Freitag, 29. November 2013

Qualtiät beim Dogs Magazin - ein seltener Gast : )

Das "Dogs Magazin", Deutschlands größtes und wohl bekanntestes Hundemagazin, steht ja nun für eine, nun, sagen wir mal, etwas einseitige Hundeexperten- und Trainerauswahl, die dort regelmäßig zu Wort kommen darf, so dass man ob der Auftrittshäufigkeit mancher Autoren auch geneigt sein könnte zu denken, dass die da irgendwie alle miteinander ins Bett springen...

Wären wir in der Politik, könnte man behaupten, das konservativ angestaubte Magazin, das seinen etwas miefigen Modergeruch gerne mit scheinbar zeitgeistigen Themen versucht zu übertünchen, stünde im besten Falle irgendwo in der politischen Mitte, allerdings mit eindeutiger Tendenz nach rechts bis - im schlimmsten Falle - ziemlich rechts:
Hallenfüllende Rappeldosen-Kabarettisten, Blechnapfschwinger, konditionierungsfreie Kommunikationssängerinnen, würgende und funkensprühende Brutaloimporte aus Mexiko und sogar ahnunglose Belletristikautoren, die ihre dauerhaft erfolgslosen Erziehungsversuche am eigenen Hund in Krause-Büchern und -Lesungen vermarkten werden hofiert und gepämpert und dürfen unreflektiert ihr populistisches, wissenschaftlich-erkenntnissfreies, selbsterfundenes Dumpfbackengeschwafel in den Orbit der Hunde-Community blasen und Ottonormalhundehalter mit 100 Jahre alten Grimms Märchen in Angst und Schrecken versetzen, wie vorzugsweise der spannenden Geschichte, in der sich Hunde ohne starke Rudelführer vor der Nase ungebremst zur Weltherrschaft aufschwingen.

"Experten", die gerne die "harte Hand" propagieren und diese dann verharmlosend als "Kommunikation statt Konditionierung" oder "Führung durch Persönlichkeit" und ähnlichem sinnentleerten Blabla titulieren, warten mit Ratschlägen auf, die normalerweise sofort jeden Normaldenkenden die Beine in die Hand nehmen lassen sollten. Gefährliche und unethische Methoden werden zur Nachahmung freigegeben, so dass weitere missverstandene Hundegenerationen charakterlich versaut werden und einer zweifelhaften Zukunft entgegen blicken dürfen, die für viele nicht selten im dauerhaften Tierheimaufenthalt endet, weil der Hund vor lauter Verhaltensproblemen nicht mehr händelbar oder gar zur unberechenbaren Waffe geworden ist.

Für mich alles Gründe, mein mühsam erspartes Taschengeld lieber in Würstchen zu investieren, als auch nur in eine einzige Seite dieses bescheidenen Hochglanzwurstblattes. Und offen gestanden glaube ich auch nicht, dass sich das so schnell ändern wird, auch wenn doch jetzt mal ein kleines Lichtlein am Firmament aufgetaucht ist:

Die Dogs hat es nämlich tatsächlich gewagt - was selten genug vorkommt -, eine Trainerin zu Wort kommen zu lassen, die den Titel "Expertin" wahrlich verdient hat und die jedem einzelnen dieser bildungsfreien Autodidakten das Würstchen vom Brot wegargumentieren könnte, weil sie eine von ganz wenigen ist, die dort gehört werden, deren Wissen nicht auf Glaube, Wunschdenken oder esotherisch angehauchten, albernen Energieausdünstungen basiert, sondern auf millionenfach bewiesenen und nie widerlegten wissenschaftlichen Theorien aus verschiedenen Bereichen wie der Verhaltensforschung, Lerntheorie und Neurobiologie.
Ute Blaschke-Berthold, Doktor der Biologie mit Schwerpunkt Verhaltens- und Neurobiologie, leidenschaftliche Hundetrainerin, Verhaltenstherapeutin und Begründerin von CumCane, hat sich einem Interview zur Verfügung gestellt, in dem sie ihre äußerst erfolgreiche Arbeit vorstellt, die auf gewaltfreiem Hundetraining basiert, das die Bedürfnisse des Hundes berücksichtigt und den Verstand und das Auge des Menschen schult, diese zu erkennen, um sie dann im erzieherischen Sinne einsetzen zu können.

