Sonntag, 30. September 2012

Oh lá lá, Fronkreisch, Fronkreisch... : )

Bonjour! Voilà, tout le monde, da bin ich wieder! Frisch zurück aus dem französischen Baskenland und gleich mal um EINIGE Erfahrungen reicher! DAS kann ich euch versprechen!
Zum Beispiel, dass Meerwasser auch dann nicht besser schmeckt, je öfter man es probiert. Mann, hab' ich gekotzt!
Oder dass die Franzosen gar nicht so viele Froschschenkel essen wie gestopfte Gänseleberpastete.
Oder dass wenn man eine Frage auf quasi fast perfektem Französisch stellt, neuerdings eine Antwort in Englisch bekommt.
Oder dass die knallharten Basken Pelota gar nicht nur mit der Handfläche spielen, sondern auch mit Holzbrettern. So hart sind die also gar nicht drauf, diese Luschen...
Oder dass es sich auf verranzten Pilzdecken hervorragend schlafen lässt, auch wenn Fraule etwas ganz anderes behauptet.
Oder dass es in Frankreich gefühlt mehr Hunde gibt als Menschen und die alle machen können, was sie wollen!

Fraule und Herrle haben sich gleich erstmal gefühlt wie Gott in Frankreich: Schlafen bis mittags, Strand, Wandern, Flanieren, Wein trinken, Lesen und jeden Abend so spät Essen gehen, dass sich die halbe Nacht schlaflos im durchgelegenen Bett gewälzt wird. In zwei Wochen hatten die mehr Fisch als im ganzen Leben zusammengenommen. Herrlisch!
Unser Ferienhaus entsprach voll dem Motto "Esst ihr schon oder wohnt ihr noch?" Das Geld, so scheint es, das Deutsche für ihre Energiesparhäuser, Möbel und Autos ausgeben, wird in Frankreich lieber verfressen und versoffen. Und wen wundert's, bei diesem lukullischen Angebot. Ja, ja, die Franzosen wissen, was gut ist. Savoir vivre und so. Ihr wisst schon...
Also kurz und gut: Schön war's. Das Wetter war trotz der späten Jahreszeit noch sehr sommerlich bis heiß. Die Landschaft wunderschön. Der Atlantik herrlich wild und viel wärmer als erwartet. Die Menschen sehr freundlich und die Häuser sehr pittoresk (zumindest von außen).

Das einzige, Freunde des Canis Lupus Familiaris, das einzige, was mich wirklich höchstgradig stutzig gemacht hat, das war die nicht übereinander zu bringende Diskrepanz zwischen der mehrfach gehörten Aussage, Franzosen seien so ungemein hundefreundlich einerseits und meinen eigenen knallharten Recherchen andererseits, die ich gleich vor Ort durchführen konnte. Ob das, was ich gesehen habe, tatsächlich so hundefreundlich war, da bin ich mir nicht so sicher.
Strände sind zum Beispiel - anders als wir voher gehört hatten - prinzipiell für Hunde ausnahmslose Sperrzone. An den weniger touristischen Stränden allerdings werden Hunde, trotz Verbotsschilder, jedoch offensichtlich geduldet.
Jeder Hausbesitzer hat mindestens einen Hund. Und der wohnt im Garten. Und hat nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag auf der Lauer zu liegen und jedem Vorbeiziehenden mit wütendem Gekläff einen gehörigen Schrecken einzujagen. Tag und Nacht. Bei Wind und Wetter. Gassi gehen is' nich'. Und Ansprache vom Besitzer gibt's allenfalls in Form von wütendem Anschnauzen.
Und so langweilen sich die Hunde zu Tode, fletschen die Zähne und drücken sich die Nasen am Gartenzaun platt.



