Dienstag, 30. September 2014

TsD - Die Illuminati der Hundeszene : )

Psssssst, heute plaudere ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen.
Ein paar heiße Insider-Tipps, die blütenreine Wahrheit über die "Trainieren statt Dominieren"-Loge für alle Outsider, damit auch ihr endlich mal aus zuverlässiger Quelle erfahrt, wie es bei den dubiosen Gewaltfreien so zugeht. Denn Gerüchte und Unterstellungen gibt es ja ohne Ende. Aber was davon soll man glauben?
Es gibt ganze Foren in Facebook, die sich speziell zu dem Anlass gegründet haben, nicht nur Dummheit und Unsachverstand zu vereinen, sondern auch darüber zu fabulieren, wie es im innersten Zirkel der TsD wohl aussehen mag. Sehr erheiternd oftmals, allerdings weit weit weg von der Wahrheit!

Für alle Ahnungslosen, ihr wisst ja, TsD, die Wattebauschwerfer, die Antiautoritären, die Lalas, die, die keine Grenzen setzen, die Sozialpädagogen der Hundeszene - das schmerzhafte Furunkel am haarigen Arsch der traditionell verhafteten Hundeerziehung, ihr erinnert euch...

Nun ja. Seit damals ist viel passiert. Und man kann durchaus behaupten, dass sich aus dem kleinen Furunkel eine richtig fiese, eiternde Wunde entwickelt hat, die stinkend vor sich hin schwelt, so dass die traditionelle Hundeszene quasi unmittelbar vor der Amputation steht. Sie ist eigentlich nicht mehr zu halten.
Das TsD Facebook-Forum hat mittlerweile über 7.200 Mitglieder, die Zahl der begeisterten Mitleser und Mitglieder wächst beständig! Es gibt kein Forum weit und breit, in dem so konstruktiv und freundlich miteinander umgegangen wird wie hier. Reiner Fokus auf positives Hundetraining, kein Trainer-Bashing, extrem wenige Beleidigungen und Provokationen, die sogleich freundlich, aber bestimmt von den engagierten Admins im Keim erstickt werden. Die totale politische Korrektness. Eine wahre Kunst in der heutigen anonymisierten Welt der sozialen Netzwerke!
Aber, hahaaaa! Genau DAS ist ja der Trick! Die machen das nicht etwa, weil sie selbstlose Philantrophen wären!
Aus dem locker zusammengewürfelten Haufen gewaltfrei arbeitender Hundetrainer und Initiatoren der Gruppe hat sich nämlich ein streng organisierter Kreis von Sektenadmins herausgebildet, deren Aufgabe es ist, ahnungslose Hundebesitzerseelen mit verständnisvollen Worten einzufangen und in die große "Familie" "einzugliedern".

Wenn ihr wüsstet, wie es da zugeht! Dagegen sind die Zeugen Jehovas kleine Pickel im Gesicht eines pubertierenden 15-Jährigen!
Da die TsD-Sekte aka Grünschleifen, wie sie von den aversiven Hardlinern gerne frustriert genannt werden, aber so verschwiegen und so unglaublich megakonspirativ ist, ist es quasi unmöglich, den weit verzweigten Strukturen und Organisationen auf den Grund zu gehen, und so bleibt Vieles einfach Spekulation:
Wer sind die Anführer dieser Bruderschaft? Oder sind es womöglich gar keine Brüder, sondern Schwestern???

Sicher ist, wer Mitglied bei TsD werden möchte, muss sich einer strengen Aufnahmeprozedur unterziehen. Von Ritualen, Kapuzenmänteln und Dolchen ist die Rede. Die Antragsteller müssen ihr gesamtes Vermögen der TsD überschreiben, weswegen die, ich nenne sie jetzt mal "Illuminati der Hundeszene" so dermaßen gigantisch reich sind, dass die gesamte Hundeweltpopulation lebenslang in Würstchen baden könnte!

Die TsDler arbeiten ehrgeiziger an der Übernahme der Weltherrschaft als der dominanteste Hund im Umkreis. Sie betreiben knallharte Lobbyarbeit, gründen Vereine und Verbände für Hundetrainer und untergraben sukzessive die politischen Parteien unserer demokratischen Ordnung! Es werden Bestechungsgelder an hohe Beamte verteilt und Schutzgelder bei den armen teletaktgebeutelten Hundesport- und Polizeischutzhundevereinen eingetrieben!
Und das krönende Meisterstück ihrer Machenschaften ist die Erfindung der Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Betreibung einer Hundeschule nach Paragraph 11. Jahaaaaa! Kein Werk des Teufels! Ein Werk der TsD, was glaubt ihr denn!!!

