Montag, 22. Dezember 2014

Scheiß auf die gute Erziehung : )


Ich war mal vor langer Zeit bei den Eltern von Fraule zu Besuch. Da begab es sich, dass ich einen anderen Hund auf der Straße anbellte.
Da nahm Fraules Mama Fraule beiseite und sagte tadelnd: "Kind, dein Hund ist aber gar nicht gut erzogen!"

Gestern waren wir spazieren und da kam uns ein Mann entgegen. Fraule rief olle Kurt und mich zu sich, wir kamen und setzten uns neben sie. Da sagte der Mann wohlwollend im Vorbeigehen: "Die sind aber gut erzogen!"

Heute war olle Kurt das erste Mal mit im Büro. Und weil er so furchtbar neugierig ist, hat Fraule ihn durchs Büro schlappen lassen, woraufhin er sich erstmal alle Papierkörbe von innen angeschaut hat.
Der offizielle Bürohund hingegen, der sogar noch etwas jünger ist als Kurt, der macht das nie. Der macht überhaupt nie irgendetwas. Der ist total leise, unauffällig und unaufgeregt. Der zerbeißt nix, der räumt keine Mülleimer aus, der bellt nie und der guckt nie über den Tischrand hinaus, um zu sehen, was die Welt sonst noch so zu bieten hat.
Das ist zwar nicht unbedingt normal für so 'nen kleinen Pimpf, aber die Kollegen waren sich sehr schnell alle einig, dass der Bürohund viel besser erzogen ist als olle Kurt.

Letzte Woche waren wir mal wieder auf Seminar in Oberammergau.
Da waren sehr viele Menschen mit ihren Hunden, denn das Hundesporthotel Wolf ist sehr bekannt für seine Hundeseminare, und so ist dort immer viel los.
In der Eingangsrede der Hotelchefin wird jedes Mal inständig darum gebeten, dass jeder Mensch doch bitte die Hinterlassenschaften seines Hundes entsorgen möge, weil der Ärger mit den Nachbarn ansonsten vorprogrammiert sei - bei ca. 80 bis 120 Hunden, die 2 bis 3 mal täglich ihr Geschäft verrichten, nicht unbedingt ein Wunder. Kotbeutel bekommt man für umsonst natürlich an jeder Ecke. Die Robidogs werden täglich aufgefüllt.
Und trotzdem lässt sich kein Quadratmeter Wiese und Weg finden, der nicht zugeschissen ist. Und sogar auch noch auf dem Hotelgelände. Ganz schön schlecht erzogen, diese Hunde.

Dabei geben sich die Menschen wirklich viel Mühe mit der Erziehung: Da wird geschrien, geschlagen, heruntergedrückt und mit Wurfketten geschmissen, dass man die gute Erziehung quasi winseln hören kann. So viel gute Erziehung wie dieses Jahr, haben wir übrigens noch nie gesehen.

Eine junge, dynamische Trainerin dort lief generell mit ihren drei unangeleinten und geschirr- und halsbandfreien Hunden durch die Gegend, die in alle Richtungen davon stoben, während sie - vielleicht war es ja neu - unentwegt mit ihrem Telefon zugange war. Ihre Hunde rannten fröhlich und frei durchs Hotel und ab und an auch mal in die Zimmer fremder Hunde und ihrer Menschen oder in noch besetzte Trainingshallen hinein, um einfach mal freundlich und gut erzogen hallo zu sagen, während sich weniger gut erzogene Hunde mächtig darüber aufregten.
Die gute Erziehung der Trainerin wiederum hielt sie natürlich von einer Entschuldigung ab. Auch als einer ihrer Hunde eine Freundin ansprang, die gerade ihr Zimmer verlassen wollte, und ihr das Essen aus der Hand klauen wollte, war kein Laut aus dem wohlerzogenen Munde der Trainerin zu hören.

So. Seid ihr jetzt genauso verwirrt wie ich? Dann sag ich mal: Scheiß auf die gute Erziehung! Erstens weiß eh keiner was das ist, zweitens kommen die meisten beschtens ohne aus, weil man drittens damit auch nicht weiter kommt.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein friedliches Fest der Nächstenliebe. Und fühlt euch frei: Wer in der Christmette furzt und der Oma den letzten Sitzplatz unterm Hintern wegklaut, hat das Prinzip verstanden : )

Dienstag, 11. November 2014

Irrationale Angst - Die Verschwörungstheorien zum §11 TschG : )

Heute las ich in Facebook eine neuerliche Apokalypse-Prophezeiung von Thomas Baumann, Ex-Polizeidiensthundeführer- und ausbilder, renommierter Hundetrainer und Fachautor diverser Veröffentlichungen, zu seinem derzeitigen Lieblingsthema "Sachkundenachweis für Hundetrainer gemäß §11 TschG".

Alter, ich sage euch, das Ende naht! Unheilschwanger verkündet er dort nämlich inbrünstig wie Johannes in der Offenbarung den Weltuntergang. Zumindest den aller "andersfarbigen [Hundetrainer]Schafe" und prophezeit uns allen eine düstere Zukunft von Trainer"klonen", die
"geschlossen und wie im Chor verlauten lassen, dass eine moderne Hundeerziehung zwar konsequent aber frei von Zwängen sein muss." 
Ach du Scheiße, das ist echt bitter! Heißt das, Fraule sieht demnächst aus wie Viviane Theby?

Herr Bauman lässt uns leidenschaftlich wissen, dass die Politik und Gesellschaft momentan im sicheren Glauben gelassen wird, dass goldene Zeiten auf uns zu kommen, weil die Brutalos der Szene durch den Paragraphen 11 endlich ausgesiebt werden.
In Wahrheit aber würde alles viel viel viel schlechter werden, weil
"die meisten Prüfungen in den Veterinärämtern auf die reine Konditionierungslehre abzielen und Hundeverhalten auf die Hormone der Vierbeiner und biologisch nachvollziehbare Mechanismen heruntergebrochen [würde]."
Demnächst würden nur noch operante Konditionierungsautomaten durch die Gegend laufen, weil den meisten "modernen" Hundetrainern nicht mal klar wäre - diese Idioten, echt! - dass das Miteinander von Mensch und Hund hauptsächlich mal auf
"Liebe, Zuneigung, Sympathie, Antipathie, Autorität, Kooperation, Interaktion, Kommunikation, Empathie und vor allem Intuition"
basiere, dies aber nicht abprüfbar sei, weswegen man sich auf die Wissenschaft konzentriere.

Seine Weltuntergangsdepression gipfelt dann in der Behauptung:
"Aus dem sozial hochintelligenten Hund wird eine funktionale Kreatur gestaltet, deren Zukunft alles andere als rosig sein wird."
Mööönsch Thomas, jetzt reicht's dann aber doch mal, oder? Bisher war ich ja eher amüsiert, aber jetzt frag ich mich langsam, welche Pilze dir diesen Trip verpasst haben?

Zeit meines Lebens wurde ich konsequent, aber frei von "Zwängen" erzogen. Du hast jetzt leider versäumt in deinem Verschwörungspamphlet das Wort "Zwang" ein bisschen genauer zu definieren. Daher nehme ich mir jetzt mal die Freiheit zu interpretieren, dass du mit "Zwang" eigentlich aversives Einwirken meinst. Oder "autoritativ"? Ist doch auch so ein Wort, das du gerne magst.
Ebenso wie du mit "andersfarbigen" Schafen Trainer meinst, die sich nicht der gewaltfreien Erziehung verschrieben haben, sondern Strafe (und Achtung, jetzt kommt doch glatt wieder die operante Konditionierung ins Spiel, denn wir reden doch hier eindeutig über positive und negative Strafe und negative Verstärkung, oder?) als adequates Mittel der Erziehung betrachten.
Ich werde jedenfalls ohne diese Art "Zwänge" trainiert. Bin ich deshalb eine funktionale Kreatur, die lieblos erzogen wurde? Wen willst du hier beleidigen?
Glaubst du, meine Erziehung sei frei von Sympathie, Zuneigung, Kooperation, Interaktion, Kommunikation, Empathie und Intuition, nur weil ich gewaltfrei und ohne aversive Einwirkung trainiert werde?
Was ist denn das für ein unprofessioneller und unsachlicher Schwachsinn, mit dem du die Leute da aufwiegeln willst? Schließt denn das eine das andere so aus?

Möönsch Thomas, ehrlich mal, nenn das Kind doch beim richtigen Namen: Dich stört doch eigentlich, dass die Anwendung aversiver Methoden nicht mehr gesellschaftsfähig sein soll. Das zumindest lese ich zwischen deinen Zeilen.
Das hat mit dem Prüfungsinhalt allerdings rein gar nix zu tun. Dort wird nur fachliches Wissen abgefragt - wie das so üblich ist in Prüfungen. Und es wird versucht, ein gewisser Standard einzuführen und zu erhalten. Auch normal im Ausbildungsbereich, nüsch wohr nüsch?

Und wir sind uns doch einig, dass jeder Trainer sein Grundhandwerk beherrschen sollte, so wie jeder Tierarzt auch wissen sollte wie ein Organismus funktioniert, nicht? Das schließt doch aber nicht aus, mit Herz und Seele und allem, was du sozioemotionale Intelligenz nennst, seine Arbeit zu verrichten?!