Wenn man draußen auf der Straße und am Strand welche trifft, dann sind sie fast immer unbeaufsichtigt. Die machen was sie wollen. Laufen quer durchs Dorf, und wenn sie beschliessen, eine dicht befahrene Hauptverkehrsstraße zu kreuzen, dann tun sie das, und es steht garantiert kein hysterisches Fraule am Straßenrand und kreischt panisch herum.
Am Strand liegen Fraules und Herrles im Tiefschlaf, während Fifi über den gesamten Strand wetzt, sich mit anderen Hunden amüsiert oder prügelt oder auf den Strand kackt, wie es ihm passt. Savoir vivre für die Menschen und Laissez faire für die Hunde. Ob das allerdings aus dem humanistischen Verständnis heraus geschieht, einem Lebewesen den größtmöglichen Freiraum zu gewähren, oder schlichtweg aus Desinteresse... Wer weiß das schon, grumpf.
Wenn man Herrle glaubt, dann werden Hunde in Deutschland generell viel zu sehr betüddelt. Und entmündigt, weil ihnen jeder Schritt vorgekaut, jede Entscheidung abgenommen wird und er kaum noch selber denken darf. Die französischen Kumpels dagegen sind da eindeutigerweise viel freier, wilder, autonomer. Aber auch einsamer und trauriger, wenn man wiederum Fraule glauben will.
"Die Hunde hier werden wenigstens noch wie Hunde behandelt", sagt Herrle.
"Die Hunde hier werden wie arme Schweine behandelt", sagt Fraule.
Na ja. Ich hätte gerne von beidem etwas. Ein bisschen mehr Laissez faire. Ein bisschen mehr machen können, was ich will, ohne dass mir ständig einer erzieherisch, besorgt oder mahnend reinquatscht. Aber abends, da bliebe mein Platz im Bett bei Fraule und Herrle - wegen mir auch freiwillig im Gräbele. Denn da gehöre ich hin! Ach ja, gerne auch mit ranziger Pilzdecke... : )  


Willi und die ranzige Pilzdecke : )
   
Auf dem Jakobsweg : )


Suchbild: Wo bin ich? : )


 
So wär's auch gegangen. Grumpf! : )

Schwitzen für Profis: Aufstieg auf den La Rhune : )




Grandiose Sicht auf den Atlantik und Saint-Jean-de-Luz : )



Pelota: Nationalsport der Basken und nix für Weicheier : )





Dienstag, 11. September 2012

Voyage, voyage! : )

Bonjour, mes amis des voyages! Je vais mal wieder in den Urlaub! Und cette fois auf der Agenda: Fronkreisch, Fronkreisch! Jeanette, Baguette, Claudette, Toilette...
Jaja... Atlantikküste, mal 'n bisschen nach den Fischen Ausschau halten, schließlich bin ich ja Fischerhund! So.
Am Samstag geht's los. Und Froschschenkel, ja, bitte schön, die könnt ihr selber essen! Und Schnecken - die haben andere im Popo, die ess' ich auch nicht.
Ich konzentriere mich auf Zickeneintopf, hihi...
Au revoir, mes amis, je werde euch wissen lassen, comme il est so en pays des Basques! : )

Samstag, 1. September 2012

Abenteuer Bunbo und ein Happy End : )

Also schön, was soll ich sagen. Bin ich ja bekannt dafür, normalerweise sämtliche Haare in der Suppe zu finden, dieses Mal wird das wohl nix werden. Kein Haar! Keine Suppe! Grumpf! Außer dem üblichen Galama, keene Würstchen und so, aber da kann ja der Urlaub nix für.


