Montag, 28. April 2014

Ausschlussdiät: Auf der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen >: [

Das Killerrüdenohr - sexy ist anders : (
Leute, isch hab' Krätze. Dieses Mal nicht wegen irgendeiner Laus, die mir über die Leber gelaufen ist, sondern in echt. Also im übertragenen Sinne in echt. Ich hab' natürlich keine Krätze, aber ich hab' die Juckeritis, was so ziemlich das gleiche ist.

Es juckt mich. Überall am Körper. Seit Wochen. Ich beiße mich, ich kratze mich, ich nage an mir - lautstark, den ganzen Tag und die halbe Nacht.
Mein rechtes Ohr ist seit Wochen dick und fleischig geschwollen. Und von der Kratzerei hab ich noch weniger Haare dran als vorher. Interessanterweise ist das nämlich das Ohr, das mir dieser gefrässige Labbi vor zwei Jahren geschlitzt hat und das Pflaster so fest drauf saß, dass es mir beim Abreißen die Haarwurzeln für alle Zeit enfernt hat (ihr erinnert euch, grumpf!). Jedenfalls hab ich schon seit damals kahle Stellen, die jetzt die Größe eines Fußballfeldes erreicht haben. Ich mach' das jetzt wie so ein glatzköpfiger Opa, der sich die Haare über den Ohren wachsen lässt, um sie sich künstlerisch über die Pläte zu drapieren. Was sollen meine Lausemädchen sagen?

Die Tierärztin sagt: Allergie. Flöhe habe ich keine, auch keine Grasmilben oder ähnliches.
Seit Wochen werde ich nun gebarft. Also, ich meine, allein dafür hat sich die Juckerei schon gelohnt. Ist schon was anderes als dieses Trockenfutter... Rind und Huhn und Möhrchen, Bananen, Salat und lauter so Zeugs. Aber auch das hat keine Besserung gebracht.
Seit wenigen Tagen bekomme ich nun eine Ausschlussdiät. Pferd und Hirse. Ich sage euch, Pferd im Napf, Pferd zwischendurch, Pferd als Leckerli. Hüah! Immerhin ist mein Ohr nicht mehr ganz so geschwollen. Aber es juckt mich immer noch überall. Es kommt in Phasen. Möglicherweise aber nicht mehr ganz so stark wie vorher.

Ich krieg drinnen mein Donnershirt übergestülpt, damit ich mich nicht kratzen kann. Ich habe nämlich durchaus die ein oder andere blutig gekratzte Stelle, was Fraule mordsaufregt. Sie sagt, ich soll mal meinen Verstand walten lassen und mich beherrschen und nicht draufloskratzen, als wär ich ein dummer Hund. Sehr witzig.
Außerdem hab ich Pickel wie so ein Pubibubi. Gehört alles zusammen, sagt die Frau TA. Und müde bin ich auch. Gehen wir Gassi, schlapp ich schlapp hinterher. Ausgelassen Rumfetzen ist gerade nicht mein Ding. Ein trauriges Bild, sagt Herrle. Und Fraule beschwört mich, doch endlich mal wieder Mist zu machen, statt so trübsinnig aus der Wäsche zu schauen. Ihr ist ein reaktiver Hund am Ende doch lieber als das Phlegma, zu dem ich gerade mutiere.

Wir hoffen jetzt darauf, dass die Ausschlussdiät Aufschluss über den Ausschluss gibt. Wir wissen auch, wir müssen durchhalten und geduldig sein. Knallhart. 8 Wochen jeden Tag das gleiche, bis mir das Pferd zu den Ohren rauskommt...

Trotzdem würden mich eure Erfahrungen interessieren.
Hat jemand von euch auch schon mal sowas gehabt? Wann tritt denn in der Regel die erste deutliche Besserung ein? Und was, wenn es gar keine Futtermittelallergie ist? Woher weiß ich denn, dass ich nicht gegen Hausstaub allergisch bin? Und davon gibts hier jede Menge, das kann ich euch versichern! Oder Reinigungsmittel. Oder Futtermilben. Oder es ist etwas ganz anderes! Zu Hülf! Das ist so mühselig!

