheit bringt mich manchmal an den Rande des Wahnsinns und an meine Grenzen. Du bringst Schlechtes in mir hervor: Meine Ungeduld, mein autoritäres Wesen. Du bist manchmal so verdammt... gar nicht menschlich! Du kapierst einfach nicht, dass es für alle Beteiligten so viel einfacher wäre, wenn du nicht wie ein Bekloppter an der Leine zerren und ständig von rechts nach links und umgekehrt springen würdest. Wo ich es dir doch schon so oft auf alle erdenkliche pädagogisch sinnvolle und unsinnvolle Weise erklärt habe!

Seit du da bist, habe ich keine Zeit mehr für anderes, mein Haushalt verkommt, meine Mittagspausen verbringe ich mit Hundetaxifahrten, Uraubsreisen mit dem Flieger sind passé, lange ausschlafen, bei Regen im Bett bleiben und meine Spontantät ebenfalls. Na ja, und seit du bei uns im Schlafzimmer pennst, ist die Schnakselei auch Geschichte, wie wir ja wissen...
Ja, so ist das. Die Unken hatten alle Recht.

Du frecher Lump,
die unkenden Stimmen haben aber auch einige ganz wichtige Tatsachen verschwiegen.
Denn nicht nur das Schlechte, sondern vor allem ganz viel Gutes und ganz neue positive Seiten zerrst du aus meinen Untiefen hervor! Es gibt sie, hurraaaaaa!
Du förderst nämlich nicht nur Ungeduld und Autorität zu Tage, sondern interessanterweise auch ungeahnt viel Geduld, Konsequenz und Nachsichtigkeit.
Heute, wo ich dich in- und auswendig kenne, weiß ich, dass dein Name nicht hätte treffender gewählt werden können. Du bist kein Atos oder Zeus, du bist ein waschechter Willi: 100% Lebensfreude, ein gutgelaunter rotzfrecher Lausbub, mit einem riesigen Repertoire Scheiße im Hirn, dem man schon von Weitem ansieht, dass er wieder Mist ausbrütet, der dann irgendwie aber doch alle zum Lachen bringt.
Wenn du mich mit deinem Silberblick und einem schief gelegten Kopf taxierst oder deine Schlappohren auf Empfang stellst, dann löst sich jeglicher Ärger in Luft auf. Seit du da bist habe ich (fast) immer gute Laune! Jaja, kaum zu glauben!
Durch dich habe ich viele interessante und nette Menschen (und Hunde) kennengelernt, persönlich und virtuell. Damit hätte ich nie (!) gerechnet. Und das macht viel Spaß und bietet mir neue Perspektiven.
Du hast meiner Kreativität zurück ins Leben verholfen. Die ist nämlich in den letzten Jahrzehnten irgendwie im Alltag Verschütt gegangen. Nur durch dich hatte ich plötzlich die wahnsinnsinnovative Idee, einen Blog zu schreiben (und dachte, ich wäre damit die einzige weltweit, bis ich merkte, dass vor mir schon Trilliarden andere durch ihre Hunde inspiriert worden sind und in einem Blog durch sie sprechen : )
Du machst mich fröhlich und manchmal traurig - wenn ich darüber nachdenke, dass dein Leben begrenzt ist und du irgendwann, was hoffentlich noch viele viele Jahre dauern wird, nicht mehr da sein wirst. Heute verstehe ich alle Menschen, die um ihre Haustiere trauern, früher mutete mir das übertrieben an. Schließlich ist doch ein Haustier nur ein Haustier, oder.