Weißt du, deine ganze unattraktive Rumheulerei lässt eigentlich nur den einen Schluss zu: Du hast volle Kanne Schiss! Rein wissenschaftlich betrachtet - or Mann ey, schon wieder Wissenschaft - ist Schiss immer irrational. Insofern sind deine haarstreubenden Gedankengänge ja auch irgendwie noch erklärbar.
Ja, man könnte echt den Eindruck bekommen, dir ginge der Arsch auf Grundeis. Du hast Angst, dass du mit deinem sozioemotionalem Dingsbums nicht weiter kommst. Und lassen wir jetzt einmal dahin gestellt sein, was du damit genau meinst. Vor allem in Hinblick auf die von dir erwähnte Integration verhaltensauffälliger Hunde, bei denen laut deiner Meinung die Konditionierungslehre ja versagt. Das nährt irgendwie auch wieder den Verdacht, dass du eigentlich nur die positive Verstärkung meinst und ein Befürworter der positiven Strafe bist. Aber huch, jetzt sind wir ja schon wieder mitten in der verhassten Konditionierungslehre! Oder vielleicht im sozioemotionalen Bereich der Autorität und Intuition? ; )

Aber pass uff, alter Knabe, ich hätte da mal einen heißen Tipp:
Statt Lobbyismus und Verschwörung zu unterstellen und Unfrieden zu stiften, einfach mal Klappe halten, hinsetzen und lernen - so wie das zur Zeit bundesweit hunderte, wenn nicht tausende Trainer und Trainerinnen tun, die ebenfalls nicht das Glück hatten, ihre Ausbildung - so sie denn eine haben - anerkannt bekommen zu haben.
Mit zunehmendem Wissen wird dein Selbstbewusstsein wieder wachsen und deine Prüfungsangst kleiner werden. Du wirst merken, dass alles nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und dass in der Prüfung nur Wissen abgefragt wird, auf das sich jeder völlig gleichberechtigt vorbereiten kann. Stell dir vor, ich kenne sogar gewaltfrei (= auf positiver Verstärkung basierend) arbeitende Trainer, die bei CANIS ihre Prüfung abgelegt haben. Naaa? Das ist jetzt nicht gerade etwas geschenkt zu bekommen, wenn sich der Wattebauschwerfer in die Höhle des Blechnapfschwingers traut, oder.

Und die gute Nachricht: Nichts in der Welt wird dich nach bestandener Prüfung davon abhalten können, weiterhin "Liebe" und "Intuition" in dein Training einfließen zu lassen. So wie das jeder empathische Trainer tut, denn selbst der leidenschaftlichste Logiker und Mathmatiker ist letztlich nur ein Mensch. Das gilt sogar für die lobbyistischen Verbands- und Organisationsschweine mit wattebauschschmeißendem Hintergrund!

Also, immer locker bleiben! Trotz vielfacher Mahnung ging die Welt im Jahr 2000 auch nicht unter. Muttu keine Angst haben, Hase... : )

Dienstag, 4. November 2014

Die machen das schon unter sich aus... : )

Olle Kurt kriegt einen drauf : )
Manchmal verschlägt es Fraule ja die Sprache. Sonst immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, aber manchmal vernagelt wie ein Bretterverschlag. Natürlich immer genau dann, wenn's gerade mal wichtig wäre, das Maul aufzumachen. Aber sich dann lieber vorführen lassen wie ein dummes Schulmädchen. Hach Fraule, manchmal erwarte ich einfach mehr von dir!

Da war die mit olle Kurt unterwegs in einem Laden für Hundezeug. Normalerweise schon mal nicht Usus bei uns, das Ganze hatte einen Trainingshintergrund. Also Kurti schön an der Leine, wie es sich gehört, sonst wär der mal in jedes Regal gesprungen zum Gucken. Der Laden ansonsten kundenfrei und sehr ruhig.

Fraule unterhält sich gerade nett und entspannt mit der sehr sehr netten Ladenbesitzerin, da kommt ein unangeleinter AmStaff-Boxer-Verschnitt-oder-was-auch-immer - zunächst mal ohne Besitzer - langsam, aber zielstrebig in den Laden gestiefelt.
Fraule denkt, "huuuch", und geht mit olle Kurtle mal besser ums Eck. Der herrenlose Köter latscht interessiert hinterher, Fraule kriegt einen dezenten Schweißausbruch und sieht irgendwie schon den Laden zu Bruch gehen.
Da kommt dann endlich, betont langsam, der Besitzer in den Laden getrottet und statt seinen Hund zurückzurufen und anzuleinen, fängt er fröhlich und gutgelaunt an, im jovialen Tonfall darüber zu dozieren, dass alles ganz easy wäre und die Hunde das schon machen würden. Fraule solle mal locker bleiben, schließlich seien das "nur Hunde" - was auch immer er damit hat sagen wollen.

Der 7 Monate alte Kurt, der an der Hundedame in aufkeimender Testosteronausschüttung sehr interessiert war, fängt natürlich an, an ihr rumzuschnüffeln, und die Lady versteift sich prompt. Wohlgemerkt, all das auf engem Ladenraum. Fraule wirds wärmer.
Sie denkt sich, "Ok, Zeit, die Biege zu machen" und ruft Kurt rum. Der Typ, betont auf lässig und den Ich-bin-der-Flüsterer-vom-Bodensee machend, doziert von oben herab weiter, dass ja alles ganz cool wäre und seine Hündin jetzt gleich halt mal Bescheid geben würde. Was natürlich justamente auch passiert, denn olle Kurt, vom pubertären Leichtsinn angetrieben, war der leinenlosen, viel zu nahen Hundedame zu aufdringlich.
Der Typ ganz stolz lamentierend, wie toll seine Hündin das doch mache, und Fraule, um Contenance bemüht, nur ein - unbemerkt - ironisches "Wenn Sie meinen" rausquetschend.
Aus Rücksicht vor der netten Ladenbesitzerin und im Hinterstübchen die Warnung herumirrend, dass man als Trainerin einen Ruf zu verlieren hat, also immer schön geschmeidig bleiben sollte, sagte sie daher nichts weiter und trat rasch den Rückzug an.

So. Zum Glück muss ICH ja nicht geschmeidig bleiben. Deshalb mal Folgendes:
Dieses allwissende Dummgeblubber von wegen "Die regeln das schon!" geht mir und vor allem Fraule mal ganz mächtig auf die Eier. Spackos! Na klar regeln wir das unter uns, aber oft genug nicht unbedingt zum Wohle der Schwächeren, oder?!
Abgesehen davon will sich bei uns in der Familie keiner von irgendwelchen selbsternannten Hundeexperten aufoktroyieren lassen, wann hier wer was unter sich regelt! Fraule bestimmt - was uns angeht - wann wer was regelt! Sie hat den Erziehungsauftrag, nicht irgendwelche dahergelaufenen unangeleinten Hundetanten! Sie macht sich ein Bild, sie schätzt die Lage ein, sie entscheidet, wieviel Hundekontakt gut tut und wann, und sie wird sich diese Entscheidung nicht von wildfremden Klugscheißern abnehmen lassen. Na gut, in dem Laden schon - Totalausfall -, aber das kommt sicher nicht noch einmal vor, versprochen!

Es mag ja ungemein sophisticated sein, mit einem unangeleinten, noch dazu großen Hund durch die Stadt zu latschen. Eine ziemlich männliche Attitüde übrigens: Gugge, ich Rudelführer, mein Hund ohne Leine und so, uga-uga... WOW, die Welt kreist nur um dich! Wir sind total beeindruckt!
Aber statt dieser prästeinzeitlichen Ich-habe-den-Längsten-Demonstration würde es diesen Profilneurotikern tatsächlich gut zu Gesicht stehen, Respekt und Anstand zu wahren und ihre Tölen einfach ohne viel Aufhebens und bescheiden anzuleinen - aus Rücksicht auf andere angeleinte (!) Hunde und ihre Halter in der Nähe oder vielleicht auch nur deshalb, weil sich andere Menschen beim Anblick eines unangeleinten Hundes unwohl fühlen könnten. Egal ob draußen und schon gar drinnen auf engem Raum!

Übrigens: Wäre ICH in dem Laden gewesen und nicht olle Kurt, hätte ich mal gezeigt, wer tatsächlich den Längsten hat. Ist klar, oder? : )

Freitag, 24. Oktober 2014

"Unmöglich und aggressiv": Hund apportiert Meerschweinchen - eine wahre Geschichte : )

(c) Augsburger Allgemeine
Mit dem richtigen Outfit wäre das nicht passiert! : )
Eine dumme wahre Geschichte. Wirklich. Ganz dumm.
In einer Tierarztpraxis schnappt sich ein Kumpel, nennen wir ihn mal E., im Angesicht einer bummsvollen Tierarztpraxis ganz vorsichtig ein Meerschweinchen, das seine Leute in einem offenen Schuhkarton in einer ebenso offenen Plastiktüte auf den Boden der Praxis gestellt hatten, während das Fraule von E. damit beschäftigt war, E.'s Behandlung zu bezahlen und konzentriert im Kleingeld zu kramen.

Als E.'s Fraule ihren Hund schließlich mit dem Meerschweinchen im Maul entdeckt, rutscht ihr natürlich augenblicklich das Herz in die Hose. Geistesgegenwärtig ruft sie ihm "Pfui" zu, und sogleich lässt der gut erzogene, gutmütige Kerl das Meerschweinchen fallen, wofür er dann auch ordentlich gelobt wird. Glücklicherweise ist E. kein Terrier, sondern ein Hund, dessen Beutefangverhalten sich aufs Orten und Hetzen beschränkt, sonst wäre die Geschichte vermutlich etwas anders ausgegangen. Nun, geortet hat er, Hetzen war hier ja nicht nötig, also hat er gleich mal den nächsten Schritt ausprobiert und zaghaft zugepackt - wann bekommt man schon diese Chance im echten Hundeleben?