Also, erzählt mal. Eigentlich weiß ich ja, dass es bei jedem anders ist. Ich will einfach hören, dass ich nicht allein bin und dass am Ende alles wieder gut wird, und ich ganz der Alte bin... Also, baut mich büdde mal ein bisschen auf : )

10 eloquente Meinungen zu dem Quatsch : )

  1. Och Willilein, das tönt ja echt doof. Mein Frauchen hat auch so Juckreiz-Dings. Sie hat deswegen mal einen Allergie-Test machen müssen. Erst neulich auf einem Seminar hat ein Tierarzt gesagt, dass sich das bei Hunden mittlerweile auch über eine Untersuchung des Blutes, bei der die Allergene bestimmt werden können. Soll nicht hundertprozentig sicher sein - aber besser als nix...
    Sag mal, gehst du denn im Moment viel baden? Meine Freundin hatte deswegen mal so einen Ausschlag. Ist ein Labbi-Mädel und legt sich in jede Pfütze... Da hatte sie wohl was aufgeschnappt.
    Ich drück dir auf jeden Fall mal alle Pfoten, dass alles wieder gut kommt. Und so von einem gebarftem Hund zum anderen: Du hast recht, nur schon dafür hat sich das Juck-Dings gelohnt...

    Herzliche Grüsse
    Balou

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  2. ja der Jorkshier Terrier meiner Freundin hat auch seit er klein ist Juckreiz. Keiner hat jemals herausgefunden warum. Er badet ein mal die Woche in Ölbad Das hilft und Cortison nimmt er auch. Und mal fällt das Fell an vielen Stellen aus und wächst wieder nach. Also der quält sich auch mal mehr mal weniger. Inzwischen ist er damit jetzt schon 15 Jahre alt geworden.

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  3. Dem Hund kommt Pferd nicht zu den Ohren raus ;) Haben wir aber auch durch - ohne (großes) Ergebnis. Es sind wahrscheinlich Pollen und noch irgendwas Unbekanntes. Außerdem bekommt Angie an den Innenseiten der Schenkel Juckreiz und etwas Ausschlag wenn sie das falsche Gefuttert hat (bewiesen sind bis jetzt Mören)
    Du weißt erst mal nicht ob es Hausstaub ist. Wenn sich allerdings nach den 8 Wochen keine Besserung eingestellt hat (bei Angie hört das an den Innenseiten der Schenkel nach ca einer Woche auf) dann ist die Ursache eine andere. Und natürlich ist das mühselig. Welche Pollen das sind haben wir nicht raus gefunden (ist uns jetzt nach 3 Jahren eigentlich auch erst mal egal). Wir geben jetzt mit gutem Erfolg Apoquel.

    Futtermilben sind es nicht weil beim Barfen keine Futtermilbenproblematik auftritt (AFAIK ist das wohl überhaupt recht selten in unseren Breiten).

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  4. Ich melde mich auch zu Wort (bin sonst stiller Mitleser und "gefällt mir drücker" ;)
    Ich konnte in den Geschichten immer wieder meinen Whisky-Feger wiederfinden und so auch hier. Vom Gemüt her scheint er ähnlich zu sein (Motto: Mittendrin statt nur dabei) und Hautprobleme hat er auch. Bei ihm hat jeder Tierarzt eine andere Diagnose: Von Grasmilben (die ich noch nie sehen konnte) bis zur Allergie. Wir sind immer wieder ratlos und haben das "Donnershirt" auch zur Hilfe.
    Bei ihm juckt es, sobald Frühling ist und es wird weniger, wenn der Herbst vorbei ist. Ich bin der Meinung, dass er gegen irgendwelche Gräser allergisch ist und habe schon einiges ausprobiert: Nachtkerzenöl, spezielles Futter, jetzt BARF, Sämtliche Hautsprays, Cremes...
    Ich finde mich langsam damit ab, dass es ihn juckt und ich die Ursache (ohne tausend Tierarztbesuche, Spritzen, Hautgeschabsel etc.) nicht sicher feststellen kann.
    Was uns gegen die Juckerei hilft ist Babypuder und ab und an mal mit kaltem Wasser abwaschen.