Unser taubenblaues Bunbo : )

Bunbo-Anlegehafen in Plaue : )
Wir waren nun also endlich auf unserem Bungalow-Boot (gugge: bunbo.de) auf der Havel angekommen, wie die meisten ja schon in Facebook mitbekommen haben. Wir - das bin ich natürlich, Herrle und Fraule und die Kinder Malena und Matze. Wir hatten ein Zweischlafzimmer-Bunbo.
Los ging's in Plaue, wo die ganzen Bunbos liegen. Ich wollte ja eigentlich ein rosa Bunbo, aber für uns gab's nur ein taubenblaues. Grumpf. Wenn man ein Bunbo bezieht, fühlt man sich ganz schnell wie zu Hause. Denn das innere eines Bunbos ist die volle Ladung IKEA, so dass einem die meisten Sachen ganz vertraut vorkommen. Das ist bestimmt irgendso 'ne Psychomasche. Aber dazu kommt noch, dass das Böötle mit gewisser Liebe eingerichtet ist. Das hatte uns auf den Werbefotos schon gut gefallen, und in Echt waren die tatsächlich genauso.
Bevor es losgehen konnte, musste Herrle erstmal die Charterschein-Prüfung bestehen. Schließlich muss man ja wissen, warum die Bojen manchmal grün und manchmal orange sind, man muss wissen, wie man Knoten knotet, wie man sich durch Schleusen schleust, wie man ankert und wie man die Wassertiefe misst, wenn man nicht auf eine Sandbank auflaufen will - so wie wir, am letzten Tag. Aber dazu später mehr...


Marlboro Country : )

Auf nächtlicher Kackfahrt : )
Mein Herrle ist zwar ausgesprochen clever, aber die Prüfung besteht da jeder Dödel, da sorgen die Bunbo-Jungs schon für. Man muss einen Fragebogen ausfüllen und danach wird man noch zwei Stunden praktisch eingeführt in die Kunst des Hausbootlenkens und -parkens.
Und dann ging's auch schon los.
Zwar war schon früher Abend, aber alle waren natürlich voll scharf aufs Fahren, also sind wir erstmal losgetuckert. Man darf nur bis Dunkeleinbruch fahren, sonst wird man verhaftet. 'Ne Stunde später waren wir also bereits auf Suche nach einem geeigneten Ankerplatz. Und weil alle in der Wildnis bleiben wollten, haben wir gleich da nach einer geeigneten Stelle gesucht.
Wie schön, dass denen dann irgendwann auch mal in den Sinn kam, dass Hund nicht aufs Hausbootklo passt. Also mussten wir in der Nähe eines begehbaren Ufers unser Hausboot festmachen und dann im Kajak zum Kacken übersetzen. Es war zwar da bereits stockfinster - was vielleicht sogar ganz gut war, weil Fraule nicht sehen konnte, wer da unter ihr im Wasser so sein Unwesen trieb -, aber sowohl Fraule hat das mit dem Paddeln ganz souverän gepackt als auch ich das mit'm Kommando-Kacken...
Natürlich kann man auch jeden Hafen anfahren, aber mit sowas hat's meine Family noch nie so gehabt. Die sind so'n bisschen vom Schlag Marlboro Country und so und wollen immer in die Botanik und dort nach Möglichkeit auch noch kein Schwein treffen... Und das, wohlgemerkt, ist da oben bei Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland nun wirklich kein Problem. Und dazu braucht man nicht mal in die Botanik, da reicht es schon, mitten durch ein Dorf zu latschen...
Es gibt überall schöne kleine Buchten mit Sandstränden, wo man herrlich ankern kann und seine Ruhe hat. Es sei denn, irgend so ein depperter Bunbo-Fred fährt einem hinterher und parkt im Windschatten. Frechheit!

Und so nahm die Woche also ihren trägen Lauf...