Dahinter steckt der perfide, aber überaus geniale Plan, allen gewaltfrei arbeitenden Hundetrainern den Sachkundenachweis zu SCHENKEN und alle nicht sektenkonform arbeitenden Trainer durchfallen zu lassen und für alle Zeit von diesem Planeten zu verbannen! Per Anhalter durch die Galaxie... Ist das nicht durch und durch böse??? 
Und zuletzt ist mir zu Ohren gekommen, dass die TsD auch bei dem Ding mit dem Mond ihre Hände im Spiel hat! : )

So. Jetzt wisst ihr's! Trainieren statt Dominieren - die gefährlichste und mächtigste Sekte, seit es die Illuminati gibt!
Für alle anderen einfach eine Gruppe, in der sich Trainer und interessierte, lernbereite Halter überaus erfolgreich und konstruktiv über das gewaltfreie Training von Hunden austauschen.
Vielleicht ja auch deshalb einfach ein Dorn im Auge derer, die lieber ihre kostbare Zeit damit verplempern, Gerüchte zu streuen und Menschen zu diffamieren, statt ihre Angst vor neuem Wissen zu überwinden und sich endlich mal weiterzubilden.

Dabei hätten wir doch auch für euch gewiss noch ein Plätzchen frei in unserer schwesterlichen Bruderschaft: Ihr könntet zum Beispiel stumm wie ein Wachtturm in der Einkaufspassage unsere TsD-Schleifen verteilen. Jeder fängt mal klein an... : )

Montag, 29. September 2014

Die Pubertät - Und nun? : )

Achtung! Gehirn under construction! : )
Olle Kurt ist nun 6 Monate alt und pubertiert so leise vor sich hin. Der hat plötzlich ganz dicke Eier gekriegt und klappert mit den Zähnen, wenn er an meinem Hintern rumschnüffelt, grumpf. Der unternimmt plötzlich Abenteuertouren auf eigene Faust, und wenn er sich setzen soll, bleibt er stehen und guckt dumm aus der Wäsche, so als wäre "Sitz" Suaheli und nicht das Wort, das er seit seiner Geburt mindestens schon 30.000 Mal gehört und geschätzte 10.000 Mal auch befolgt hat.

Was ist los mit dem? Ist olle Kurt gar nicht mehr olle Kurt, sondern plötzlich ein ganz anderer? Muss ich jetzt Angst kriegen?
Wenn man vielen Büchern und der Meinung vieler Leute glauben soll, dann ja. Dann ist ein pubertierender Hund ungefähr gleichzusetzen mit Lippenherpes oder Hämorrhoiden - hartnäckig und trotz Salben und Tinkturen nur schwer beizukommen.

So hört und liest man, dass in der Welpenzeit ja irgendwie alles pippifax ist und quasi von selber funktioniert: Der Welpe braucht keinen Rückruf, weil er sowieso immer am Bein seines Menschen klebt und ihm hinterher dackelt. Er lernt alle Signale spielend und schnell und ohne zu Murren. In der Pubertät aber, da wird alles anders: Wir kennen plötzlich unseren Namen nicht mehr und verschließen unsere Ohren vor den einfachsten Signalen, die wir vorher begeistert und zuverlässig ausgeführt haben. Wir sind scheinbar an Taubheit erkrankt - zumindest phasenweise. In der Pubertät stellen wir uns gerne stur, sind dickköpfig und testen Grenzen bei unseren Menschen aus. Wir stellen in Frage, wer der Herr im Hause ist! So. Und spätestens jetzt wäre der geeignete Moment, in dem wir eine strengere Hand bräuchten, damit wir gar nicht erst auf dumme Gedanken kämen.