Trotzdem ist mir klar, dass du eben doch """""nur""""" ein Hund bist. Auch wenn manche sagen, du wärst sicherlich so was wie mein Kinderersatz. Quatsch! Ich kann Kinder nicht mal besonders leiden : ) Ich habe nur sehr viel Respekt vor diesem deinem Leben und lasse dir deshalb von Herzen alles zukommen, von dem ich glaube, dass es zur Entwicklung eines gesunden Körpers und Geistes einer kleinen Hundeseele beiträgt (und finde, dies sollte jeder tun, statt darauf zu beharren, dass ein Hund gefälligst wie ein Hund behandelt werden sollte - was auch immer das bedeuten mag.) Trotzdem ist mir sehr wohl bewusst, dass du ein Hund bist und kein Mensch, und ich versuche daher deine Bedürfnisse zu verstehen und nicht meine zu befriedigen. Deshalb bekommst du zum Geburtstag auch kein Halsband mit Glitzersteinen, denn als Hund sind dir Glitzersteine scheißegal (und, welch ein Glück, mir übrigens auch), und dass du heute ein Jahr alt wirst, weißt du auch nicht. Vielleicht bekommst du ein besonders leckeres Würstchen, aber das bekommst du ja auch manchmal einfach so zwischendurch.
Genauso authentisch wie du bist - kein bisschen selbstlos, aber treu und anhänglich bis aufs Klo und dann doch wieder unabhängig und autark, ein bisschen dubbelig, oft schlau, manchmal unglaublich dämlich, voll Kindchenschema, mit extrem sturen Kopf und schiefen Zähnen und einem Hintern, der vor Freude so dermaßen wackeln kann, dass fast der ganze Hund umfällt (was gut ist, sagt der Gerd), du hast mein Leben - ganz klar - bereichert! Es war vorher ganz und gar nicht schlecht, aber jetzt ist es einfach noch besser : )
Und dafür danke ich dir. Und ja, ich weiß, auch das ist dir total wurscht, Hauptsache, morgen steht wieder was Gescheites zum Fressen im Napf und ich kraul dich weiterhin am Bauch und hinter den Ohren und du kannst weiter bei uns im Schlafzimmer pennen und heraushängende Füsse abschlecken. Ich wollte es halt einfach mal gesagt haben. Vermutlich mehr für mich als für dich. Aber deshalb bin ich ja auch der Mensch und du """""nur""""" der Hund... : )
Bleib wie du bist, mein kleiner Stinki, bleib gesund und fröhlich. Bring uns weiter zum Lachen.
Alles Gute zum 1. Geburtstag! : )

Donnerstag, 11. August 2011

Willis Killerkolumne: Schreibblockade : )

F Ü R  D I E  F E L L P R E S S E  U N T E R W E G S . . .

Killerkolumnist Willi
macht Urlaub : )
Schreibblockade! Aaaaahhhhh! Des Kolumnisten ärgster Feind! Dennoch wahr. Mir fällt nix ein. Mir fällt absolut überhaupt kein einziger Mist ein. Ich habe nichts zu Pöbeln. Ich sehe nur noch dicke rosa Wald- und Wiesenreporter.
Zeit für mich abzuhauen! Ich mache Urlaub. Im Land der Fjorde und des Knäckebrots. Takk for maten! Da wo ein Bier ungefähr soviel kostet wie ein kleines Einfamilienhaus mit eigenem Fischteich vor der Tür. Aber wer hat der hat, nicht wahr... Drei Wochen smörebröd smörebröd römpömpömpöm (ihr schnallt sowieso nicht, dass das ausländisch hier so was wie dänisch ist, hehe, deshalb kann ich's euch auch unterjubeln...). Ich bringe euch dafür einen Kötterböller mit, vorausgesetzt, ich renne keinem Irren vor die Flinte, der meint, mich auslöschen zu müssen, um Europa zu retten... >: [

Ich bin dann mal weg...

Bleibt dran!