Bei Hilde in Wassersuppe : )

Chillen : )
Wir haben, ehrlich gesagt, nicht viel gemacht. Wir waren jeden Tag schwimmen, Kajak fahren, sind die Havel rauf und runter getuckert, haben Pausen eingelegt, wo es uns gefiel, hatten Kaffee und Kuchen, haben gegrillt und gekocht und waren dreimal abends essen.
Ha, das erste mal bei Hilde in Wassersuppe. Hildes Kiosk ist der einzige im Ort. Es gibt dort kein Restaurant. Keine Bäckerei. Kein Metzger. Also, die da in Wassersuppe, die haben in der Tat echt mal jor nüscht... Unser Magen natürlich auf halb Acht, kein Supermarkt im ganzen Ort, Kühlschrank leer. Also alle Hoffnung auf Hilde gesetzt. Wir dachten so an Würstchen, Schnitzel, Pommes, Salat oder so - schließlich stand draußen "Imbiss". Gleich kam ein alter Eingeborener herausgeeilt, der uns einen verregneten Tisch trocken wischte. Dabei hat er uns fröhlich angelacht und alle paar Sekunken enthusiastisch vor sich hingefurzt. Ich sag's euch, mein lieber Herr Gesangsverein!
Zu Essen gab's dann wahlweise Bockwurst mit Senf oder Bockwurst mit Ketchup. Wir entschieden uns mutig für zweimal Bockwurst mit Ketchup und zweimal Bockwurst mit Senf. Ich ging wie immer leer aus. Grumpf.
Die Bockwurst war saulecker, hörte ich. Und man muss essen, was auf den Tisch kommt. Alte Bauernweisheit. Und Hilde, der alte furzende Mann und die anderen Eingeborenen, die drinnen im Trockenen am Tisch saßen, waren voll nett und meinten, nein, am nächsten Tag hätten sie geschlossen, aber wenn wir Brötchen wollten, die würde es übermorgen wieder geben...


Land und Leute : )
So. Eines muss ich jetzt mal festhalten, bevor ich's vergesse: Die Leute da in Brandenburg und an der Havel waren alle sowas von nett, das haben wir selten in Deutschland erlebt. Egal wo man hinkam, alle waren total aufgeschlossen, freundlich und voll hilfsbereit. Die kamen angerannt, wenn wir mit dem Hausboot parken wollten oder haben uns gute Tipps in den Schleusen gegeben. In den Restaurants waren alle herzlich und die Jungs von Bunbo waren voll locker, großzügig und sehr serviceorientiert. Egal ob wir Leute mit Kohle an den Füßen trafen oder Leute ohne - und das waren sicher die meisten - alle waren auffällig freundlich und hilfsbereit, und manche waren auch nackt. Na ja. So sind sie eben... Aber das, liebe Leute, das könnt ihr im Westen lange suchen! Das ihr das mal wisst, ihr Muffel-Wessis. Wobei ich ja nur für's Havelland sprechen kann, was weiß ich, wie der Rest der Ossis so drauf ist... : )


Alarm: Edgar über Bord : (

Vermisst: Edgar von vorne : )

Edgar im Profil : )

 
 














Am zweiten oder dritten Tag war plötzlich Edgar abgängig. Mensch, der olle Edgar, mein guter gelber Kumpel. So ein Mist. Wir durchforsteten das ganze Boot mehrfach, doch Edgar blieb verschollen. Wir fürchteten, Edgar könne über Bord gegangen sein und so gab ich in Facebook eine Vermisstenmeldung auf. Ein paar von euch meinten ihn in der Elbe gesehen zu haben oder sogar kopflos, doch bei genauerer Untersuchung stellte sich jedes Mal heraus, dass es sich nicht um Edgar handelte. Aber Edgar, der Sack, blieb verschollen. Von dem Tag an, musste ich mich mit herumliegenden Schuhen verlustieren...