Das Meerschweinchen sah von außen völlig unbeschadet aus, genauere Untersuchungen ergaben aber schließlich drei gebrochene Rippen. Nun muss man dazu sagen, dass mein Kumpel immerhin 32 Kilo auf die Waage bringt und ein weiches Maul auch erstmal erlernt werden muss...

E.'s Fraule war jedenfalls ganz fertig. Sie hatte ein mordsschlechtes Gewissen und natürlich großes Mitleid mit dem armen Tierchen.
Der Anruf der Tierärztin am Abend - denn E.'s Fraule wollte natürlich unbedingt wissen, wie es dem Schweinchen erging - war wenig erfreulich: Zwar wird es wieder ganz gesund werden, aber die Tierärztin war wohl so angesäuert ob dieser Ungeheuerlichkeit, dass sie das Gespräch nicht beenden wollte, ohne E.'s Fraule ordentlich zusammenzufalten:
E.'s Verhalten sei völlig "umöglich" gewesen, behauptete sie empört, und sie (also E.'s Fraule) hätte ihren Hund nicht im Griff, und er könne ja nicht mal bei Fuß gehen. Sie könne froh sein, diesen Hund zu haben, denn er wäre der einzige auf der ganzen weiten Welt, mit dem sie überhaupt klar kommen könne, mit jedem anderen wäre sie mit absoluter Sicherheit komplett überfordert. Und der absolute Gipfel sei gewesen, dass sie ihn auch noch gelobt hätte statt ihn für sein Verhalten zu maßregeln - so nur einige der Vorwürfe, die E.'s Fraule zu hören bekam. Abschließend empfahl ihr die Tierärztin im gleichen Atemzug und ins vertrauliche Du übergehend dringend ihre eigene Hundeschule zu besuchen mit dem wichtigen Hinweis, dass sie die einzige Trainerin im Umkreis sei, der es gelingen würde, aggressive Hunde zu "resozialisieren". Ein Wort übrigens, das seit Cesar Millan eine ganz neue Dimension an Bedeutung erlangt hat.

Mein Kumpel, muss man wissen, ist ein sehr sehr gutmütiger Kerl. Er war mal ein spanischer Straßenhund, der dann in einem Tierheim in Süddeutschland saß und vor fünf Jahren mit seinen Menschen hier endlich das große Los gezogen hat.
Die erziehen ihn nämlich völlig gewaltfrei mit der Liebe, Geduld und dem Sachverstand, der ihn zu dem sozialisierten und in die Gesellschaft integrierten Kumpel gemacht hat, der er heute ist. Er ist ein total gechillter Hund, den ich nur völlig unaufgeregt durch die Gegend schlappen sehe. Er kommt mit den allermeisten Hunden klar (ich meine, einen Erzfeind haben wir ja alle, oder?) oder geht gewöhnlich denen aus dem Weg, die er nicht leiden mag. Er ist freundlich zu Menschen, er liebt und vertraut seinen Leuten, ist vollkommen verhaltensunauffällig, ja, fast scheint er mir manchmal irgendwie einfach nur dankbar dafür zu sein, dass er es so gut angetroffen hat. Mein Kumpel ist körperlich topfit, geistig ausgelastet und ist tatsächlich einer der ganz wenigen Hunde, die ich kenne, bei denen eine Hundeschule rausgeschmissenes Geld wäre.

Was ich nicht genau weiß, ist, wie man auf die Idee kommen kann, dass E. sich "unmöglich" benommen hätte. Wie kann sich ein Hund überhaupt "unmöglich" benehmen? "Unmögliches" Benehmen ist eine Attitüde des Menschen.
E. hat sich wie ein Hund benommen. Was möglicherweise daran liegen könnte, dass er ein Hund ist. Wir wollen mal nicht vergessen, dass wir Hunde im Laufe der Domestikation von den Menschen (!) in der Regel alle für irgendeine Form des Jagens gezüchtet wurden. Woher sollen wir nun wissen, dass das Zeigen von Jagdverhalten in einer Arztpraxis nicht gesellschaftsfähig ist?
Wäre bekannt gewesen, dass E. gerne in Arztpraxen Meerschweinchen apportiert, ich bin sicher, sein Fraule hätte ihn gut trainiert, das besser nicht zu tun. Allerdings hat mein Kumpel an diesem Tag zum allerersten Mal in seinem Leben überhaupt ein Meerschweinchen gesehen - und war entzückt! Ein zappelnder Dummy!

Vielleicht hätte sich E.'s Fraule nicht so aufs Geldzählen konzentrieren sollen, sondern auch auf ihren Hund, der bisher an der Stelle noch nie etwas anderes getan hat, als neben ihr zu stehen und geduldig zu warten. Vielleicht hätte das Päärle, dem das Meerschweinchen gehörte, den Schuhkarton besser mit einem Deckel verschlossen und die Tüte nicht auch noch offen auf den Boden einer Tierarztpraxis gestellt - in der ja womöglich nicht ganz ausgeschlossen ist, dass die ein oder andere meerschweincheninteressierte Spezies herumschnüffeln könnte. Vielleicht hätte E.'s Fraule ein Antijagdtraining besuchen sollen, in weiser Voraussicht, dass ihr Hund irgendwann im Leben gewiss mal ein Meerschweinchen in einer Arztpraxis apportieren wird. Vielleicht, vielleicht, vielleicht...

Dumme Dinge geschehen. Shit happens. Und das Meerschweinchen ist echt 'ne arme Sau, keine Frage.
Aber wenn eines sicher ist, dann das: Mein Kumpel ist nicht "unmöglich" oder gar aggressiv. Er hat getan, was ein Hund tun muss, wenn er es nicht besser weiß.
Eine Tierärztin und schon gar Hundetrainerin sollte so etwas wissen. Sie sollte auch wissen, dass Jagdverhalten nicht über Maßregelung in den Griff zu bekommen ist, sondern ein genetisch verankertes Verhalten ist, das nur über ein geduldig aufgebautes Antijagdtraining in kontrollierte Bahnen gelenkt werden kann. Sie sollte auch wissen, dass wenn sie schon maßregelt, dann auch das zu maßregelnde Verhalten gemaßregelt werden muss und nicht das Verhalten danach. Wäre mein Kumpel fürs Ausgeben bestraft worden, würde er zukünftig hoffentlich keine Meerschweinchen mehr ausgeben, sondern gleich runterschlucken.

Und zu guter letzt sollte ein Mensch, der sein Geld mit Kunden verdient auch wissen, wie man mit Kunden umgeht. Sonst wird er nämlich am eigenen Leib erfahren, was es heißt, gemaßregelt zu werden: Wenn die Kunden dann nämlich ausbleiben. So wie E.s Fraule ab sofort. Ja, manchmal haben Maßregelungen tatsächlich sogar lerneffektive Folgen und wirken strafend: Das Verhalten wird nicht mehr oder weniger gezeigt. Da sind sie wieder, die unumstößlichen Gesetze der Lerntheorie... : )

Dienstag, 7. Oktober 2014

Die Definition von Wahnsinn... : )

Genie und Wahnsinn liegen manchmal
weiter auseinander als man glaubt : ) 
"Ich hab's positiv probiert, aber es funktioniert nicht."
Ein Satz, den man immer mal wieder hört.
Menschen fummeln mit Leckerlis vor der Nase ihres Hundes rum, und trotzdem kläfft der und benimmt sich wie Godzilla. "Ist doch 'n Scheiß, dieser Wattebauschmist. Taugt nix. Ich zieh' dem lieber eine mit der Leine über. Hilft zwar auch nix, aber Strafe muss sein."

"Jahrelang machen die Wattebauschwerfer rum am Problemverhalten ihrer Hunde und kommen keinen Millimeter weiter", so hört und liest man auch des öfteren.
Dass das natürlich auch für die Leinenrucker und Rangordnungsfreunde gilt, wird schnell mal vergessen. Ein Leben lang wird geruckt und als erster durch die Tür dominiert, ohne sich je zu fragen, warum man etwas so konsequent tut, ohne dass es einen Fortschritt bringen würde.

Wie sagte einst Einstein? "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten". Hehe, wahr! Und so typisch Mensch. Der schafft es glatt noch, die Gesetze der Lerntheorie außer Kraft zu setzen. Na ja, vielleicht gelten diese Gesetze ja nur für die intelligenteren der Spezies. Aber müssten die Dummen dann nicht längst ausgestorben sein? Irgendwas stimmt doch hier nicht...

Egal. Es wird also schnell mal die Flinte ins Korn geschmissen und behauptet, "alles Scheiße, das mit den Leckerlis".
Dabei kann es natürlich unendlich viele Gründe geben, warum etwas nicht so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Falsche Zielsetzung, falsch gewählte Trainingswerkzeuge, falsche Anwendung, falsche Belohnung, falscher Trainer, gar kein Trainer (falscher Geiz), falscher Ehrgeiz und und und...
Häufig müsste man vielleicht nur an ein paar kleinen Schrauben drehen, und schon würde es besser klappen.
Es scheint aber viel leichter zu sein, an der Gewaltschraube zu drehen und den Stachler auszupacken (der richtig angewandt keine Tierquälerei ist, las ich neulich), statt sich zu überlegen, welche Bedingungen man ändern müsste, um das erwünschte Verhalten auf Basis von Überzeugung und Freiwilligkeit zu erhalten.

Und nur mal angenommen: Selbst, wenn man alles richtig machte, tatsächlich alle Möglichkeiten ausschöpfte und trotzdem nicht weiterkäme, rechtfertigte das auf aversive Methoden zurückzugreifen, gemäß dem Motto: "Ich habe alles probiert, jetzt habe ich keine andere Wahl mehr, als zu maßregeln?" (Wie erfolgversprechend diese Art des "Trainings" dann ist, wollen wir jetzt mal außen vor lassen.)

