Mittwoch, 6. November 2013

Volkssport Giftköder auslegen? >: []

Giftköderalarm! Überall, man hört und liest es fast täglich. Es ist mittlerweile so normal geworden, dass es anscheinend immer mehr Menschen gibt, die vergiftete oder tödliche Fleischstücke auslegen, dass man sich kaum noch darüber aufregt.

Aber Moment mal! Sollten wir da nicht mal genauer hinsehen? Was genau sind das eigentlich für Typen, die so etwas tun?
Ehrlich, wenn ich mich auch noch so anstrenge, mir fällt da kein einziges Klischee ein, auf das der typische Giftköderausleger passen würde. So wie zum Beispiel der alte, verbitterte, einsame Opa, der nichts und niemanden hat auf der Welt, der unauffällig in dieser Gesellschaft lebt, nie aufgemuckt hat, der seine Usambarafeilchen hegt und pflegt und seinen Kanarienvogel liebt, und der jetzt plötzlich den gesamten Frust seines erfolglosen Loserdaseins mit dem Verteilen von Giftködern kompensiert? Nee, ich weiß nicht... 

Was also sind das für Menschen, die so etwas tun?
Sind es eher ältere oder jüngere? Männer oder Frauen? Sind die alleinstehend? Einsam? Oder haben die Familie, Kinder womöglich? Gehen die rechtschaffen sonntags in die Kirche und legen nach dem Gang zum Altar auf ihrem Sonntagsspaziergang mal ein paar mit Rasierklingen und Nägeln gespickte Fleischstücke aus? Oder sind die nur nachts unterwegs? Kommen diese Leute aus der Mittelschicht? Haben die Geld oder keines?

Und woher kommt dieser mordsmäßige Hass, der ja Antrieb genug zu sein scheint, sich im Laden mit dem nötigen Zeug zu versorgen, um seine Giftköder zu basteln, in der Hoffnung, damit dann möglichst viele Tiere zu erwischen, die dann elendig unter Schmerzen zugrunde gehen?
Und das ist ja nicht alles an Aufwand: Ich muss das Zeug ja auch noch verteilen, vielleicht mit dem Auto irgendwo hinfahren, wo mich keiner kennt, oder nachts heimlich durch die Gegend schleichen - immer der Gefahr ausgesetzt, dabei beobachtet und erwischt zu werden!

Ist es wirklich nur, weil der Nachbarshund dauernd in den Vorgarten pinkelt? Weil so viel Kackhaufen rumliegen? Weil man als Kind mal gebissen wurde?

Das ist jedenfalls nichts Spontanes, das ist vorsätzlich! Dahinter steckt eine enorme kriminelle Energie!
Muss man als Mensch auch vor so einem Menschen Angst haben, wenn man dem aus Versehen mal dumm kommt?

Fragen über Fragen!

Ich verstehe natürlich, dass es auf dieser Welt nichts gibt, was es nicht gibt. Und dass man nicht alles verstehen oder erklären kann. Es gibt eben kranke Geister, deren Gemüt sie die seltsamsten und abnormsten Dinge tun lässt. Und so gibt es natürlich auch Leute, denen es Genugtuung verschafft, andere Lebewesen zu quälen und zu töten.

Was ich nur nicht verstehe: Warum werden es scheinbar immer mehr? Ist das jetzt so 'ne Art Mode geworden? Eine Plattform für fantasielose Trittbrettfahrer? Ein Sport? "Ach, heute geh' ich mal wieder ein paar Hunde elendig zugrunde richten..."?

Ich sag' es mal mit Gernod Hassknecht aus der "heute"-Show:

ZUGRUNDE RICHTEN??? JA, HABT IHR DENN DEN ARSCH AUF, IHR MIESEN, HEIMTÜCKISCHEN, FEIGEN PENNER, IHR!?
WENN ICH JEMALS AUCH NUR EINEN VON EUCH TYPEN DABEI ERWISCHE, DANN STOPF ICH EUCH EURE RASIERKLINGEN INS MAUL, EGAL, OB IHR JUNG ODER ALT, MÄNNLICH ODER WEIBLICH, GESTÖRT ODER NICHT SEID! HABT IHR DAS KAPIERT??? DANN MACHE ICH AUS EUCH HACKFLEISCH, IHR KRANKEN SPACK...


   ... >: []

3 eloquente Meinungen zu dem Quatsch : )

  1. Ich denke, dass es nicht nur am etwaigen Bellen eines Hundes liegt, diesen zu vergiften, sondern dass es ein allgemein zunehmendes Problem unserer heutigen Zeit darstellt.
    Respektlosigkeit, Neid, Kommunkationsunfähigkeit, kein Verhältnis zu Mensch und Natur und die eigenen Bedürfnisse über alles anderen stellen zu stellen.....

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  2. Solche Gemeinheiten nehmen zu, weil Respektlosigkeit gegenüber Menschen, Tieren und Natur zunehmen...Eigene Bedürfnisse werden über alles anderer gestellt. Es wird über Probleme nicht mehr gesprochen, es wird gleich "Kurzer Prozess gemacht"! Was soll ich mich mit dem Nachbarn unterhalten, dass mich das Bellen seines Hundes stört - der lässt ja eh nicht mit sich reden ....Leider gibt es ja auch wirklich Hundehalter, die sich respektlos gegenüber ihren hundelosen Mitmenschen zeigen.

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  3. Hallo Willi!
    Seit einiger Zeit lese ich deinen Blog schon sehr gern und mit diesem Beitrag hast du da eine Seite in mir zum Klingen gebracht. Was ich anmerken möchte:

    Giftköder heißen ja nicht umsonst Giftköder. Und zwar, weil da ein Cumarinderivat drin ist, Rattengift. Das kann man online (sogar per Ebay) problemlos und billig kaufen. Warum weiß ich auch nicht, denn es steht außer Frage, dass man das nunmal nicht in Privathand verwenden darf. Allerdings gibt es das und dieses Gift soll nicht nur Hunde treffen, sondern bestimmt auch streunende Katzen bzw. Freigängerkatzen.

    Ja, der Grund... Hass. Weil die Tiere Dreck machen und für manche nicht ins Stadtbild passen. Oder um den Halter emotional zu treffen. Hundehalter sagen, ihre Hunde tun ja nix? Die sind böse? Dann her mit dem Giftköder, die werden sehen wie ich nix tue!
    Keine Ahnung. Ich glaube für Menschen wie wir, die den Funken Empathie aufbringen, ein anderes nichtmenschliches Wesen zu lieben wie einen Artgenossen, ist diese Empathielosigkeit und berechnende Kälte nicht zu verstehen. Fakt ist: Es darf keinen öffentlichen Verkauf von Giften geben und auch der Verkauf von potentiellen Waffen (und seien es Nägel!) sollte stärker kontrolliert werden, das ist meine Meinung dazu.

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Wenn du allerdings einfach nur mal unter dem Deckmäntelchen der Anonymität oder wegen mir auch unter deinem richtigen Namen unflätig werden oder destruktiv stänkern willst, weil dir sonst keiner zuhört, dann wird dies hier leider nicht deine Bühne werden - versprochen! : )