Euer knallharter Killerrüde
Willi : )

Mittwoch, 10. August 2011

Ich bin dann mal weg : )

Freunde der Nacht,
ich schreibe mir hier die Pfoten wund, stehe kurz vorm Burnout und wofür? Für'n Poppes. Sommerloch vom Feinsten. Wisst ihr was? Mir reicht's, ich hau' auch ab. Isch 'abe fertig. Flasche leer, Fresse voll.
Macht's gut! Wir schnüffeln uns wieder in drei Wochen, ich schätze, mit 'ner Menge neuer Storys in der Tasche und 'nem Elchgeweih im Maul : )

Und bis dahin: Bleibt mir gewogen...

Euer Killerrüde Willi : )

P.S.:
ACHTUNG! GAAAAAANZ WICHTIG!!!
Am 20. August habe ich Geburtstag, mitten in meinem Urlaub. Mein erster. Und da gibt's bestimmt auch 'n Blogeintrag, könnt' ich mir vorstellen... : ) Heißt für euch: Auch, wenn ich nicht da bin: Bitte schön, nur keine Müdigkeit vorschützen! Gratulationen, riesen Geschenke, scharfe Elsen, versaute Groupies, Stoffelefanten, Würstchen und fleischhaltiges Futter jeder Art: Immer her damit... : )

Dienstag, 9. August 2011

Achtung! Dickes Ding! : )

Also, in meiner neuen Funktion als Killerbuchrezensiator möchte ich hier, jetzt mal ganz privat und an jedem meiner zwei Arbeitgeber vorbei, eine Empfehlung abgeben, die mir ganz besonders am Herzen liegt.

Diese Empfehlung richtet sich an alle, die gerne Bildchen gucken und sich nebenbei noch für Hundeverhalten interessieren und noch nicht alles darüber wissen!
Ganz besonders empfehle ich das Buch aber auch all den Betonschädeln, die immer noch meinen, dass Menschen Gewalt einsetzen müssten, um ihre Hunde zu dominieren und bei denen noch Stachelhalsband, Telereizgerät und Hohlköpfigeres zum Einsatz kommt. Ich weiß natürlich, dass genau diese Spezies meistens leider lernresistent ist und sich gar nicht die Mühe machen möchte, ihre kleine Welt zu hinterfragen, aber ich kann euch nur sagen: Ihr seid einem Irrtum aufgesessen! Und wer nun von euch noch einen allerletzten Funken Offenheit oder Neugier verspürt, dem auf den Grund zu gehen, der wird, das verspreche ich, durch dieses Buch eine neue Welt entdecken. Der wird uns nämlich plötzlich mit ganz anderen Augen betrachten - und verstehen!

Meine und Gerds Empfehlung : )
Der Gerd (ihr erinnert euch), der hat uns das Buch damals auf unserem Workshop auch empfohlen. Und weil Fraule auch 'ne Heizdecke auf 'ner Kaffeefahrt kaufen würde, hat sie sich den Schinken gleich mal ganz brav im Internet bestellt. Sagen wir mal so, ganz billig ist das Werk nicht. ABER, EH, ICH SCHWÖR': ES LOHNT SICH! Es ist seinen Preis wirklich wert! Und es ist lange nicht so teuer wie ein Seminar bei Gerd, und das könnt' ihr euch nach dem Lesen ja schenken, weil ihr dann nämlich bereits alles wisst über uns. Also echt, jetzt denkt doch mal wirtschaftlich! : )

Na, jedenfalls, das Buch heißt "Hundeverhalten" von Barbara Handelman und ist eine umfassende Foto-Enzyklopädie mit über 800 wirklich megabeeindruckenden Farbfotos und begleitenden Texten, die Verhaltensmuster von Hunden und feinste Nuancen sichtbar machen. Wer sich dieses Buch reinzieht, der weiß zukünftig, was wir erzählen, wenn wir kommunizieren. Denn nicht jeder Hund bloggt. Ihr wisst, was ich meine... Dennoch hat jeder mindestens genauso viel zu erzählen wie ich. Womöglich noch viel interessanteren Kram. Oder. Nee, das nicht. Aber egal... Jedenfalls, es wäre doch toll, ihr würdet verstehen, oder nicht? : )

Erschienen ist das dicke Ding im Kosmos Verlag und kostet schlappe 49,90 Euro.