Nur mal so gefragt: Wenn ein Mensch eine Schraube locker hat und zum Psychoanalytiker geht, um sich behandeln zu lassen, der dann nach Monaten oder Jahren einen Entwicklungsstillstand konstatiert, was passiert dann? Wird der Psycho dann mal so lange verhauen, bis die Schraube wieder festsitzt?
Ich denke nicht. Vielleicht wird der Analytiker gewechselt, gesundheitliche Probleme ausgeschlossen, Medikamente verabreicht, ein Umgebungswechsel empfohlen oder die Macke einfach akzeptiert.
Und im Falle einer Gefährdung der Allgemeinheit wird der Psycho in die Geschlossene eingewiesen und weitertherapiert - ein Leben lang! Mitnichten wird er dort aber in Eisbäder gesetzt, in Zwangsjacken gestopft, isoliert oder Elektroschocktherapien ausgesetzt. Das war früher. Experten haben zwischenzeitlich herausgefunden, dass Eisbäder keine psychischen Erkrankungen zu lindern oder heilen vermögen, haben dem Wahnsinn getrotzt und entsprechende Veränderungen in Form neuer Behandlungsmethoden herbeigeführt - die, siehe da, in vielen Fällen auch neue Ergebnisse brachten!

Bei einem Hund wird sich diese Mühe natürlich nicht gemacht. Man erwartet, dass ein verhaltensgestörter Hund schnell erfolgreich therapiert, auf neudeutsch auch "resozialisiert", werden kann - auf die eine oder andere Art: "Und bist du nicht willig, so nehm ich Gewalt...".
Der Hund hat kein Recht auf seine Psychose. Und nach seiner Kindheit und familiären Umständen fragt auch keiner. Der muss funktionieren, sonst kommt er weg. Ohne lebenslange Therapie!

Ja, vielleicht bleiben tatsächlich alle Versuche vergebene Liebesmüh, und der Psycho bleibt ein Psycho. Dann wäre in der Tat eine individuelle Grenze erreicht. Und zwar eine persönliche Grenze des Halters, Trainers oder Therapeuten. Eine Begrenztheit des Wissens (denn noch hat die Wissenschaft nicht alle Geheimnisse des Säugetierorganismus aufgedeckt) oder der Fähigkeiten sollte aber fairerweise keine Gewaltanwendung am Hund rechtfertigen! : )

Dienstag, 30. September 2014

TsD - Die Illuminati der Hundeszene : )

Psssssst, heute plaudere ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen.
Ein paar heiße Insider-Tipps, die blütenreine Wahrheit über die "Trainieren statt Dominieren"-Loge für alle Outsider, damit auch ihr endlich mal aus zuverlässiger Quelle erfahrt, wie es bei den dubiosen Gewaltfreien so zugeht. Denn Gerüchte und Unterstellungen gibt es ja ohne Ende. Aber was davon soll man glauben?
Es gibt ganze Foren in Facebook, die sich speziell zu dem Anlass gegründet haben, nicht nur Dummheit und Unsachverstand zu vereinen, sondern auch darüber zu fabulieren, wie es im innersten Zirkel der TsD wohl aussehen mag. Sehr erheiternd oftmals, allerdings weit weit weg von der Wahrheit!

Für alle Ahnungslosen, ihr wisst ja, TsD, die Wattebauschwerfer, die Antiautoritären, die Lalas, die, die keine Grenzen setzen, die Sozialpädagogen der Hundeszene - das schmerzhafte Furunkel am haarigen Arsch der traditionell verhafteten Hundeerziehung, ihr erinnert euch...

Nun ja. Seit damals ist viel passiert. Und man kann durchaus behaupten, dass sich aus dem kleinen Furunkel eine richtig fiese, eiternde Wunde entwickelt hat, die stinkend vor sich hin schwelt, so dass die traditionelle Hundeszene quasi unmittelbar vor der Amputation steht. Sie ist eigentlich nicht mehr zu halten.
Das TsD Facebook-Forum hat mittlerweile über 7.200 Mitglieder, die Zahl der begeisterten Mitleser und Mitglieder wächst beständig! Es gibt kein Forum weit und breit, in dem so konstruktiv und freundlich miteinander umgegangen wird wie hier. Reiner Fokus auf positives Hundetraining, kein Trainer-Bashing, extrem wenige Beleidigungen und Provokationen, die sogleich freundlich, aber bestimmt von den engagierten Admins im Keim erstickt werden. Die totale politische Korrektness. Eine wahre Kunst in der heutigen anonymisierten Welt der sozialen Netzwerke!
Aber, hahaaaa! Genau DAS ist ja der Trick! Die machen das nicht etwa, weil sie selbstlose Philantrophen wären!
Aus dem locker zusammengewürfelten Haufen gewaltfrei arbeitender Hundetrainer und Initiatoren der Gruppe hat sich nämlich ein streng organisierter Kreis von Sektenadmins herausgebildet, deren Aufgabe es ist, ahnungslose Hundebesitzerseelen mit verständnisvollen Worten einzufangen und in die große "Familie" "einzugliedern".

Wenn ihr wüsstet, wie es da zugeht! Dagegen sind die Zeugen Jehovas kleine Pickel im Gesicht eines pubertierenden 15-Jährigen!
Da die TsD-Sekte aka Grünschleifen, wie sie von den aversiven Hardlinern gerne frustriert genannt werden, aber so verschwiegen und so unglaublich megakonspirativ ist, ist es quasi unmöglich, den weit verzweigten Strukturen und Organisationen auf den Grund zu gehen, und so bleibt Vieles einfach Spekulation:
Wer sind die Anführer dieser Bruderschaft? Oder sind es womöglich gar keine Brüder, sondern Schwestern???

Sicher ist, wer Mitglied bei TsD werden möchte, muss sich einer strengen Aufnahmeprozedur unterziehen. Von Ritualen, Kapuzenmänteln und Dolchen ist die Rede. Die Antragsteller müssen ihr gesamtes Vermögen der TsD überschreiben, weswegen die, ich nenne sie jetzt mal "Illuminati der Hundeszene" so dermaßen gigantisch reich sind, dass die gesamte Hundeweltpopulation lebenslang in Würstchen baden könnte!

Die TsDler arbeiten ehrgeiziger an der Übernahme der Weltherrschaft als der dominanteste Hund im Umkreis. Sie betreiben knallharte Lobbyarbeit, gründen Vereine und Verbände für Hundetrainer und untergraben sukzessive die politischen Parteien unserer demokratischen Ordnung! Es werden Bestechungsgelder an hohe Beamte verteilt und Schutzgelder bei den armen teletaktgebeutelten Hundesport- und Polizeischutzhundevereinen eingetrieben!
Und das krönende Meisterstück ihrer Machenschaften ist die Erfindung der Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Betreibung einer Hundeschule nach Paragraph 11. Jahaaaaa! Kein Werk des Teufels! Ein Werk der TsD, was glaubt ihr denn!!!

Dahinter steckt der perfide, aber überaus geniale Plan, allen gewaltfrei arbeitenden Hundetrainern den Sachkundenachweis zu SCHENKEN und alle nicht sektenkonform arbeitenden Trainer durchfallen zu lassen und für alle Zeit von diesem Planeten zu verbannen! Per Anhalter durch die Galaxie... Ist das nicht durch und durch böse??? 
Und zuletzt ist mir zu Ohren gekommen, dass die TsD auch bei dem Ding mit dem Mond ihre Hände im Spiel hat! : )

So. Jetzt wisst ihr's! Trainieren statt Dominieren - die gefährlichste und mächtigste Sekte, seit es die Illuminati gibt!
Für alle anderen einfach eine Gruppe, in der sich Trainer und interessierte, lernbereite Halter überaus erfolgreich und konstruktiv über das gewaltfreie Training von Hunden austauschen.
Vielleicht ja auch deshalb einfach ein Dorn im Auge derer, die lieber ihre kostbare Zeit damit verplempern, Gerüchte zu streuen und Menschen zu diffamieren, statt ihre Angst vor neuem Wissen zu überwinden und sich endlich mal weiterzubilden.

Dabei hätten wir doch auch für euch gewiss noch ein Plätzchen frei in unserer schwesterlichen Bruderschaft: Ihr könntet zum Beispiel stumm wie ein Wachtturm in der Einkaufspassage unsere TsD-Schleifen verteilen. Jeder fängt mal klein an... : )

Montag, 29. September 2014

Die Pubertät - Und nun? : )

Achtung! Gehirn under construction! : )
Olle Kurt ist nun 6 Monate alt und pubertiert so leise vor sich hin. Der hat plötzlich ganz dicke Eier gekriegt und klappert mit den Zähnen, wenn er an meinem Hintern rumschnüffelt, grumpf. Der unternimmt plötzlich Abenteuertouren auf eigene Faust, und wenn er sich setzen soll, bleibt er stehen und guckt dumm aus der Wäsche, so als wäre "Sitz" Suaheli und nicht das Wort, das er seit seiner Geburt mindestens schon 30.000 Mal gehört und geschätzte 10.000 Mal auch befolgt hat.

Was ist los mit dem? Ist olle Kurt gar nicht mehr olle Kurt, sondern plötzlich ein ganz anderer? Muss ich jetzt Angst kriegen?
Wenn man vielen Büchern und der Meinung vieler Leute glauben soll, dann ja. Dann ist ein pubertierender Hund ungefähr gleichzusetzen mit Lippenherpes oder Hämorrhoiden - hartnäckig und trotz Salben und Tinkturen nur schwer beizukommen.