Na ja. Dass olle Kurti manchmal taub zu sein scheint, stimmt. Und dass er draußen manchmal lieber auf Schnüffelkurs geht, statt an der lockeren Leine, das stimmt auch. Dass er aber die Weltherrschaft anstrebt - nein, das ist nicht so. Der weiß, wer hier der Weltherrscher ist! : )

Kurti, müsst ihr wissen, befindet sich gerade in einer Phase der Selbstfindung. Denn Pubertät bedeutet in gewissem Sinne Ablösung und Übernahme von Eigenverantwortlichkeit. Damit geht einher, dass er mutiger wird, aber auch ängstlicher, denn er muss nun selber einschätzen, wer Freund oder Feind ist.
Genaugenommen heißt Pubertät eigentlich nur, dass wir in dieser Zeit die Geschlechtreife erreichen. Die Pubertät ist zu Ende, wenn Kurti endlich regelmäßig sein Bein hebt beim Pinkeln oder die Hündin zum ersten Mal läufig wird. Erwachsen sind die dann aber noch lange nicht!
Denn wovon wir hier eigentlich reden, das ist die sogenannte Jugendentwicklung. Und die dauert zwischen 24 und 35 Monaten (bei großen Hunden). Wir verdanken der Domestikation, dass wir Kinder zeugen können, obwohl wir selber noch grün hinter den Ohren sind. Genau wie bei euch Menschen, hehe... Bei wilden Tieren korrelieren Geschlechtsreife und Jugendentwicklung besser. Aber die sind ja nun auch wirklich auf sich gestellt.

So. Was nun wichtig zu wissen ist, ist, dass in dieser Zeit unser Gehirn bekloppt spielt. Es verändert sich dramatisch! Unser Arbeitsspeicher, das Kurzeitgedächtnis - der sogenannte präfrontale Kortex, der auch für die Impulskontrolle zuständig ist - wird in der Jugendentwicklung messbar kleiner. Es gibt dort weniger Zellen als normalerweise.
Auf der anderen Seite wird der Mandelkern - also der Teil im Hirn, der für Emotionen und Instinkte zuständig ist - größer! Er bekommt mehr Verschaltungen mit der Folge, dass wir leichter erregbar sind und Angst und Aggression leichter ausgelöst werden. Was logisch ist, denn das kann unter Umständen Leben retten. Und das ist wichtig, jetzt, wo wir theoretisch selber auf uns aufpassen müssen...
Wir haben also keine Zeit, lange nachzugrübeln, ob der abgesägte Baumstumpf auf der ansonsten leeren Wiese - der übrigens garantiert erst seit heute da liegt, zumindest haben wir ihn bis dahin noch nie wahrgenomnmen - uns wohlgesonnen ist oder nicht! Da heißt es gucken und reagieren - und zwar alles in einem. Gedacht wird später.

So. Und da wundern wir uns also nun, dass Kurti nicht mehr hört und "Sitz" macht, wo der doch gerade blitzartig entscheiden muss, ob ihm der Baumstumpf ans Leder will? Der arme Kerl, DER KANN GAR NICHT ANDERS als nicht zuzuhören! Kurti ist weder stur noch dickköpfig, noch will der die Weltherrschaft und sich auflehnen! Sein Gehirn ist zurzeit einfach "under construction". Olle Kurti ist die nächsten Monate neuronal out of order! Und dafür kann der nun echt nix. Nach der Jugendentwicklung übrigens werden diese neuronalen Schaltkreise wieder umgebaut. Dann übernimmt der präfrontale Kortex die Führung und die alte Ordnung ist wieder hergestellt.

Aber was bedeutet das jetzt für das Training? Braucht Kurti jetzt wirklich eine strengere Erziehung? Oder sollte man ihn einfach mal machen lassen, schließlich soll er ja nun seine eigenen Entscheidungen treffen?
Wer seinen Hund bis dahin gut trainiert hat und ihm viele wichtige Basics beigebracht hat, der hat eine super Grundlage geschaffen und sollte einfach genauso weitermachen. Die Devise heißt jetzt: Am Ball bleiben! Nicht aufgeben, nicht verzweifeln, nicht sauer werden. Es gibt keinen Grund, den Hund nun härter anzufassen. Trainiert einfach weiter wie bisher. Und wenn der Pubi sich nicht konzentrieren kann, dann brecht halt ab und macht ein anderes mal weiter. Bleibt geduldig und konsequent. Und lächelt! Das hilft. Zumindest eure eigene Laune hochzuhalten...
Und wenn ihr im Hinterstübchen behaltet, welche neurologische Party im Hirn des Hundes da gerade steigt, dann habt ihr das Wissen, das ihr braucht, um das nötige Verständnis aufzubringen zu akzeptieren, dass euer Hund euch gerade des öfteren scheinbar den Stinkefinger zeigt. Er meint es nicht so. Ehrenwort! : )

Donnerstag, 4. September 2014

Das neue Gütesiegel Hundetrainer - der Sachkundenachweis für Hundetrainer nach §11 TschG : )

Tölen, Groupies, Lausemädchen, gute Neuigkeiten! Sperrt die Schlapp-, Kipp- und Stehohren auf!