Ich vergebe also nochmal ganz privat 5 von 5 knallharten Killerrüden.
Das muss ich ändern, sonst glaubt ihr noch, ich find' alle Bücher super... : )

Montag, 8. August 2011

Der Pinkel-Award... : )

...der sollte an mich gehen! Ich pinkel zurzeit alles kurz und klein. Ich kann auch nix dafür. Alle 20 Zentimeter muss ich pinkeln und der Welt erzählen: Willi was here! 

Harte Konkurrenz im Oasen-Abholraum : )
Nicht aber nur, dass ich draußen alles niederpinkel' und mir noch den allerallerallerletzten Tropfen aus den Rippen quetsche, um ja keinen Zweifel aufkommen zu lassen, wer hier der Killer ist, nein, ich fange sogar jetzt schon an, in meiner Oase in den Abholraum zu pullern. Ich meine, was glaubt ihr, mit wem ich da drin rumhocke? Mit El Chefe, der mich mal wieder zwingt, sinnlose Texte abzuschreiben??? Natürlich nicht! Die knallharte Konkurrenz lauert da in jeder Ecke und aufm Sofa (auf das die Säcke mich immer noch nicht lassen!). Und der muss ich's ja schließlich zeigen! El Chefe ist schwer begeistert und mosert rum und Fraule auch. Grumpf. Grumpf. Grumpf. Ich tu's trotzdem wieder... Sowas machen nunmal knallharte Killerrüden, die gerade die Hochphase ihrer Pubertät durchleiden. Sagt mein Therapeut. Ich soll mir da mal gar keinen Stress machen. Und es raus lassen. Na also!
Letztens hab' ich sogar aus Versehen Fraules Bein mit der Laterne meines Vertrauens verwechselt. Mann, war die beleidigt. Sie sagt, das nimmt sie persönlich. Voll nachtragend. Echt. Grumpf... : ]

Freitag, 5. August 2011

Willis Killerkolumne: Hunde an die Macht : )

F Ü R  D I E  F E L L P R E S S E  U N T E R W E G S . . .


Killerkolumnist Willi
kann Kinder gut leiden : )
1986: Herbert Grönemeier singt "Kinder an die Macht" und alle finden das so unheimlich politisch korrekt und singen voll überzeugt und ganz beseelt mit. Was jedoch niemand ahnt: Das ist das Ende des goldenen Zeitalters, als Kinder Erwachsene noch mit Namen grüssen müssen, wenn sie ihnen im Treppenhaus begegnen, nur sprechen dürfen, wenn sie gefragt werden und ADHS noch Zappel-Philip heißt und der Teufelsbraten garantiert den Arsch versohlt bekommt plus Stubenarrest, wenn er mal wieder die Tischdecke samt Süppchen vom Tisch reisst.

25 Jahre später: Was früher zwar besungen aber eigentlich von niemandem wirklich ernst genommen wurde, ist heute wahr geworden. Die lieben Kleinen - so unschuldig, so ehrlich, so unverfälscht - sie haben's tatsächlich geschafft! Kinder an der Macht. Ein finsteres Zeitalter in Mittelerde ist hereingebrochen, grumpf... <: 0)

Neulich beim Pullern in Nachbars Beete beobachtete ich einen dieser unschuldig, ehrlich und unverfälschten Exemplare im Grundschulalter dabei, wie er seinen Vater - Vollblutsozialpädagogen mit Lehrauftrag - erst gepflegt anspuckte, dann in dessen in ökologisch nachhaltiges Leinen verhüllten Pädagogenhintern trat und zum krönenden Abschluss sein Fahrrad samt Kinderanhänger umschmiss - weil er sich nicht in den selbigen hineinsetzen wollte. Der kompetente Studienrat hatte als Antwort auf diese ziemlich professionelle Nightmare Show des kindlichen Freddy Krügers einen total deeskalierenden Dialog im Angebot - den der Nachwuchs unter zur Hilfenahme eines hysterischen Kreischanfalles grosszügig ausschlug und den Vater stattdessen an Ort und Stelle in einem Kettensägenmassaker kurzerhand erledigte (na gut, letzteres hab ich möglicherweise erfunden).