So hört und liest man, dass in der Welpenzeit ja irgendwie alles pippifax ist und quasi von selber funktioniert: Der Welpe braucht keinen Rückruf, weil er sowieso immer am Bein seines Menschen klebt und ihm hinterher dackelt. Er lernt alle Signale spielend und schnell und ohne zu Murren. In der Pubertät aber, da wird alles anders: Wir kennen plötzlich unseren Namen nicht mehr und verschließen unsere Ohren vor den einfachsten Signalen, die wir vorher begeistert und zuverlässig ausgeführt haben. Wir sind scheinbar an Taubheit erkrankt - zumindest phasenweise. In der Pubertät stellen wir uns gerne stur, sind dickköpfig und testen Grenzen bei unseren Menschen aus. Wir stellen in Frage, wer der Herr im Hause ist! So. Und spätestens jetzt wäre der geeignete Moment, in dem wir eine strengere Hand bräuchten, damit wir gar nicht erst auf dumme Gedanken kämen.

Na ja. Dass olle Kurti manchmal taub zu sein scheint, stimmt. Und dass er draußen manchmal lieber auf Schnüffelkurs geht, statt an der lockeren Leine, das stimmt auch. Dass er aber die Weltherrschaft anstrebt - nein, das ist nicht so. Der weiß, wer hier der Weltherrscher ist! : )

Kurti, müsst ihr wissen, befindet sich gerade in einer Phase der Selbstfindung. Denn Pubertät bedeutet in gewissem Sinne Ablösung und Übernahme von Eigenverantwortlichkeit. Damit geht einher, dass er mutiger wird, aber auch ängstlicher, denn er muss nun selber einschätzen, wer Freund oder Feind ist.
Genaugenommen heißt Pubertät eigentlich nur, dass wir in dieser Zeit die Geschlechtreife erreichen. Die Pubertät ist zu Ende, wenn Kurti endlich regelmäßig sein Bein hebt beim Pinkeln oder die Hündin zum ersten Mal läufig wird. Erwachsen sind die dann aber noch lange nicht!
Denn wovon wir hier eigentlich reden, das ist die sogenannte Jugendentwicklung. Und die dauert zwischen 24 und 35 Monaten (bei großen Hunden). Wir verdanken der Domestikation, dass wir Kinder zeugen können, obwohl wir selber noch grün hinter den Ohren sind. Genau wie bei euch Menschen, hehe... Bei wilden Tieren korrelieren Geschlechtsreife und Jugendentwicklung besser. Aber die sind ja nun auch wirklich auf sich gestellt.

So. Was nun wichtig zu wissen ist, ist, dass in dieser Zeit unser Gehirn bekloppt spielt. Es verändert sich dramatisch! Unser Arbeitsspeicher, das Kurzeitgedächtnis - der sogenannte präfrontale Kortex, der auch für die Impulskontrolle zuständig ist - wird in der Jugendentwicklung messbar kleiner. Es gibt dort weniger Zellen als normalerweise.
Auf der anderen Seite wird der Mandelkern - also der Teil im Hirn, der für Emotionen und Instinkte zuständig ist - größer! Er bekommt mehr Verschaltungen mit der Folge, dass wir leichter erregbar sind und Angst und Aggression leichter ausgelöst werden. Was logisch ist, denn das kann unter Umständen Leben retten. Und das ist wichtig, jetzt, wo wir theoretisch selber auf uns aufpassen müssen...
Wir haben also keine Zeit, lange nachzugrübeln, ob der abgesägte Baumstumpf auf der ansonsten leeren Wiese - der übrigens garantiert erst seit heute da liegt, zumindest haben wir ihn bis dahin noch nie wahrgenomnmen - uns wohlgesonnen ist oder nicht! Da heißt es gucken und reagieren - und zwar alles in einem. Gedacht wird später.

So. Und da wundern wir uns also nun, dass Kurti nicht mehr hört und "Sitz" macht, wo der doch gerade blitzartig entscheiden muss, ob ihm der Baumstumpf ans Leder will? Der arme Kerl, DER KANN GAR NICHT ANDERS als nicht zuzuhören! Kurti ist weder stur noch dickköpfig, noch will der die Weltherrschaft und sich auflehnen! Sein Gehirn ist zurzeit einfach "under construction". Olle Kurti ist die nächsten Monate neuronal out of order! Und dafür kann der nun echt nix. Nach der Jugendentwicklung übrigens werden diese neuronalen Schaltkreise wieder umgebaut. Dann übernimmt der präfrontale Kortex die Führung und die alte Ordnung ist wieder hergestellt.

Aber was bedeutet das jetzt für das Training? Braucht Kurti jetzt wirklich eine strengere Erziehung? Oder sollte man ihn einfach mal machen lassen, schließlich soll er ja nun seine eigenen Entscheidungen treffen?
Wer seinen Hund bis dahin gut trainiert hat und ihm viele wichtige Basics beigebracht hat, der hat eine super Grundlage geschaffen und sollte einfach genauso weitermachen. Die Devise heißt jetzt: Am Ball bleiben! Nicht aufgeben, nicht verzweifeln, nicht sauer werden. Es gibt keinen Grund, den Hund nun härter anzufassen. Trainiert einfach weiter wie bisher. Und wenn der Pubi sich nicht konzentrieren kann, dann brecht halt ab und macht ein anderes mal weiter. Bleibt geduldig und konsequent. Und lächelt! Das hilft. Zumindest eure eigene Laune hochzuhalten...
Und wenn ihr im Hinterstübchen behaltet, welche neurologische Party im Hirn des Hundes da gerade steigt, dann habt ihr das Wissen, das ihr braucht, um das nötige Verständnis aufzubringen zu akzeptieren, dass euer Hund euch gerade des öfteren scheinbar den Stinkefinger zeigt. Er meint es nicht so. Ehrenwort! : )

Donnerstag, 4. September 2014

Das neue Gütesiegel Hundetrainer - der Sachkundenachweis für Hundetrainer nach §11 TschG : )

Tölen, Groupies, Lausemädchen, gute Neuigkeiten! Sperrt die Schlapp-, Kipp- und Stehohren auf!

Wie ihr vielleicht schon gehört habt, brauchen seit dem 1. August 2014 alle Hundetrainer in Deutschland gemäß des Tierschutzgesetzes Paragraph 11 eine Genehmigung vom Veterinärsamt zur gewerbsmäßigen Betreibung einer Hundeschule. Ohne entsprechenden Sachkundenachweis darf der Trainer seine Schotten nun dicht machen. Hurra! Ist das nicht toll?

Von nun an können wir uns endlich darauf verlassen, uns in qualifizierte Hände zu begeben, wenn sich unsere Menschen für die Hundeschule vor Ort entscheiden, um uns ein paar Manieren beizubringen.
Endlich Schluß mit dem unseligen Rangreduktionsgelaber von vor 100 Jahren, kein Hundegeflüster mehr, keine Alpharolle, kein Blechnapfgekloppe und auch keine esoterische Energieverstrahlung. Good bye zum Status Quo: "Du musst dem mal zeigen, wer der Chef ist" oder zu diesem vor Dilettantismus nur so triefenden "Kommunizieren statt Konditionieren"-Ausspruch. Ganz zu Schweigen von der vererbten Rudelstellungssekte, die von jetzt an definitiv Geschichte sein dürfte.
Nur noch wissenschaftlich arbeitende und denkende Hundetrainer, knallharte Lerntheorie und bewiesenes Wissen statt Glaube, Fantasie und Hörensagen. Zum Wohle der Hunde. Das sind doch nun wirklich gute Neuigkeiten!

Wer also die nächste Zeit eine vertrauenswürdige Hundeschule sucht, braucht nur mit dem Finger über die gelben Seiten zu fahren und wahllos "Stop" zu sagen, denn schließlich sind ja bald alle Trainer, die dort aufgelistet stehen, zertifiziert und somit qualifiziert.

Jeder ambitionierte Hundefreund, der sich ungeprüft ein Schild vor die Tür gehängt und auf das er "Hundetrainer" gekrakelt hat, weil er "seit Kindesbeinen an Hunde immer so unheimlich lieb hatte", darf dieses Schild nun wieder abhängen oder muss sich nun einer recht anspruchsvollen Zertifizierungsprozedur unterziehen:
Die Prüfung zum Sachkundenachweis besteht bundesweit in der Regel aus einem Single Choice Test über 50 Fragen aus den Bereichen Ethologie, Welpenentwicklung, Rasseunterschiede, Ausdrucksverhalten, Lernverhalten, Verhaltensprobleme, Recht, Gesundheit und Training. Desweiteren wird der Prüfling einer praktischen Prüfung unterzogen, die aus der Analyse mehrerer Videosequenzen besteht sowie der Durchführung einer Trainingseinheit mit einem oder mehreren Mensch-Hund-Teams - begleitet von einem ausgewiesenen Sachverständigen.
Die Spreu wird vom Weizen getrennt. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, nicht wahr? Ist doch echt super!

Oder?

Fraule sitzt hier und bereitet sich auf die Prüfung vor. Etwas schlecht gelaunt, muss ich sagen. Und dabei spielt nur eine untergeordnete Rolle, dass Fraule bereits zertifiziert ist, was aber natürlich nicht anerkannt wird.
Dass sie eine Ausbildung zur Hundetrainerin absolviert hat, die die Bereiche Kynologie, Ethologie, Neurobiologie, Recht und Gesundheit umfasst und auf Grundlage der modernen Wissenschaften basiert und von namhaften Ausbildern aus Deutschland und der Schweiz durchgeführt wird.
Es ist ihr auch fast egal, dass sie für diese Ausbildung mehrere Tausend Euro bezahlt hat. Ist doch nur Geld. Grumpf.