Wie ihr vielleicht schon gehört habt, brauchen seit dem 1. August 2014 alle Hundetrainer in Deutschland gemäß des Tierschutzgesetzes Paragraph 11 eine Genehmigung vom Veterinärsamt zur gewerbsmäßigen Betreibung einer Hundeschule. Ohne entsprechenden Sachkundenachweis darf der Trainer seine Schotten nun dicht machen. Hurra! Ist das nicht toll?

Von nun an können wir uns endlich darauf verlassen, uns in qualifizierte Hände zu begeben, wenn sich unsere Menschen für die Hundeschule vor Ort entscheiden, um uns ein paar Manieren beizubringen.
Endlich Schluß mit dem unseligen Rangreduktionsgelaber von vor 100 Jahren, kein Hundegeflüster mehr, keine Alpharolle, kein Blechnapfgekloppe und auch keine esoterische Energieverstrahlung. Good bye zum Status Quo: "Du musst dem mal zeigen, wer der Chef ist" oder zu diesem vor Dilettantismus nur so triefenden "Kommunizieren statt Konditionieren"-Ausspruch. Ganz zu Schweigen von der vererbten Rudelstellungssekte, die von jetzt an definitiv Geschichte sein dürfte.
Nur noch wissenschaftlich arbeitende und denkende Hundetrainer, knallharte Lerntheorie und bewiesenes Wissen statt Glaube, Fantasie und Hörensagen. Zum Wohle der Hunde. Das sind doch nun wirklich gute Neuigkeiten!

Wer also die nächste Zeit eine vertrauenswürdige Hundeschule sucht, braucht nur mit dem Finger über die gelben Seiten zu fahren und wahllos "Stop" zu sagen, denn schließlich sind ja bald alle Trainer, die dort aufgelistet stehen, zertifiziert und somit qualifiziert.

Jeder ambitionierte Hundefreund, der sich ungeprüft ein Schild vor die Tür gehängt und auf das er "Hundetrainer" gekrakelt hat, weil er "seit Kindesbeinen an Hunde immer so unheimlich lieb hatte", darf dieses Schild nun wieder abhängen oder muss sich nun einer recht anspruchsvollen Zertifizierungsprozedur unterziehen:
Die Prüfung zum Sachkundenachweis besteht bundesweit in der Regel aus einem Single Choice Test über 50 Fragen aus den Bereichen Ethologie, Welpenentwicklung, Rasseunterschiede, Ausdrucksverhalten, Lernverhalten, Verhaltensprobleme, Recht, Gesundheit und Training. Desweiteren wird der Prüfling einer praktischen Prüfung unterzogen, die aus der Analyse mehrerer Videosequenzen besteht sowie der Durchführung einer Trainingseinheit mit einem oder mehreren Mensch-Hund-Teams - begleitet von einem ausgewiesenen Sachverständigen.
Die Spreu wird vom Weizen getrennt. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, nicht wahr? Ist doch echt super!

Oder?

Fraule sitzt hier und bereitet sich auf die Prüfung vor. Etwas schlecht gelaunt, muss ich sagen. Und dabei spielt nur eine untergeordnete Rolle, dass Fraule bereits zertifiziert ist, was aber natürlich nicht anerkannt wird.
Dass sie eine Ausbildung zur Hundetrainerin absolviert hat, die die Bereiche Kynologie, Ethologie, Neurobiologie, Recht und Gesundheit umfasst und auf Grundlage der modernen Wissenschaften basiert und von namhaften Ausbildern aus Deutschland und der Schweiz durchgeführt wird.
Es ist ihr auch fast egal, dass sie für diese Ausbildung mehrere Tausend Euro bezahlt hat. Ist doch nur Geld. Grumpf.

Es spielt auch keine Rolle, dass sie in den letzten Jahren viele viele teure Weiterbildungen besucht hat und dass natürlich keine einzige davon anerkannt wird.
Nein, egal. Schließlich gilt das für viele Trainer. Jeder hat seine Aus- und Weiterbildungen oder auch nicht gemacht und denkt, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Woher soll das Veterinäramt schließlich wissen, welche Ausbildung was taugt und welche nicht?
Als verantwortungsvoller Vertreter des Staates könnte man das natürlich herausfinden, wenn man seine Aufgabe ernst nehmen würde und Gerechtigkeit walten lassen wollte, indem man einfach die handvoll deutscher Ausbildungsstätten auf Inhalte überprüft. Aber, hach, gut. Gerechtigkeit. Wen juckt das schon, wenn man gerade auf die Schnelle die Chance hat, fett Kohle zu machen mit tausenden Hundetrainern, die mit ihrem Job als Trainer in der Regel eh kaum über die Runden kommen, so dass sich manche guten, aber mittellosen Trainer bereits überlegen, wie sie das Geld zusammen bekommen oder nicht lieber doch gleich in den Sack hauen sollen.