Ein Bekannter bekannte neulich mit tragikschwerer Stimme, er sei gegen Gewalt an Kindern (zu Hunden hat er sich leider nicht geäussert) und die begänne für ihn schon mit der Erhebung der Stimme gegenüber dem armen Tropf. Der arme Tropf stand derweil schlecht bis gar nicht sozialisiert in der Ecke, beglotzte die weit herunter geklappten Kinnladen der perplexen Zuhörerschaft als handelte es sich um die Rookies aus dem Paralleluniversum und weigerte sich partout mit den Ausserirdischen in Kontakt zu treten. In dieser Ecke steht er heute vermutlich immer noch.

Dreijährige gehen bei den Debatten mit ihren Müttern oder Vätern um die Wahl der Kleidung als Sieger hervor, haben das letzte Wort bei der Wahl des Urlaubsortes und des zum Kauf anstehenden Einfamilienhauses, bestimmen den Speiseplan und das Fernsehprogramm, sitzen am Kopfende des Tisches und halten die Fäden, die aus ihren Eltern Hampelmänner machen, fest in ihren kleinen Patschehändchen. RES-PEKT!!!

Ob der Nation dieser Machtwechsel nun also tatsächlich nur Gummibärchen und Marzipan beschert, wie Häbät einst verklärte, wird sich noch zeigen. Wer den Herrn der Fliegen gelesen hat, der weiß zumindest, dass diese Geschichte nicht so dolle endet. Besonders spannend wird es ja aber erst noch. Nämlich, wenn die niedliche Brut erstmal herangereift ist und dazu übergehen wird, nicht nur die eigenen Eltern und Lehrer, sondern das ganze Land unter seine Fuchtel zu bringen.

Vielleicht hätte Hrbrt damals also besser erstmal William Golding gelesen und dann lieber "Hunde an die Macht" genuschelt. Denn dass wir in Wahrheit die besseren Menschen sind, ist schließlich allgemein bekannt.
Aber keine Sorge! Ich arbeite ja schon seit längerem an der Übernahme der Weltherrschaft (das Sofa und das Bett hab' ich ja schon unter Kontolle) und werde alles daran setzen, euch vor diesem tragischen Schicksal zu bewahren (auch wenn ihr eigentlich verdient hättet, die Suppe selber auszulöffeln). Ich denke da zum Beispiel an Stachelhalsbänder, Elektroschocker und all so'n Zeugs... Bei der Erziehung soll das wahre Wunder wirken. Also, vertraut mir! Doch solange...

bleibt dran!

Euer knallharter Killerrüde
Willi : )

Mittwoch, 3. August 2011

NEU -- NEU -- NEU: Willis Killerrezensionen: Heute: Im Land der Sümpfe : )

Also, da mich mein Job als Killerkolumnist der Fellpresse intellektuell nicht wirklich auslastet, habe ich zwischenzeitlich noch einen weiteren Job angenommen. Ich bin nun auch Killerrezensionist! Das bedeutet, ihr Unwissenden, ich schreibe Buchrezensionen und zwar bei Blogg dein Buch! Ich bin garantiert der erste Hund, der das tut, und daher lastet eine grosse Verantwortung auf mir. Ihr werdet also verstehen, dass ich hier nun ein wenig seriöser als sonst auftreten muss : )
Weil ich das noch nie vorher gemacht habe, hab' ich mich ein wenig von Fraule bequatschen lassen und mir einen historischen Roman ausgesucht, weil sie meinte, da lernt man eine Menge Zeug über die Vergangenheit, das wäre immer sehr interessant und bildend. Ich hätte sicher lieber etwas über Hunde, vorzugsweise über junge knackige (und nackige) Hundedamen, gelesen, aber na gut. Die Wahl fiel also auf "Im Land der Sümpfe" von Ivonne Hübner, erschienen im Dryas Verlag. Ich kann gleich vorweg nehmen: Bereut hab' ich's nicht!
Bestellen kann man das Buch übrigens beim Dryas Verlag direkt unter http://www.dryas.de/uckermark.php.


