Freitag, 25. Januar 2013

Kleine Mexikaner : )

Freunde der Rudelführung, ich weiß ja nicht, wie's euch geht:
Aber ich fress unheimlich gern kleine Mexikaner, muhahahahaaaa... : )




Montag, 21. Januar 2013

Der Konditionierungsautomat - Konditionierte Entspannung : )

Freunde der Nacht, darf ich vorstellen, der Konditionierungsautomat - der bin ich!
Das habe ich heute in einer Diskussion mit einem Leser gelernt, "der mit seinen Hunden in einer sozialen Beziehung lebt" und ihnen "mitteilt, wenn ihm Dinge nicht passen". Was er damit meint ist, er raunzt sie an, ganz ganz wenig nur, aber das sei sehr sehr wichtig, so dass "im Laufe der Zeit dann bestimmte Tabus ganz von alleine" entstünden.
Er konditioniert nicht. Er raunzt, oder er erzieht ansonsten irgendwie durch Bindung, Respekt und Zuneigung, weil er nämlich keine Konditionierungsautomaten in seiner sozialen Beziehung haben möchte. Oder so ähnlich...

Wenn der wüsste, wie weit meine Konditionierungsautomatisierung wirklich geht! Der wäre entsetzt! Ich bin es ja selber! Das nimmt nämlich neuerdings Formen an, da fällt euch nix mehr zu ein.
Seit neuestem werde ich auf ein Entspannungssignal konditioniert. Und zwar ganz klassisch. Jaja. Fraule massiert oder krault mich, wenn ich sowieso schon total entspannt bin. Ab und an unterbricht sie ihre Massage und sagt leise und ruhig "Pauuuuuuse".
Das macht sie bestimmt schon seit einem Jahr, nicht häufig, aber immer mal wieder. Sie hat's aber noch nie angewendet, weil sie irgendwie selber nicht daran geglaubt hat und auch nicht daran gedacht hat, es in bestimmten Situationen überhaupt mal zu benutzen.
Willi - der knallharte
Konditionierungsautomat : )

Nun hat sie's getan! Neulich das erste Mal, eher zufällig, als ich alter Konditionierungsautomat gerade so schön entspannt rumlümmelte und plötzlich an der Haustür Geraschel hörte, was mich normalerweise dazu motiviert hätte, sofort kläffend zur Tür zu rennen. (Was übrigens auch konditioniert ist. Nur nicht durch Fraule.) Ich sprang auch schon auf, freudig erregt, als Fraule einfach mal so ihr Wort in den Raum schmiss. Und was mach ich? Ich, vollkommen manipuliert und willenlos, lege mich wieder hin und rolle mich komplett entspannt auf die Seite. Die Tür hatte ich total vergessen...

So. Und vorhin hat sie's doch glatt wieder gemacht! Nach dem Gassigang mache ich normalerweise eine kleine Dummheitenrunde durchs Haus, bevor ich müde in mein Körble steige. Als ich gerade anfangen wollte, das Geschirr im Regal anzustubsen, flüstert Dr. Mabuse schon wieder dieses Wort! Wie hypnotisiert drehe ich sofort ab, lege mich unter den Tisch und schlafe prompt ein.
Das ist doch Manipulation! Eine Frechheit! Ich bin ja gar nicht mehr Herr meiner Selbst! Hilfe hol' mich hier raus, ich bin ein KONDITIONIERUNGSAUTOMAT! Gruuumpf!

Hätte sie mich statt dessen nicht auch einfach anraunzen können, so wie sie das früher oft gemacht hat -  ohne dass mich das übrigens je gejuckt hätte - und so wie der Leser das von oben macht? Dann wüsste ich heute wenigstens, dass ich auch in einer sozialen Beziehung lebte und dass im Laufe der Zeit das Tabu, nicht mehr Teller zu stubsen, ganz von alleine entstünde. Oder so ähnlich... : )

Freitag, 18. Januar 2013

Absurdistan Mensch: Glaube vs. Wet Paint : )

Schon seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema, warum gewaltfrei erziehende Hündeler scheinbar unentwegt von der gestrengen Fraktion der Rudelführer- und Dominanztheorievertreter teils aggressiv in eine Art Rechtfertigungsposition gedrängt werden. Es ist extrem auffällig, wie diese immer wieder angefeindet und verspottet werden, so dass sie sich eigentlich ständig dazu genötigt fühlen, rechtfertigen zu müssen, was sie da tun, warum sie das tun, und warum sie ihre schutzbefohlenen Hundekinder eben nicht sinnlos im Kasernenton Anschreien und für unerwünschtes Verhalten bestrafen.

