Montag, 18. März 2013

Cesar Millans "Trainingsmethoden" unter Beschuss! : )

In Deutschland zwar nur ein unbekannteres Blatt, aber dennoch ein guter Anfang! Die Vorarlberger Nachrichten berichten sachlich und fundiert über die tierschutzrelevanten Trainingsmethoden des sogenannten Hundeflüsterers Cesar Millan. Respekt!

Ich wünschte, viel mehr Medien würden das Thema aufgreifen und die Konsequenzen und Gefahren seiner tierquälerischen und selbstdarstellerischen Handlungen an Schutzbefohlenen in die breite Masse tragen und so zum Nachdenken anregen.

Jaja, I have a dream...

Ach ja: Ich habe heute leider keine Kommentarfunktion für euch...

Aber dafür den Link zum Artikel! : )


Montag, 4. März 2013

Gibt es Grenzen beim gewaltfreien Hundetraining? : )

Der Killerrüde ratlos : )
Es gibt ja Menschen, die sind total unmusikalisch. So sehr sie sich auch anstrengen, es gelingt ihnen einfach nicht, im Takt zu tanzen oder melodisch zu singen - keine Chance. Fraules beste Freundin in der Schule war so eine: Ein Mathe- und Physikgenie, aber der Gitarrenlehrer schmiss sie eines Tages aus seinem Unterricht, da die von der Freundin bis zur Unkenntlichkeit verunstalteten Allegren und Präludien sein empfindsames Künstlerohr beleidigten. "Gequirlte Scheiße" nannte er ihr Spiel damals erbarmungslos ungnädig.
Das gleiche gilt wohl auch für den Sport: Auch, wenn er noch so viel übt, ein unsportlicher Mensch wird niemals die notwendige Motorik, das Ballgefühl, den Gleichgewichtssinn oder die Körperspannung erlernen können, um seine Ungeschicklich- oder Unbeweglichkeit zu überwinden.
Die armen Tollpatsche, die dauernd über ihre Füsse stolpern oder beim Bodenturnen so grazil wie eine Elfe mit Rüssel über die Matten poltern! Oder denkt nur mal an deutsche Männer, die mit ihrem angeborenen Stock im Hintern versuchen, einen Salsahüftschwung zu erlernen, hihi...
Tja. Mit Intelligenz hat das alles natürlich überhaupt nix zu tun, wie das Beispiel mit Fraules ehemaliger Schulfreundin beweist: Eine Einserkandidatin im Abi, Architekturstudium mit Auszeichnung, aber zeitlebens der Totalausfall in Musik und Sport.

Nun ist gewaltfreies Hundetraining natürlich weder Musik noch Sport, is' klar. Aber nichtsdestotrotz verlangt die Praxis einiges an Grundvoraussetzungen, die sich von denen in der Musik und im Sport gar nicht so sehr unterscheiden: geschickte Koordination, Feinmotorik, genaue Beobachtungsgabe, Schnelligkeit, perfektes Timing, Flexibilität - in gewisser Weise ein Gefühl für Takt und Körper...
Am Anfang tun sich alle schwer: Bis das menschliche Gehirn erst einmal alle Informationen verarbeitet hat, was zu tun ist, warum welche Hand wann was klickern, die Leine halten und das Leckerli rechtzeitig in Reichweite haben sollte - da vergeht durchaus 'ne Weile.
Und manche Abfolgen in der Werkzeugkiste der positiven Verstärkung haben's ja auch echt in sich: Sitz, Klick, Belohnung, Warte, Klick, Belohnung, Hol's, Go Go Go, Klick, Briiiings hiiiier, Zack Zack Zack, Klick, Belohnungspartyyy, yeahhh! Du liebe Zeit!

Bis der Mensch das alles mal perfekt drauf hat und er gelernt hat, selbst die kleinsten Signale des Hundes zu erkennen und zu nutzen, vergehen durchaus Monate! Bis er kapiert hat, wozu der ganze Aufstand - auch. Und bis die entsprechenden Verknüpfungen im Hirn entstanden sind, wie die ganze Theorie im Alltag praktisch um- und eingesetzt werden, wie man verschiedene Werkzeuge kombinieren kann, und bis sich endlich eine gewisse Automatisierung und Routine entwickelt hat, so dass gar nicht mehr nachgedacht werden muss, was wann und wieso getan werden kann, um ein bestimmtes Verhalten abzurufen oder zu unterbrechen, da vergehen mitunter Jahre!