    Was nach meinem Gefühl für meinen Hund auch eine Ursache sein könnte, ist das "Seelenleben" . Er ist oft hibbelig und baut diesen Stress durch Kratzen oder Knabbern ab.
    Ich denke, ein Zwischending aus Allem wird Grund für sein gejucke sein...

    Ich folge gespannt, ob ihr die Ursache rausfinden könnt und schmeiß für alle Leidensgenossen ne runde Puder ;)

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  5. Ich habe in letzter Zeit so viele Hunde mit Sarcoptesbefall erlebt und die kann man so fürchterlich schlecht feststellen. Das hört sich für mich ganz und gar nicht Nach Futtermittelunverträglichkeit an. Bitte geht zum Hautpezialisten und lasst auf Sarcoptes untersuchen.

    Ich wünsche gute Besserung und hoffe es ist bald vorbei. Gegen den Juckreiz würde ich auch was tun. Als Schuppenflechtepatient kann ich sagen, dass Juckreiz schlimmer ist als Schmerzen. Das macht einen schier wahnsinnig.

    Liebe Grüße!

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    1. morgen lassen wir's testen. was empfiehlst du gegen juckreiz? wir benutzen kokosfett, das tut ganz gut : )

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  6. oh du armer! Juckreiz ist echt eine doofe Sache, ich war mal allergiesch gegen Flohstiche oder wenn ich im Teich gebadet habe. Aber es waren dann nur bestimmte Stellen , und nicht wie bei dir, der ganze Körper :( Mir hat gegen den Juckreiz wunderbar Calendula Tinktur verdünnt geholten. Vielleicht gibt's noch Schwarzkümmelöl oder Nachtkerzenöl mit ins Futter :) Juckreiz, wenn es keine Allergie ist kann auch von überlasteter Niere/Leber kommen. Vielleicht überlegt ihr, wie ihr diese Organe bei der Entgiftung unterstützen könnt. Bei uns gibt es immer wieder Mariendiestelkuren, Brennessel mit ins Futter und Chlorella Algen. Gute Besserung und viele liebe Grüße Maya, freue mich schon auf weitere lustige GEschichten !

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  7. Nachtrag zum alternativen TA Vorschlag: ungewollte Konditionierung nicht vergessen. Kratzen = Aufmerksamkeit vom Menschen.

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  8. Juckreiz ist voll doof !
    Mein Border das regelmäßig aber zum Glück nur sehr eingeschränkt und recht kleinflächig. Meisten sind es nur Flächen im Bereich der äußeren Oberschenkel oder an Schwanz die gekratzt und beknabbert werden. Der Tierarzt riet von weniger im Kanal/Teich/See baden bis zur Ausschlussdiät.
    Mit gelber Rivanol-Lösung (Desinfektion) und einer leichten Hydrocortison-Salbe ist die Juckerei meist recht schnell vorbei.
    Jetzt habe ich aber (zumindest bei meinem Hund) einen direkten Zusammenhang festgestellt.
    Das beginnt meist immer 1-2 Tage nach dem ich das Fell gebürstet habe.
    Seit dem ich mich der verfilzenden Unterwolle nicht mir so intensiv zuwende und Filzknötchen nur noch mit der Schere entferne, ist es sehr viel besser geworden.

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  9. Hallo, bin durch Zufall auf dieser Seite gelandet, da wir auch so ein, bzw. zwei Allergiebündel haben.

    Bei unseren Süßen kommt es wohl durch Dünger und Pestiziede auf den Feldern.
    Wir behandeln sie mit Kokosöl und Apoquel.

    Wir wohnen mitten in der "Wildnis", auf einem Aussiedlerhof; könnte man meinen, dass das super für die Hunde ist. Aber seit der Großbauer umgestiegen ist auf Biogasanlage und nur noch für diese anbaut, haben zwei unserer drei Hunde Allergie.
    Das beginnt beim ersten düngen und endet erst wenn im Herbst das letzte Feld abgeerntet ist.

    So, wünsche Willi alles Gute, vielleicht hat er ja mehr Glück und es ist nur ne Allergie gegen ein bestimmtes Lebensmittel,

    liebe Grüße
    Franzi

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