Entschleunigung : )

Hundeeinstiegshilfe für clevere Hunde : )
Wir hatten das Gefühl, die eine Woche verging langsamer als andere einwöchige Urlaube, die wir bisher erlebt haben. Das Leben auf einem Hausboot zwingt einen zu entschleunigen. Und das hat vor allem Fraule und Herrle super gefallen. Die behaupten, die sind nun nach einer Woche tatsächlich gut erholt. Kein Stress. Keine Menschenmassen. Keine Uhrzeiten. Kein Verkehr. Keine Termine. Machen, wonach einem der Sinn steht. Herrlich!
Nur ich durfte wie immer nicht machen, was ich wollte. Aber ich gebe zu, auch ich fand's toll. Jeden Tag war ich Schwimmen und an Land Spazieren und Toben. Und obwohl die Hundeeinstiegshilfe eine echte Fehlkonstruktion ist und man 'nen Doktor braucht, um herauszufinden, wie man sie am geschicktesten montiert, hatte ich sie nach kurzer Zeit im Griff. Rauf, runter, kein Problem. Bei dicken Hunden weiß ich allerdings tatsächlich nicht, wie das halten soll... Die Bunbo-Jungs haben erzählt, dass viele Hunde die Einstiegshilfe verweigern. Mich wundert das nicht. Es braucht Geschick und Sportlichkeit, wenn man die beherrschen will : )


Bunbo in Blitzbirnen-Seenot <: ]

He da, holt mich hier raus! >: ]
Am letzten Tag, kurz vor Einfahrt in unseren Zielhafen in Plaue, ist uns dann doch noch ein klitzekleines und ganz ein wenig peinliches Missgeschick passiert. Herrle wollte nochmal Pause machen am Ufer, doch recht weit vor dem Ufer setzten wir plötzlich auf einer Sandbank auf. Das Echolot hatte zwar mehr Tiefe angezeigt, aber offensichtlich war die Angabe falsch. Eigentlich ist das nicht so schlimm. Wir sind öfters beim Ankern vorne ein klein wenig auf Land gefahren. Dann springt einer ins Wasser, schiebt das Hausboot zusammen mit Hilfe des Rückwärtsganges wieder zurück und weiter geht die Fahrt.
Also sprang Herrle auch hier ins Wasser und versuchte den Kahn dort wegzubewegen. Doch nichts passierte. Kein Zentimeter. Die Strömung an der Stelle war nicht ohne, so waren wir um so mehr verwundert, dass die uns nicht wegschob. Nach einer Weile beschloss Fraule zähneknirschend, weil frisch geduscht, auch ins Wasser zu springen und mitanzuschieben. Die beiden schoben und zerrten sich den Wolf, aber nichts passierte. Langsam machte sich etwas Ratlosigkeit breit und von Land aus, sah das ganze Manöver bestimmt auch sehr gekonnt aus. Da kam uns plötzlich ein junger Typ von einem anderen Hausboot zu Hilfe gepaddelt - ich sagte ja schon, dass alle Leute, die wir trafen, voll nett waren. Zu dritt wurde nun erneut geschoben und gezerrt, während Matze am Steuerrad stand und hin- und herlenkte wie der Teufel, um den blöden Kahn irgendwie dazu zu bewegen, sich zu bewegen. Das Spektakel ging sicherlich zwanzig Minuten so weiter, aber immer noch tat sich absolut überhaupt gar nix. Zwar bewegte sich das Heck des Kahns, aber vorne ging gar nix.
Plötzlich flüsterte Matze Fraule zu, die an der vorderen Ecke schob und zog, dass der vordere Ankerpfahl im Wasser sei - man muss wissen, auf dem Bunbo gibt es zum Ankern keinen klassischen Anker, sondern je einen Ankerpfahl vorne und einen hinten, die man ins Wasser ablässt und die sich dann in den Boden bohren.