Es spielt auch keine Rolle, dass sie in den letzten Jahren viele viele teure Weiterbildungen besucht hat und dass natürlich keine einzige davon anerkannt wird.
Nein, egal. Schließlich gilt das für viele Trainer. Jeder hat seine Aus- und Weiterbildungen oder auch nicht gemacht und denkt, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Woher soll das Veterinäramt schließlich wissen, welche Ausbildung was taugt und welche nicht?
Als verantwortungsvoller Vertreter des Staates könnte man das natürlich herausfinden, wenn man seine Aufgabe ernst nehmen würde und Gerechtigkeit walten lassen wollte, indem man einfach die handvoll deutscher Ausbildungsstätten auf Inhalte überprüft. Aber, hach, gut. Gerechtigkeit. Wen juckt das schon, wenn man gerade auf die Schnelle die Chance hat, fett Kohle zu machen mit tausenden Hundetrainern, die mit ihrem Job als Trainer in der Regel eh kaum über die Runden kommen, so dass sich manche guten, aber mittellosen Trainer bereits überlegen, wie sie das Geld zusammen bekommen oder nicht lieber doch gleich in den Sack hauen sollen.

Nein. Das was Fraule tatsächlich die Zornesfalten auf die Stirn zeichnet, sind nicht die 700 Euro, die es kosten wird, "Sachverständige" zu bezahlen, die sie insgesamt vielleicht 2 Stunden prüfen werden. Und auch nicht, dass der Spaß abhängig von den Kommunen der Bundesländer auch für 80 Euro zu haben ist. Es ist ihr auch egal, dass die einzige Ausbildung, die anerkannt wird, die des Hundeerziehers IHK (BHV) ist oder dass die sogenannten "Sachverständigen" Tierärzte mit der Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie sind. Ich meine, wir alle wissen doch, dass ein Tierarzt automatisch auch ein super Hundetrainer ist, oder? So wie ein Kinderpsychologe in jedem Fall auch ein toller Grundschullehrer ist.

Nein. Das alles spielt keine Rolle.
Was aber wirklich dem Unterfangen den Stempel "Farce" aufdrückt, sind die teilweise immer noch veralteten Fragen zum Thema Rudelführung und Ranghierarchien, die sich die "Experten" - und die Vermutung liegt nahe, dass mit Experten die gemeint sind, die seit Jahrzehnten Lobbyarbeit auf dem Gebiet betreiben, nicht aber unbedingt ihre Zeit damit verbracht haben, sich selber weiterzubilden - für den Test ausgedacht haben.
Fraule wird also dort sitzen und mit gesträubten Nackenhaaren gezwungen sein, Antworten anzukreuzen, von denen sie weiß, dass sie schlichtweg falsch oder nur halbwahr sind. Sie wird möglicherweise den Test bestehen, wohlwissend, dass die Antworten zum Teil falsch sind, aber in Expertenkreisen als richtig angesehen werden. Das ist in etwa das Gleiche, als müsse man im Erdkundetest die Frage "Wie flach ist die Erde" beantworten: a) Flach wie eine Scheibe, b) Flach wie eine dicke Scheibe, c) Wie eine viereckige Scheibe oder d) Flach wie eine dicke, viereckige Scheibe.
Wie aussagekräftig mag eine solche Qualifikation sein?

Tja. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die Spreu tatsächlich vom Weizen trennen wird.
Der Grundgedanke ist sicherlich ein guter: Weil es zu viele schwarze Schafe auf dem Markt gibt, die mit tierschutzrelevanten Methoden arbeiten - da sie schlichtweg keine Ahnung von der Materie haben, auch wenn sie seit 30 Jahren in dem Feld arbeiten - müssen sich Trainer nun zukünftig, um dem vorzubeugen, einer recht strengen Prüfung unterziehen.
Dass diese Prüfung in Gestaltung, Ausführung und Kosten allerdings eher fragwürdig erscheint, ist der Haken an der Sache. Dass also zukünftig alle zertifizierten Trainer auch wirklich qualifiziert sein werden, bleibt Wunschdenken. Es wird auch weiterhin Inkompetenz herrschen in vielen von Deutschlands Hundeschulen, in denen auch zukünftig Leinenruck und Alpharolle anempfohlen und Chef und Rudelführung gepredigt werden wird. Und ganz Hartgesottene werden auch ganz sicher immer noch fest überzeugt davon sein zu kommunizieren statt zu konditionieren.

Das trübe Fazit: Die Zertifizierung sagt NICHTS darüber aus, mit welchen lerntheoretischen Werkzeugen ein Trainer Hunde ausbildet und wie qualifiziert er ist. Die Zertifizierung ist KEIN Gütesiegel für Hundetrainer!

Ach, und ganz am Rande sei erwähnt:
Das Gesetz gilt natürlich NICHT für die Vereinsmeier, die ganz ehrenamtlich ihr Unwesen treiben. Im Schutz-, Polizei- und Sporthundeverein ums Eck darf also weiterhin mit Stachler "kommuniziert" werden, ganz wie zu Großvaters schönsten Kasernenzeiten : )  

Mittwoch, 6. August 2014

Das ZDF proudly presents: Michael Grewe - der Blechnapfklopper wird gesellschaftsfähig : )

DAGEGEN! >: []
Ich dachte ja eigentlich, mit unserer berühmt-berüchtigten Hundeflüstererin Maja Nowak (ich berichtete, ihr erinnert euch), die sich selber als bekennende Cesar Millan Anhängerin bezeichnet und seit Neuestem auch in der etwas undurchschaubaren, aber geldeinbringenden Rudelstellungspampe mitrührt, hätte das ZDF bereits mächtig ins Klo gegriffen, möglicherweise aber aus seinen Fehlern gelernt und sich eines Besseren besonnen. Widerstand gab's schließlich genug wegen dieser Dummfugsendung und Aufklärung zu finden wäre ein leichtes gewesen. Und so dachte ich, naiv wie ich bin, das ZDF würde nun ganz sicher seiner Rechercheverpflichtung nachkommen und sich endlich auf den neuesten Stand des modernen Hundetrainings bringen, bevor es die nächste Hundeexpertensendung ausstrahlte - mit der heutzutage ja offensichtlich richtig dicke Kohle zu machen ist, sonst würden sich die hehren Öffentlich-Rechtlichen sicher nicht auf das Niveau der gemeinen Volksverdummungssender herablassen.

Doch was soll ich sagen? Was müssen meine trüben Augen heute entsetzt entdecken und können kaum glauben, was sie da lesen?

Canis Mitbegründer und Inhaber Michael Grewe, Hundetrainerausbilder, beliebter Hundeschulenbesitzer, der auf "Klarheit" und "Begrenzung" setzt, aber damit eigentlich meint, dass das gelegentliche und beherzte Druffkloppen auf Hundeköpfe eine notwendige Erziehungsmaßnahme darstellt,  soll nun tatsächlich seine Chance bekommen, beim ZDF in einem neuen Sendungsformat beratend mitzuwirken.
Jaaaa, genau der Michael Grewe: Stets propagiert von und tief im Redaktionsarsch des größten Hundemagazin Deutschlands steckender Hundefachmann, jedem spätestens und bestens bekannt aus der sogenannten "Blechnapfaffäre", die ihm immerhin eine nicht ganz unwesentliche Anzeige wegen tierschutzrelevantem Verhaltens einbrachte (und noch nicht vom Tisch ist, soweit mir das bekannt ist) und ihn das ein oder andere Pöstchen in diversen Expertenkommittees kostete.

Ich muss sagen, als ich davon hörte, dachte ich zunächst an eine Ente. Irgendso ein Spaßvogel hatte sich gewiss das Sommerloch zunutze gemacht und eine provozierende Lüge in die Welt gesetzt, um sich nun genüßlich zurückzulehnen und zuzusehen, wie sich alle die Haare raufen würden.
Doch nein, es scheint tatsächlich zu stimmen. Das ZDF sucht noch Freiwillige, die bei dem neuerlichen Schwachsinn mitmachen sollen, bei dem Herr Grewe als "Berater" zur Verfügung steht. Wehe dem armen Welpen und dem erwachsenen Probanden, die zurzeit noch gesucht werden, um schließlich den Methoden des "Beraters" ausgesetzt zu werden...

Das Ganze soll ein 45-minütiger Dokumentarfilm werden, in dem weltbewegende Fragen wie: "Wie genau kennen wir den Hund tatsächlich? Was tut er in unbeobachteten Momenten? Ist seine Zuneigung echt oder gespielt? Woran zeigt sich die Fähigkeit des Hundes, eine intensive Beziehung mit dem Menschen einzugehen?" beantwortet werden sollen.

Nun ja, zumindest die letzte Frage kann Herr Grewe sicherlich sehr gut beantworten: Wer einmal ordentlich mit dem Blechnapf verhauen wurde, besitzt automatisch die Fähigkeit eine sehr sehr intensive Beziehung mit dem Menschen einzugehen, da ihm das Weglaufen in der Regel ja verwehrt wird.