Nur kurz zum Inhalt:
12. Jahrhundert. Fjäder, die Tochter eines Fischers vom Oberuckersee, und Erik, der Sohn des Töpfers, wachsen gemeinsam auf und können sich ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen. Doch das Idyll im Land der Sümpfe, dem nordöstlichsten Winkel des Heiligen Römischen Reiches, ist trügerisch. Der machthungrige Markgraf von Askanien plant einen Kreuzzug gegen die Wenden, um diese zum Christentum zu bekehren. Ein blutiger Kampf beginnt. Fjäder und Erik werden kurz nach ihrer Hochzeit auseinander gerissen. Für beide beginnt eine jahrelange Irrfahrt.

Soweit der Text des Buchrückens, gut abgeschrieben, grumpf... : )



Killerrezensionist Willi
bei der Arbeit.
Heute: Im Tal der Sümpfe : )
 So, jetzt mein Senf dazu:
Das Buch "Im Land der Sümpfe" vereint auf etwas über 500 Seiten auf hohem Niveau alle maßgeblichen Lebensbereiche und Themen um die Zeit des Wendenkreuzzuges (1147), bis ins Detail hervorragend recherchiert und realistisch beschrieben, ohne zu romantisieren, ohne zu verklären: Es geht um Politik und Religion, die gnadenlose und brutale Ausbreitung des Christentums und systematische Unterdrückung und Ausmerzung heidnischer Götter, Sitten und Gebräuche, aber auch um simple weltliche Herrschaftsansprüche und Machtverhältnisse. Dabei werden vergangene Sprachen wie das Ukranische glaubhaft rekonstruiert, der harte Alltag, wie er zu damaligen Zeiten gewesen sein mag, sowie die Kultur und Kunst lange untergegangener Stämme, Adelsgeschlechter und Fürstenhäuser so eindrücklich geschildert, das man meinen könnte, dabei gewesen zu sein. Es geht um den Kampf zwischen Politik und Kirche, zwischen Politik und Politik und zwischen Religionen, es geht um Macht und Ehrgeiz, um Vorurteile und Rassenhass, um die Erhebung eines Volkes über ein anderes. Es geht um Handwerk, Architektur und Baukunst und immer wieder um die Geografie eines längst untergegangenen Reiches und die Heimat fast vergessener Volksstämme.
Die Liebesgeschichte von Fjäder und Erik webt in dieser komplexen, vielschichtigen Beschreibung historischer Daten einen würdigen Rahmen um die vielen Lebensbereiche des Hochmittelalters. Geradezu erleichternd ist es, dass sie auf jedwede Schwülstigkeit und Schlüpfrigkeit verzichtet, die in historischen Romanen leider oftmals ihr Zuhause gefunden zu haben scheint. Die scheinbare Vorhersehbarkeit der Liebesgeschichte der beiden Hauptprotagonisten und die sich im Leben Fjäders und Eriks eher nüchtern anbahnenden Liebesbeziehungen mit anderen Partnern stehen einem überraschenden Ende gegenüber und versagen sich auch hier jede kitschige Entgleisung.
Ivonne Hübner benutzt eine sehr erfrischende leichte, nüchterne und dennoch poetische Sprache mit ungewöhnlichen Metaphern und Vergleichen. Die zum Teil trockenen Themen über die politischen Machtkämpfe und Ränkespiele derer, die Geschichte schrieben, werden prägnant und anschaulich beschrieben, ohne sich je in Langatmigkeit zu ergiessen. Hübner bleibt beim Wesentlichen, dies aber mit realistischer Genauigkeit.
Wer die letzte Seite des Buches gelesen hat, möchte mehr erfahren über das kleine untergegangene Völkchen der Ukranen und die anderen angrenzenden Stämme. Zu diesem Zwecke sind dem Roman noch einige wissenswerte Informationen wie eine Zeittafel, eine Landkarte, eine Übersetzung der wichtigsten slawischen Ausdrücke und ein Namensregister angehängt. Desweiteren bietet die Autorin auf ihrer Seite unter huebner.dryas.de noch mehr Stoff zu den historischen Ereignissen und ihrer Recherchearbeit.