Das Interview könnt ihr hier nachlesen.

Möglicherweise kann man das Interview in der Dogs als einen wegweisenden Vorstoß in eine neue Richtung verstehen. Es wäre schön, wenn's so wäre. Ich persönlich bin da allerdings skeptisch. Die Seilschaften zwischen Verlag und Deutschlands führenden Hunde"experten" scheinen fest verankert, wie man in der Vergangenheit ja selbst bei skandalösen Blechnapfaffären feststellen konnte.
Und nicht zu vergessen: Sex sells, aber Gewalt auch. Und solange das so ist, werden es unspektakuläre Erziehungsmethoden schwer haben, als ausschließlicher Erziehungsstandard in Magazinen wie der Dogs Einzug zu halten - auch wenn es tunlichst so sein sollte, wenn man mit der Zeit gehen und Verstand walten lassen möchte!

Hoffen wir also, dass Utes wertvoller Beitrag keine Alibifunktion hat. So nach dem Motto: "Gugge, wir sind total neutral, wir sind offen, selbst für die unheimlich Langweiligen da auf der anderen Seite des Andreasgrabens. Aber die nächsten Male dürfen wir dafür wieder bisschen fett Umsatz mit dem charismatischen kleinen Mexikaner oder anderen übel riechenden Würstchen machen, oder?"
Das wäre in der Tat ungemein schade, kann das Dogs Magazin doch ähnlich wie die Bild-Zeitung viele Menschen erreichen und Meinungen bilden und sollte sich dieser Verantwortung auch stellen.
Aber ein ganz kleines bisschen fürchte ich doch, so wird es kommen, grumpf! >: )

5 eloquente Meinungen zu dem Quatsch : )

  1. Super, mir so etwas von aus dem Herzen gesprochen:) an einen Einstellungswandel glaube ich nicht. Ich habe mein Abo gekündigt. Roda

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  2. Ich fürchte, dass es da keinen Richtungswechsel geben wird :-( Ich habe mir die Dogs aufgrund des Artikels über Cumcane dann doch mal gekauft ( was ich lange nicht mehr getan habe, aufgrund der ebenfalls oben genannten "normalen Themen" dieser Zeitschrift........ Im Ersten Moment dachte ich "Oh, endlich mal was Gescheites"; dann standen in dieser Ausgabe auch 2 Leserbriefe zu der CM-Ausgabe und da waren zwar sowohl die kritische Stimme, aber auch die total verherrlichende einer anderen Leserin abgedruckt und das hat mir dann wieder gezeigt, dass es im Normalfall bessere Möglichkeiten gibt, seil Geld gut anzulegen, als in dieser Zeitschrift; schade :-(

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    1. Die Zeitung wagt es also, bei den Leserbriefen BEIDE Seiten abzudrucken? Nee, die würde ich auch nicht mehr holen! Eine Zeitung muss Meinungen bilden und nicht informieren! Eine Zeitung muss klare Wege vorgeben und nicht aufzeigen, was es so gibt. Was soll sie einem sonst bringen? Noch mehr Verunsicherung in der großen, weiten Welt der Hundeerziehung, in der jeder Weg so interessant aussieht, weshalb es selbstverständlich ist, dass dem ahnungslosen Hundehalter EIN Weg vorgekaut werden muss, damit dieser wenigstens nur durch die Grundsätze und Regeln dieses Weges verunsichert ist, wenn's dann doch nicht funktioniert und die Welt doch nicht so theoretisch ist, wie immer dargestellt!

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  3. Ein bisschen objektiver sollten man die dinge schon sehen ! https://www.facebook.com/groups/443354175676191/permalink/714985331846406/

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    1. heinerich, o heinerich!
      du meinst, in etwa so objektiv wie du und deine intellektuellen forum-freunde?
      hihi, nee du, lass mal, objektiv ist nicht mein ding. aber ich steh wenigstens dazu... : )

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