Es steht außer Frage: Menschen und Hunde brauchen ihre Zeit, um zu eingespielten Teams heranzureifen - aber der Weg dorthin macht natürlich sehr viel Spaß durch die vielen kleinen Erfolge, die diesen Weg begleiten.
Doch leider ist es wie es immer ist: Es gibt eben auch hier Ausfälle!
Nämlich die, die echt gewillt sind und sich richtig Mühe geben - aber es einfach nicht umsetzen können.
Die Unmusikalischen, sozusagen.
Die, die über die Leine stolpern, während sie den Klicker in der Tasche suchen. Die, denen ihr Trainer dreimal hintereinander motivierend zuruft "Aaaanker! Jetzt den Aaaaanker!" und die dennoch kein Wort herausbringen, weil sie völlig verpeilt sind und sich ihnen irgendwie auch immer noch nicht der Sinn des Ganzen erschließen will. Die, die immer drei Sekunden zu spät klickern, gerade dann, wenn ihr Hund anfängt, einen anderen anzupöbeln, obwohl er kurz vorher so schön ruhig war und mit dem Klick zur richtigen Zeit hätte perfekt abgeholt werden können.
Das sind die, bei denen die gewaltfreie Hundeerziehung definitiv auf ihre Grenzen stößt - denn der Trainingserfolg wird sich hier nicht so schnell einstellen. Bei unkoordiniertem und chaotischem Einsatz verschiedener Techniken, ist die Gefahr groß, beim Hund das Falsche zu verknüpfen und ihn zu verwirren, da nicht eindeutig mit ihm kommuniziert wird. Er weiß nicht, was von ihm erwartet wird. Mit der Konsequenz, dass er "nicht gehorcht", "macht, was er will", "seinen eigenen Kopf durchdrückt".

Anerkennenswerterweise bleiben trotzdem einige dieser Ausreißer bei der Stange und geben ihr Bestes. Aber "weil der Hund manches einfach nicht lernen will", wird eben doch an der Leine geruckt oder er verbal mal in den Senkel gestellt. Mit viel Glück geht das auch gut - solange die Hunde nachsichtig mit ihren Menschen sind. Wenn man Pech hat, entwickelt der Hund unerwünschte Verhaltensweisen, die man dann sehr gerne der Erziehungsmethode in Rechnung stellt. So nach dem Motto: Jetzt sieht man mal, wohin das führt!

Aber vor allem schade ist es um die anderen, finde ich. Die, die irgendwann gefrustet aufgeben und sagen, "alles scheiße, das klappt eh nicht". Die vielleicht peinlich berührt sind, weil sie spüren, dass sie die Einzigen in einer Gruppe sind, die es nicht auf die Reihe kriegen. Diese Leute versuchen ihr Glück vielleicht lieber beim nächsten Trainer, der ihnen einfache Methoden mit schneller Erfolgsaussicht verspricht: Trainieren ohne Leckerlis, Halsband statt Geschirr für die bessere Leinenführigkeit, ein idiotensicherer Tritt in die Leiste gegen's Zerren oder den Schnauzgriff bei generellem Ungehorsam - ganz ohne Klick, Go Go und Zack Zack.

Man könnte ja jetzt sagen, was soll's, ein bisschen Schwund ist immer. Und ein unmusikalischer oder unsportlicher Mensch ist zu verschmerzen. Das stimmt, der schadet nun wirklich keinem.
Aber ist es auch zu verschmerzen, dass der Hund nun die Unzulänglichkeit seines Menschen ausbaden muss?
Sind diese Fälle wirklich hoffnungslos, oder gibt es nicht vielleicht doch irgendeine Möglichkeit, die scheinbare Grenze des Machbaren zu erweitern?
Wie bringt man einen Chaoten dazu, koordiniert zu handeln? Wie bringt man Ruhe in einen Hektiker, Geduld in einen Ungeduldigen oder Selbstvertrauen in einen unsicheren Menschen?
Wie macht man aus einem unmusikalischen Menschen einen musikalischen?
Ich bin ratlos... : )