Fraule schaute hinter das Steuerrad und bekam ganz große Augen. Sie machte Matze heimliche Zeichen, bloss die Klappe zu halten und den Ankerpfahl ganz schnell hochzuziehen. Glücklicherweise stand Herrle in Sichtweite, der junge Helfer war an der anderen Bootsseite zugange, der kriegte die ganze Peinlichkeit nicht mit. Fraule machte Handzeichen und erklärte Herrle lautlos das Problem, und auch der guckte dumm aus der Wäsche, dann grinste er plötzlich erkennend und hielt sich warnend den Zeigefinger vor den Mund. Und siehe da, kaum war der depperte Ankerpfahl gelupft, nahm der Kahn Fahrt auf.
Am Ende waren alle happy, auch der junge nette Helfer, der der festen Meinung war, dass seine Rettungsstrategie aufgegangen sei. Dass wir Blitzbirnen einfach nur sackblöd waren, auf die Idee ist der nicht gekommen. Und wir liessen ihn gerne in seinem Glauben : )
Im übrigen war es Clever-Herrle, der den Ankerpfahl gesetzt hatte, als wir auf dem Boden aufgesetzt waren, der das in der Zwischenzeit aber total vergessen hatte. Alle anderen an Bord waren ziemlich erleichtert, dass es er war, der uns die Scheiße eingebrockt hatte, und keiner von uns anderen...


geheimer Geheimtipp: Kneipe / Cafe Pur : )
Unser Abschiedsessen hatten wir in der urigen Kneipe Pur, ca. 10 Minuten zu Fuß von der Anlegestelle entfernt, aber nicht ausgeschildert. Ein Touri kommt da jedenfalls nicht so ohne weiteres drauf.
Der Laden ist wirklich empfehlenswert! Erstens haben die allerlei selbstgebraute sehr leckere Biere wie Helles, Dunkeles, aber auch so Schweinereien wie Kirsch- oder Bananenbier (Ei gugge, früher hatten se überhopt keene Bananen nich, und jetze ins Bier schnippeln, grumpf...). Aber der eigentliche Böööörner ist das Essen. Man geht rein und kommt zur Köchin / Chefin in die Küche. Die ist schon mal gekleidet wie Frau Holle. Total putzig, echt. Und dieser Frau Holle sieht man ihren Spaß beim Kochen an, mit ihren roten Bäckchen und ihren strahlenden Augen. Man stellt sich vor und sagt, man ist der Ahnungslose von Tisch 4711. Frau Holle gibt dir dann 'ne Einführung, was du tun musst. Du musst zunächst mal in alle Töpfe gucken und Freude haben, an dem, was du siehst, und dann nimmste dir einfach, was dir gefällt. Frau Holle bereitet dir auch was frisch zu, wie Bohnen mit Pfifferlingen zum Beispiel.
Extrem empfehlenswert fanden wir das Angusrind, das zerging auf der Zunge, die mit Pilzen überbackenen Buletten, der Kräuterschmalz mit Birne, das saftige Brot, der Kartoffelpürree und die Nachspeisen. Wenn man seinen Teller gefüllt hat, stellt man den auf eine Waage und zahlt 1,90 pro 100 Gramm, egal was drauf ist. Das wird auf einen Deckel geschrieben und dann kannste mit dem Deckel so oft kommen wie du möchtest und nachladen. Die Nachspeise hat 'nen Festpreis, egal, was du dir drauf häufst.
Phänomenal! So was in Konstanz und der Laden würde abgehen, wie Schmidt's Katze, ich schwör!


Und zu guter Letzt: Ein Happy End : )
Als wir dann schließlich am nächsten Morgen die letzten Klamotten gepackt und alle Sachen verstaut hatten, gab's schließlich auch noch eine echte Überraschung: Stellt euch vor, olle Edgar, der Schlawiner, tauchte plötzlich wieder auf! Der Sack hatte sich die ganze Zeit neben dem Sofa versteckt und war doch nicht ins Wasser gegangen. Ich bin wirklich sehr sehr glücklich, ihn wieder zu haben...

Fazit : )
Wir hatten eine tolle Woche auf unserem Bunbo, und ich hoffe, wir werden so 'ne Tour nochmal machen. Dann vielleicht mal auf der Müritz oder wir fahren bis Berlin oder so. Aber das wäre dann gleich wieder Großstadtstress. Nee, ich glaube, wir bleiben lieber im Schilf...

So, und hier, für alle, die lieber gucken als lesen, noch ein paar bildliche Eindrücke : )