Für alle, bei denen sich jetzt auch die Nägel aufrollen, gibt es eine Petition, die sich gegen diese Dokumentation ausspricht.
Also, Kläffer, Tölen Deutschlands und eure Menschen: Fletscht die Zähne! Unterschreibt!
Ja, vielleicht bringt's auch wieder nichts, das kann sein. Aber ungeachtet dessen kann es ja wohl auch nicht sein, diese ungeheuerliche Ungerechtigkeit kommentarlos zu ertragen, oder? >: []

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Nachtrag, 6.8.2014
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Die Produktionsfirma der Dokumentation lässt über die Petition wissen, dass Michael Grewe nicht mehr im Boot sitzt. Ich sage mal so: ES GIBT DOCH NOCH GERECHTIGKEIT! Das ging verdammt schnell! : )

Freitag, 27. Juni 2014

Hundeerziehung in 3 Minuten und Rudelstellungen für Familien <: ]

VLH oder AUHBH? : )

TOLL! TOLL, TOLL, TOLL! In 3 Minuten kein Leinezerren mehr! Und wer sich rechtzeitig anmeldet, bekommt sogar noch Geld geschenkt!
Habt ihr solche Anzeigen auch schon gelesen?
Habt ihr auch schon mal gelesen: Sofortkredit zu 0% Zinsen? Oder: 15 Kilo in 3 Tagen?
Und was sagt euch dazu euer Wohlstandsbauchgefühl???

Ich finde die Veranstalter solcher Seminare ja echt clever. Da erfindet ein helles Köpfchen irgendeine neue markengeschützte "Methode", die am besten natürlich in 3 Minuten selbst beim dümmsten Horst funktioniert - wie zum Beispiel Schläuche schmeißen - und schon kommen alle Schäfchen angetrippelt und zücken ihr Portemonnaie. Mähhhhh!
Und der Veranstalter reibt sich die Hände und streicht mit Pokermine die Kohle ein.
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Besonders erhellend finde ich ja dieses vererbte Rudelstellungsgedöns. Bisher habe ich noch nix darüber geschrieben, weil ich ja nun wirklich nicht jede Spinnerei kommentieren muss. Jedoch, mir scheint langsam, dass diese Spinnerei eine recht große Anhängerschaft zu haben scheint, die zu Unglaublichem bereit ist.

Da kursiert zurzeit der Bericht einer Dame durchs Netz, die (sehr mutig übrigens) davon erzählt, wie sie sich gespannt zu einem Seminar bei unserer allseits beliebten singenden Hundeflüstererin Maja Nowak anmeldete (um ihre Energie zu spüren), die dann aber - wie auch immer diese Allianz zustande kam, die echt für sich spricht - Barbara Ertel im Schlepptau hatte, die sich auf der Bühne des Geschehens gleich mal als allervorderster Leitexperte (AVL) bewies und ihre nixnutzige Gehilfin Frau Nowak auf den ihr zustehenden Rang des alleruntersten HaltdieFresseAssis (AUHFA) verwies und so drei Tage lang Unterirdisches seinen Lauf nahm.
Ich meine, dass Maja Nowak drei Tage lang so gut wie nichts sagen durfte, finde ich persönlich jetzt mal gar nicht so unschade. Nur, was tun, wenn die Pest besiegt wurde aber die Cholera wütet?

Es scheint also so zu sein, dass gar nicht wenige Menschen bereit sind, einen Haufen Geld dafür zu zahlen, sich im höchsten Maße unfreundlich und ruppig behandeln zu lassen, das Wort verboten zu bekommen und für jede kritische Nachfrage gemobbt zu werden. Und das schafähnliche Hinterhergetrappel der Geläuterten hinter ihrem allervordersten Leitwolf (AVLW) - der sich nicht mal die Mühe macht, einen Schafspelz umzuhängen - gipfelt schließlich tatsächlich in der Bereitschaft einiger Teilnehmer, einen Teil ihrer Hunde abgeben oder tauschen zu wollen, weil diese unnützen Tölen die Stellungen im perfekten Rudel stören und verkomplizieren würden, wie von Frau Ertel gottgleich und unangefochten in ihrer allumfassenden Herrlichkeit konstatiert. Zweifel ausgeschlossen und durch kasernentonähnliche Befehlssalven im Keim erstickt. Die Hunde müssen weg, wenn die Anarchie nicht heraufbeschworen werden will!

Ich sage euch, Leute, wäre es nicht so traurig, dass ihr Menschen offensichtlich immer irgendeinen schillernden Rattenfänger braucht, dem ihr hinterherdackeln dürft, man könnte sich glatt zu Tode amüsieren über so viel Dämlichkeit einerseits und Gewieftheit andererseits.
Und ich ziehe mein Atze-Schröder-Toupet vor jedem der dann doch auf sein Bauchgefühl hört und vor allem seine Zweifel laut verkündet!

Ich hoffe ja, dass es dieses Rudelstellungsprinzipdingens demnächst auch mal für Familien gibt. Dann könnte man elegant sein nervtötendes aber minderbemitteltes zweites vorderes Leitkind (NMZVLK), das mit dem ersten vorderen hochbegabten Leitkind (EVHBLK) ja nun gar nicht kompatibel ist und nur Ärger macht, gegen ein mittleres oder hinteres Bindekind (MoHBK) eintauschen oder wahlweise gegen eine schicke Topfpflanze (STP).
Und schon wär alles schön, die perfekte Familienstruktur geschaffen und die Harmonie hergestellt. Vielleicht müsste man dann nur noch den fußballbekloppten Alten (FBBA) loswerden oder zur ersten gebährfreudigen, aber aus dem Leim gegangenen Leitmama (EGFADLGLM) noch eine zweite knackige Nachrangfrau (ZKNRF) dazuholen. Oder so ähnlich. Wär das nix? : )

Donnerstag, 5. Juni 2014

Kurt - der schwarze Piranha : )

Ich habe ein neues Lieblingsspieli! Das heißt Kurt. Kurt ist das geilste Spieli, das ich je hatte: Es kann von selber hüpfen und rennen wie der Teufel. Und es quiescht sehr originell, wenn ich draufbeiße : )
Noch habe ich das Quietschi nicht aus Kurt herausgepopelt - normal eine meiner ersten Amtshandlungen. Das liegt aber nur daran, dass ich noch nicht ganz geortet habe, wo sich das Teil genau befindet. Ich bin noch mitten in der Eruierungsphase...

Das einzige, was ein bisschen nervt an meinem neuen Spielzeug ist, dass es ziemlich spitze Zähne hat, grumpf! Und so kann es passieren, dass es mir am Pippimann hängt wie ein schwarzer Piranha!

So. Und damit kämen wir eigentlich auch schon zur wahren Wahrheit der Geschichte... Der einzige, der hier Grund zum Quietschen hat, bin ich. Ich gestehe. Dieses Ding setzt mir echt zu, und ich muss all meine Autorität zusammenkratzen, die ich bisher nie hatte, um mal ernst genommen zu werden.

Ich warte auf den Tag, dass es wieder auszieht. Kann ja nicht mehr lange dauern oder warum gibt man sich das freiwillig? : )






Dienstag, 27. Mai 2014

Fraule hat das Wort: Über Sarcoptesräude, Mottenfraß, Durchfall und große Verzweifelung - Eine nervenaufreibende Odyssee >: [

Weil Fraule in der letzten Zeit keine besonders gute Zeit hatte - dank mir, übrigens -, bin ich mal so freundlich, und überlasse ihr ausnahmsweise meinen Blog, denn sie will auch mal was sagen.
Keine Sorge, das wird nicht zur Gewohnheit werden. Also dann, Fraule, Feuer frei... : )


Sehr freundlich, danke! ; )

Da ich mit Willi nun in den letzten Wochen und Monaten eine wirklich harte Zeit hinter mir habe und trotz intensiver Bemühungen nicht viele Erfahrungsberichte im Internet zu finden sind, habe ich mal versucht, den Ablauf dieser Odyssee zu rekapitulieren für alle, denen es ähnlich ergehen mag und für deren Sorgen und Nöte ich tiefstes Verständnis habe und Emphatie empfinde, denn Krankheiten, die sich in Länge ziehen und sich nicht eindeutig einordnen lassen, sind extrem energieraubend, und man befindet sich pausenlos auf einer Achterbahn der Gefühle: Von tiefster Verzweifelung und Sorge, über Wut und Resignation bis hin zu kämpferischen Durchhalteparolen, vagen Hoffnungsschimmern und vorsichtiger Freude ist alles dabei.

Ich bin natürlich auch verwöhnt. Mein Hund hatte bisher eigentlich nie etwas Schlimmes - nichts, was nicht in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehörte. Bis dato hat er alles gut vertragen, hatte keine Allergien, keine Flöhe, keine Milben und vor allem eine super Verdauung.
Erst, wenn das nicht mehr so ist, weiß man übrigens, was man an einer regelmäßigen Verdauung hat!

Ich dachte, wie schon öfters, fälschlicherweise, dass mein Hund gesundheitlich robust ist und ihn nix so schnell umhaut, bzw. er über gute Selbstheilungskräfte verfügt.
Im August wird er 4 Jahre alt. Also noch zu jung, um so müde und lustlos durch die Gegend zu laufen.

Bis Anfang März bekam er Zeit seines Lebens hochwertiges Trockenfutter. Letztes Jahr im Herbst ungefähr habe ich erstmals eine Futterumstellung von dem Schweizer Produkt "Fresh" von Allfarm auf Platinum vorgenommen, da beide Produkte fast identisch waren, sich die Zusammensetzung von "Fresh" jedoch zwischenzeitlich zum Nachteil verändert hatte (der Fleischanteil war drastisch reduziert worden). Interessanterweise fühlte ich mich damals damit aber schon nicht mehr besonders wohl, ich hörte von Plastikabfällen im Futter, die ich zwar selber nie gesehen habe, aber ich merkte meine langsame Ablehnung gegen Trockenfutter allgemein wachsen. Trotzdem kam für mich frisch zu füttern nicht in Frage. Weil ich Angst hatte vor einer Menge Aufwand und auch, Fehler zu machen.