In Facebook stieß ich gestern auf ein Zitat von George Carlin, einem ehemaligen US-amerikanischen Komiker und Sozialkritiker, der die ganze Absurdität des menschlichen Glaubens und Denkens in zwei Sätzen beschreibt. Ich kann mir meinen umständlichen Post also schenken : )

Die Biologin, Hundetrainerin und Verhaltenstherapeutin Dr. Ute Blaschke-Berthold hat dieses Zitat sehr trefflich in die Hundewelt abstrahiert:

"Menschen sind merkwürdig.
Sagt ein Trainer, ohne Strafe ist keine Zuverlässigkeit erreichbar, glauben das viele Menschen.
Zeigt man einen Hund, bei dem das ohne Strafen funktioniert, wollen sie Beweise, dass der Hund wirklich *so schlimm* war."

Kann mir nun jemand in zwei Sätzen erklären, warum das so ist? : )

Freitag, 11. Januar 2013

Die Wattebauschfraktion : )

Ich beschmeisse euch mit Wattebäuschchen,
bis ihr blutet! : )
Wer oder was, zum Henker, ist eigentlich die Wattebauschfraktion? Man kann heute ja keiner Diskussion über Hundeerziehung mehr folgen, ohne nach kürzester Zeit über dieses oder ähnliche Wörter zu stolpern.
Und so, wie ich das verstanden habe, ist das echt eine gemeingefährliche Spezies, die scheinen fast so was zu sein wie die Inkarnation allen Übels, eine Art Pestbeule kurz vorm Platzen.
Die allerübelsten Eigenschaften habe ich aus diversen erbitterten Diskussionen mal zusammengetragen, damit ihr euch alle ein einheitliches Bild über dieses schmerzhafte Furunkel am haarigen Arsch der traditionell verhafteten Hundeerziehung machen könnt:
  • Das sind also zunächst und vor allem mal die, die keine Grenzen setzen.
  • Die Clicker-Heinis und Leckerlisschmeißer.
  • Die, bei denen der Hund den Menschen dominiert.
  • Die, die spätestens bei Problemhunden scheitern.
  • Die, die behaupten, dass es in Rudeln friedfertig zuginge, wo doch jeder weiß, wie ruppig Hunde oft miteinander umgehen.
  • Die, die sich nicht nur über Stachel- und Sprühhalsbänder aufregen, sondern sogar darüber, wenn der Hund ganz harmlos ein wenig mit der Wasserpistole gemaßregelt wird.
  • Die Antiautoritären, bei denen schon die Kinder missraten sind..
  • Die Inkonsequenten.
  • Die Geschirrbefürworter. Dabei sind Halsbänder Jahrtausende alt!
  • Die, die das Wort "Nein" nicht benutzen, weil das schlecht fürs Selbstbewusstsein des Hundes ist.
  • Die, die mit Abkürzungen und Fachausdrücken nur so um sich schmeißen, um den Eindruck von Kompetenz zu erwecken.
  • Die Tierschützer, die einen auf Gutmensch machen, aber heimlich Morddrohungen an missverstandene Hundetrainer senden, die aus Versehen mal einen Hund mit dem Blechnapf verhauen haben, sich dabei auch noch haben filmen lassen und nun von allen Seiten gemobbt werden.
  • Die, die sich mehr darüber aufregen, wenn ein Hund misshandelt wird, als wenn ein Serienmörder junge Frauen massakriert.
  • Die, die den genialen Flüsterer in Cesar Millan einfach nicht sehen wollen und in ihrer Ahnungslosigkeit statt dessen behaupten, er sei ein Tierquäler und inkompetenter Idiot.
  • Die Radikalen, Verbissenen, Uneinsichtigen.
  • Die, die wirklich absolut überhaupt keine Ahnung haben und deren IQ dem eines Regenwurms entspricht.
Meiner Interpretation dieser Aufzählung illustrer Qualitätsmerkmale zufolge steht die Wattebauschfraktion - ich kann mich irren - zusammenfassend für den Staatsfeind Nummer 1 in der traditionellen Hunde-Community. Sie vereinigt in sich alles, was der gute, alte, erzkonservative oder vielfach unaufgeklärte und desinteressierte Gegner auf der anderen Seite des Andreasgrabens, für den ein Hund einfach nur ein Hund ist und dem man zeigen muss, wer der Chef im Hause ist, fürchtet:
Fortschritt, Wissenschaft, das Brechen mit veralteten Erziehungsmethoden, die Entwicklung neuer revolutionärer und bei genauem, emotionslosem und unvoreingenommen Hinsehen höchst erfolgreicher Methoden, und ganz entscheidend und ausschlaggebend: Die Ablehnung jeglicher aversiver Methoden als Erziehungsmaßnahme bei Hunden.