Nein. Das was Fraule tatsächlich die Zornesfalten auf die Stirn zeichnet, sind nicht die 700 Euro, die es kosten wird, "Sachverständige" zu bezahlen, die sie insgesamt vielleicht 2 Stunden prüfen werden. Und auch nicht, dass der Spaß abhängig von den Kommunen der Bundesländer auch für 80 Euro zu haben ist. Es ist ihr auch egal, dass die einzige Ausbildung, die anerkannt wird, die des Hundeerziehers IHK (BHV) ist oder dass die sogenannten "Sachverständigen" Tierärzte mit der Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie sind. Ich meine, wir alle wissen doch, dass ein Tierarzt automatisch auch ein super Hundetrainer ist, oder? So wie ein Kinderpsychologe in jedem Fall auch ein toller Grundschullehrer ist.

Nein. Das alles spielt keine Rolle.
Was aber wirklich dem Unterfangen den Stempel "Farce" aufdrückt, sind die teilweise immer noch veralteten Fragen zum Thema Rudelführung und Ranghierarchien, die sich die "Experten" - und die Vermutung liegt nahe, dass mit Experten die gemeint sind, die seit Jahrzehnten Lobbyarbeit auf dem Gebiet betreiben, nicht aber unbedingt ihre Zeit damit verbracht haben, sich selber weiterzubilden - für den Test ausgedacht haben.
Fraule wird also dort sitzen und mit gesträubten Nackenhaaren gezwungen sein, Antworten anzukreuzen, von denen sie weiß, dass sie schlichtweg falsch oder nur halbwahr sind. Sie wird möglicherweise den Test bestehen, wohlwissend, dass die Antworten zum Teil falsch sind, aber in Expertenkreisen als richtig angesehen werden. Das ist in etwa das Gleiche, als müsse man im Erdkundetest die Frage "Wie flach ist die Erde" beantworten: a) Flach wie eine Scheibe, b) Flach wie eine dicke Scheibe, c) Wie eine viereckige Scheibe oder d) Flach wie eine dicke, viereckige Scheibe.
Wie aussagekräftig mag eine solche Qualifikation sein?

Tja. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die Spreu tatsächlich vom Weizen trennen wird.
Der Grundgedanke ist sicherlich ein guter: Weil es zu viele schwarze Schafe auf dem Markt gibt, die mit tierschutzrelevanten Methoden arbeiten - da sie schlichtweg keine Ahnung von der Materie haben, auch wenn sie seit 30 Jahren in dem Feld arbeiten - müssen sich Trainer nun zukünftig, um dem vorzubeugen, einer recht strengen Prüfung unterziehen.
Dass diese Prüfung in Gestaltung, Ausführung und Kosten allerdings eher fragwürdig erscheint, ist der Haken an der Sache. Dass also zukünftig alle zertifizierten Trainer auch wirklich qualifiziert sein werden, bleibt Wunschdenken. Es wird auch weiterhin Inkompetenz herrschen in vielen von Deutschlands Hundeschulen, in denen auch zukünftig Leinenruck und Alpharolle anempfohlen und Chef und Rudelführung gepredigt werden wird. Und ganz Hartgesottene werden auch ganz sicher immer noch fest überzeugt davon sein zu kommunizieren statt zu konditionieren.

Das trübe Fazit: Die Zertifizierung sagt NICHTS darüber aus, mit welchen lerntheoretischen Werkzeugen ein Trainer Hunde ausbildet und wie qualifiziert er ist. Die Zertifizierung ist KEIN Gütesiegel für Hundetrainer!

Ach, und ganz am Rande sei erwähnt:
Das Gesetz gilt natürlich NICHT für die Vereinsmeier, die ganz ehrenamtlich ihr Unwesen treiben. Im Schutz-, Polizei- und Sporthundeverein ums Eck darf also weiterhin mit Stachler "kommuniziert" werden, ganz wie zu Großvaters schönsten Kasernenzeiten : )