Mein Fazit:
Also, für alle, die gerne gut recherchierte, fundiert aufbereitete und anspruchsvolle historische Romane lesen, die ohne Kitsch und Schlüpfrigkeit auskommen, denen sei "Im Land der Sümpfe" wärmstens empfohlen. Alle anderen bleiben besser bei Iny Lorentz.
Durch seine wenig romantisierende, geradlinige und dennoch kunstvolle Schreibweise ist dieser Roman im übrigen auch für Männer hervorragend geeignet ; )
Und auch Hunde kommen auf ihre Kosten, es kommt nämlich einer darin vor, der gar keine unwesentliche Rolle spielt... : )

Meine Bewertung:
Ich vergebe 5 von 5 möglichen knallharten Killerrüden : )

Dienstag, 2. August 2011

Das Fest der Eidgenossen : )

Die Schweizer hatten gestern mörder was zu feiern. Sich selber. Und dazu haben sie ein Dauerfeuerwerk veranstaltet. Ich sage nur: RES-PEKT!!! Ein Geballer dieses Ausmasses gibts bei uns Deutschen sicherlich nur dann, sollten wir jemals eine Fussball-WM und zwar in Deutschland (!) gewinnen. Ich sag' euch, das war dermassen laut und lange, da haben selbst in Konstanz noch für Stunden die Wände gewackelt! Nicht schlecht! Hohoooo, mein lieber Mann und Scholli! Unser Nachbarshund hat sich für Stunden in die letzte Ecke verkrümelt, der kann Geballer nicht leiden und liegt dann immer japsend unterm Sauerstoffzelt. Der ist heute noch ganz depressiv, der Gute.
Ich glaube ja, der Plan war, für jeden Eidgenossen eine Rakete abzufeuern. Das können ja dann eigentlich nicht so viele sein, mögt ihr jetzt denken. Das stimmt, aber zwei Stunden Dauerbeschallung fühlen sich manchmal an wie ganze sechs Tage.
Also, was soll ich sagen. Fraule meinte, bei allem Respekt, aber das sei doch möglicherweise ein bisschen überdimensioniert gewesen (und für diese Unsummen hätte man viele hungernde Kinder satt machen können, undsoweiterundsofort... typisches Weibergeschwafel eben...), aber mal ehrlich: Was versteht die schon davon? Ich weiss was Sache ist, bin ich doch auch nur klein und muss das kompensieren (ihr erinnert euch). Manchmal muss man halt den Killer rauslassen, und das tut dann einfach nur gut... : )

Montag, 1. August 2011

Noch mehr Family and Friends... : )

... oder besser: Familiy, Friends and Bosses... : )
Ich dachte mir nämlich, es kommt gut, wenn ich meinen Boss in die Hall of Willi aufnehme. Der fühlt sich dann sicherlich gebauchpinselt, so wie ich den einschätze, und wird mich bei der nächsten Gehaltsrunde als ersten berücksichtigen... Gaaaanz schön cleverer Schachzug von mir, würde ich mal sagen.
Das dicke Blondi ist nun also auch drin. Obwohl ich ganz schön quetschen musste, damit er überhaupt reinpasst : )