Das Ganze ist ja aber auch tatsächlich ziemlich furchterregend: Denn es geht einher mit der wissenschaftlich belegten Erkenntnis, dass der Hund eindeutigerweise nicht das gleiche Ziel hat wie der Mensch, nämlich sich die Welt untertan zu machen und alles, was schwächer ist als man selber zu dominieren und zu unterdrücken -  was mit einem Schlag die ganze Philosphie der Hundeerziehung der letzten hundert Jahre ad absurdum führt und den Menschen entlarvt: Er muss nicht etwa deshalb gewalttätig erziehen, weil der Hund gewalttätig und aggressiv ist, sondern vielmehr deshalb, weil Gewalt und Aggression eine der ureigensten Charaktereigenschaften des Menschen sind. Nicht gerade schmeichelhaft für die Krönung der Schöpfung, würde ich sagen...
Nein, sowas kommt generell ganz und gar nicht gut an, wenn Mensch feststellen muss, dass das, woran er schon seit Anbeginn der Zeit fest geglaubt hat, plötzlich falsch sein soll. Für den gewohnheitsliebenden und generell gegenüber Veränderungen höchst misstrauischen Menschen sind solcherlei Erkenntnisse so grundfestenerschütternd wie es die infame Behauptung, die Erde sei keine Scheibe, für die Kirche im Mittelalter war. Ja, es ist nur menschlich, dass der Mensch auf alles Neue erstmal mit schärfster Ablehnung reagiert. Und da ist es immer auch ganz gut, ein handfestes Feindbild zu haben.

Doch glücklicherweise gehört es auch zur Natur des Menschen, dass sich anfängliches Misstrauen gegenüber Neuem mit der Zeit abmildert und sogar verfliegt. Wenn der Fluchtinstinkt mal abgeschaltet und endlich das Vorderhirn bemüht wird, haben plötzlich Aufgeschlossenheit und Neugier Raum. Das Umlernen beginnt! Zum Glück, denn sonst säß die Menschheit heute immer noch auf Bäumen statt in Niedrigenergiehäusern, hielten Muttermale für eine Zeichnung des Teufels und rothaarige Frauen für Hexen.

Was ich sagen will: Wir befinden uns zurzeit mitten im Wandel. Der Zorn und der Hass der Vertreter der alten Schule, der den armen Wattebauschschmeißern gerade so heiß und flammend ins Gesicht lodert, ist nichts als ein letztes Aufbäumen, bevor das Feuer zur Glut verlischt. Hehe.
Ihr könnt euch noch so arg wehren, stellt euch drauf ein: Irgendwann wird es ebenso verpönt sein, Hunde durch Angst und Gewalt "erziehen" zu wollen, so wie heutzutage Schläge als legitimes Erziehungsmittel bei Kindern der Geschichte angehören.
Die verspottete Wattebauschfraktion wächst. Irgendwann versteht auch der Letzte, dass gewaltfrei nicht antiautoritär und Konsequenz nicht Strenge bedeutet. Dass man auch ohne Gewalt Grenzen setzen kann und muss. Dass es viel einfacher ist und sogar Spaß macht, einen Hund durch Motivation und Kooperation zu erziehen, als ihn unentwegt zu bestrafen und zu frustrieren. Dass ein Clicker nichts anderes ist, als eine Hilfe, die Vieles vereinfacht und die man sich zu eigen machen kann, aber nicht muss. So wie man sich entscheiden kann, eine Spülmaschine zu kaufen, um zukünftig viel Zeit und Energie zu sparen, oder eben weiterhin per Hand zu spülen, Tonnen von spülmittelgetränktem Wasser den Bach runtergehen zu lassen und rauhe Hände zu bekommen.

Bis dahin ist es freilich noch ein weiter Weg. Und so wird die Wattebauschfraktion weiter Staatsfeind Nummer 1 bleiben und viele Hasstiraden werden auch zukünftig die Foren verseuchen. Ich sage, super! Denn nur, wenn die Wattebäuschchenschmeißer weiterhin das schmerzhafte Furunkel am Hintern bleiben, werden sie auch nicht in Vergessenheit geraten.

Es gilt die Liste von oben also noch unbedingt zu vervollständigen. Die Wattebauschfraktion,
  • das sind die, die niemals aufgeben werden!
  • Ach ja, und die, die unbedingt ihren Namen tanzen... : )

Donnerstag, 10. Januar 2013

Die totale Kontrolle! : )

Man hört und liest es andauernd: Achtung! Wenn der Hund dich auf Schritt und Tritt verfolgt, dann will er dich kontrollieren. Wenn er dir die Pfote aufs Bein legt, dann auch. Und sowieso, Achtung, ganz ganz gefährlich!, wenn er den Kopf auf irgendeines deiner Körperteile - am allerallerschlimmsten womöglich auf deinen Kopf!!! -, legt. Spätestens dann ist die Kontrollausübung schon so weit entwickelt, dass er garantiert kurz vor der Übernahme der Weltherrschaft steht. Wenn er dann auch noch als erster durch die Tür geht - DANN kannste einpacken, dann ist alles zu spät!

Heimtückisch erschlichen: Die totale Kontrolle : )
Dass diese Theorien möglicherweise gar nicht stimmen und verstaubte Weisheiten basierend auf längst überholten und veralteten "wissenschaftlichen" Erkenntnissen sind, tja, woher soll der Hundebesitzer das wissen?
Der ist bei solcherlei Offenbarungen nun zu Recht erstmal mächtig geschockt, verunsichert und ja, ganz sicher auch enttäuscht:
Hat er sich nämlich bisher gar keinen Kopf gemacht und fand das Verhalten seines Hundes sogar niedlich und hat sich gefreut, dass sein Kumpel seine Nähe und den Körperkontakt sucht. Und jetzt will der nur kontrollieren, diese heimtückische Bazille? Das geht natürlich gar nicht! Und sofort werden die Gegenmaßnahmen ergriffen, die der Hundetrainer, TV-Hundeguru oder der Artikel in der monatlichen Hundezeitschrift dringend empfiehlt, um das Schlimmste zu verhindern.

Mann ey, schade, sage ich, da geht ja eigentlich voll Lebensqualität verloren, oder. Dabei könnte es doch so einfach sein!

Statt ständig in Angst vor den Allmachtsbestrebungen des eigenen Hundes zu leben, könntet ihr es euch ja auch zur Abwechslung mal total leicht machen und die Sache anders betrachten:
Will der mich jetzt kontrollieren oder nicht? Diese Frage ist doch eigentlich, jetzt mal ehrlich, scheißwurscht.
Die eigentliche Frage müsste lauten: Das, was der da gerade macht, will ich das, finde ich das akzeptabel oder ist das ein No Go?
Sprich: Geht es mir auf den Keks, wenn mein Hund mir bis aufs Klo hinterher rennt und noch während ich mein Geschäft erledige unter die Klobrille lugt, um meinen Stuhlgang zu beäugen oder finde ich das eigentlich ok, schließlich sehen vier Augen mehr als zwei?
Nervt es mich, wenn mein Hund sich auf dem Sofa auf mich legt, so dass ich kaum noch Luft bekomme, oder, im Gegenteil, gefällt es mir eigentlich recht gut, weil's so schön warm und energiesparend ist und mir der Körperkontakt außerdem irgendwie gut tut?

Und je nach dem wie eure individuelle Antwort lautet, könntet ihr euch guten Gewissens zurücklehnen und euren Hund mal machen lassen oder ihm eben ein alternatives Verhalten antrainieren, das für beide dann die attraktivere, entspanntere Variante darstellt.

Also, ich sage, ab aufs Sofa mit Mann und Maus! Und wenn Hund sich auf euch rekelt und dabei denkt "Poah ey, bin ich heute wieder voll der Kontrolletti", während ihr hingegen denkt "Hach, herrlisch herrlisch gemütlich und warm hier", und ihr dann beide zufrieden und glücklich einschlummert - ist das nicht viel schöner, als immer gleich das Schlimmste zu befürchten? : )