Im Verlauf von Willis Leidensweg begann ich dann notgedrungen zu BARFEN.
Seit März dann kamen eine Menge Dinge zusammen: diverse Futterumstellungen, verschiedenste Medikamente, hoher Stress durch mehrere Tierarztbesuche. Es ist natürlich immer die Frage, warum Dinge genau dann passieren, wenn sie passieren.
Aber ich glaube tatsächlich, bei Willi war irgendwann das Faß so voll mit gesundheitlichen Belastungen, die ich auch heute nicht wirklich kenne, dass sein Organismus nur noch mit Funktionsstörungen reagieren konnte. Und vielleicht war das Umstellen auf BARF tatsächlich auch ein Katalysator für bestimmte Reaktionen.

Jedenfalls verwandelte sich mein lebenslustiger, fröhlicher Clown von einem Hund in ein lethargisches, trauriges, leidendes Trauerspiel.

Meine Vorfreude auf unseren Zuwachs Kurt, der morgen (!) einzieht, war sehr getrübt. Ich hatte zwischenzeitlich große Zweifel, ob ich all dem gewachsen sein werde. Ich setzte mich selber sehr unter Druck, weil ich unbedingt wollte, dass "alles wieder gut sein müsse", bevor Kurt zu uns käme. Wenn es Willi nicht gut ginge und er all meine Energie aufbrauchte, wie könnte ich die tolle Welpenzeit je genießen und mich ausreichend um ihn kümmern? So stand ich zwischenzeitlich kurz davor, das Projekt "Kurt" zu kippen, aber mein Optimismus hielt mich wohl davon ab.

Heute kann ich sagen: Es ist alles wieder gut! Alles ist im Fluß, Willi braucht sicher noch eine Weile, sich vollständig zu regenerieren, aber er ist auf einem sehr guten Weg, und bei der Gelegenheit sage ich auch mal herzlichen Dank an alle, die mich seelisch unterstützt haben und vor allem auch wirklich gute Ratschläge bereit hatten. Das hat mir sehr geholfen!

Hier also Willis Krankheitsverlauf in der Hoffnung, vielleicht denjenigen Hilfestellung zu geben, die ein ähnliches Problem haben. Ich wäre jedenfalls froh gewesen, viel mehr lesen zu können über Leidensgenossen und ihren Heilungsverlauf:
ca. 20.12.2013
erste Papeln tauchen auf, ich halte das für harmlose Warzen, die in diesem Alter auftauchen können, sagt die Internetrecherche; sie jucken nicht und tun nicht weh, keine anderen Symptome
 
15.02.-07.03.2014 gesteigerter Juckreiz, rechter Ohrlappen - das Ohr, das vor zwei Jahren ohnehin etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde und stellenweise kahl ist - schwillt an, juckt besonders stark
08.03.2014             
 
Ich befürchte eine Futtermittelallergie und beginne zu BARFen: Willi verträgt die
Umstellung von Trockenfutter auf BARF super, die Verdauung ist perfekt. Ich beginne mit Rind, Kartoffeln, Möhren. 
09.-24.03.2014
Juckreiz bleibt weiter mittel bis stark, Willi wird zunehmend lustloser und schlapper beim Gassigehen, Jogging-Runden können wir komplett vergessen. Der Appetit ist vorhanden, er schläft sehr viel zu Hause, Ohrlappen ist stark geschwollen, verliert langsam Haare am rechten Ohrrand.
Ich bilde mir ein, bei Kartoffeln kratzt er sich stärker. Ich steige bald um auf Amaranth.
ca. 25.03.2014

Besuch bei Haustierärztin wegen Juckreiz und dickem Ohr: 
Sie untersucht ihn nur visuell auf Flöhe, Milben etc., findet nichts. Vermutet eine Allergie, das geschwollene Ohr würde darauf hindeuten. Empfiehlt Fenistil zum Juckreizstillen und Ausschlussdiät (ASD) und bereitet mich seelisch darauf vor, dass das Herausfinden von Allergien eine langwierige Angelegenheit ist. Welche Formen von Allergien (Flohallergie, Futtermittelallergien, Umweltallergie) es gibt, in welcher Reihenfolge man beim Ausschließen vorgehen sollte, welche Möglichkeiten es gibt, erklärt sie mir nicht, sie sagt nur, ein Allergietest ist teuer und nutzlos, den ich daher auch nicht in Erwägung ziehe.
26.03.-11.04.2014 

Die nächste Zeit ist Juckreiz mal mehr mal weniger, das Ohr mal dicker mal dünner: "Entgiftungserscheinungen" durchs BARFEN? Ich barfe weiter und erweitere auf Hühnchen und Möhre / Banane / Salat
12.04.2014       

2-Tages-Seminar: Willi geht's sehr schlecht, extremer Juckreiz, keine Konzentrationsfähigkeit, ist sehr reaktiv
 
13.04.2014       
2. Seminartag: Willi geht's wieder etwas besser, kratzt sich weniger, kann gut mitmachen
14.-24.04.2014
Ich BARFE weiter. Durchhalten heißt meine Parole. Ich kann nicht glauben, dass er eine Futtermittelallergie haben soll, mein Bauchgefühl sagt mir, dass das einfach nicht sein kann, ich will es nicht! Ich klammere mich daran, dass es heißt, eine Umstellung auf BARF kann bis zu 3 Monate dauern. Am Ende gebe ich doch auf, die Kratzerei nimmt teilweise manische Formen an.
25.04.2014         

Beginn ASD mit Pferd + Hirse, ab sofort dünner Kot. Sehr ungewöhnlich für Willi, der in seinem ganzen Leben nur wenige Male, ganz kurz Durchfall hatte und immer eine perfekte Verdauung.
Hunger bleibt vorhanden, Willi frisst gut, macht keinen geschwächten Eindruck vom dünnen Kot während der ganzen Zeit der Verdauungsprobleme
Ohr verliert mehr Haare
In dieser Zeit mehrere Zecken, ich kann nicht rekonstruieren wann genau. Er kratzt sich einen Zeckenbiss auf dem Kopf blutig.
Tipp von befreundeter Trainerin: Untersuchung auf Räude! Ich tue dies ab, da ich annehme, dass ich hätte davon hören müssen, wenn Räude in der Gegend grassieren würde. Sie soll hochansteckend sein. Ich kenne keinen betroffenen Fall.
28.04.2014        

Auf den Post in Willis Blog bekomme ich auf FB viele mögliche Krankheiten genannt. Gleich die erste sind Grabmilben (Räude). Ich mache mich die halbe Nacht lang schlau über Symptome, Ursachen, Behandlung, Heilungsberichte etc.
Eine Freundin rät mir, eine Bioresonanztherapie zu machen, um schnell herauszufinden, auf welche Stoffe Willi mglw. reagiert. Ich beschließe, einen Schritt nach dem nächsten zu tun und erstmal auf Milben untersuchen zu lassen und nicht eher zu gehen, bevor nicht eine Hautschabselung gemacht wurde.
29.04.2014        

Tierklinik: 
Tatsächlich! Diagnose: Raubmilben / Sarcoptesräude
Über Hautschabseleien wurden Eier gefunden, aber nicht die Milben. Anhand der Eier kann man nicht auf die Milbenart rückschließen, heißt es, aber einige Symptome passen zu Raubmilben: Ohrränder sind haarlos, "Mottenfraß" am Ohr, starker Juckreiz überall, auch nachts, Papeln, sehr kleine dunkele Krüstchen an verschiedenen Stellen des Körpers, Sekundärentzündungen durch Bakterienbefall an aufgekratzten Stellen; allerdings scheint er keine anderen Hunde angesteckt zu haben und auch wir Menschen hatten keine Symptome, trotz engem Körperkontakt.
Medis: 10 Tage Antibiotika (AB) gegen Bakterien, 1x Kortison gegen Juckreiz, 1. Spot-On gegen Milben
mitgebrachte Kotproben sind in Ordnung, keine Parasiten, aber keine Untersuchung auf Giardien gemacht
Bakterienbefall am aufgekratzten Zeckenbiss über Abklatschuntersuchung festgestellt
30.04.-06.05.2014
Ohr schwillt erstmals durch das Kortison stark ab, bleibt aber immer ganz leicht dicker als das andere, juckt und zuckt noch ständig
Kot ist fester in der Zeit der AB-Gabe
alle offenen und schorfigen Stellen heilen sehr gut ab
Juckreiz wird zunehmend weniger, wir benötigen keine Kortisontabletten, Willi bekommt für einige Tage eine Halskrause, mit der er sehr gut entspannen kann und scheinbar keinen Juckreiz empfindet, dann ist diese nicht mehr nötig. Das Ohr zuckt noch viel und juckt am längsten. 
Es heißt, ein Hund, der von Milben befallen ist, hat eine Schwäche im Immunsystem, die meist in einer Allergie begründet ist, deshalb soll ich die ASD weiter fortführen mit Pferd + Hirse
07.05.2014        

Willi geht es wieder viel besser, er ist auf Gassigängen munterer, schläft aber noch viel. Verdauung ist sehr weich, ohne Konsistenz, aber kontrolliert.
08.05.2014         

Wohl oder übel 1. Frontline Spot-On gegen Zecken und Flöhe (als Allergiehund wird dringend geraten etwas gegen Insektenstiche zu tun), weil Willi fast täglich eine Zecke hat und das Kokosfett zur Abwehr nur bedingt hilft.
12.05.2014         

AB-Therapie beendet, danach starker Durchfall, die nächsten Tage mehrfach nachts raus (alle 2 bis 3 Stunden), ich verzweifele.
 
13.05.2014         
2. Spot-On gegen Milben
Ohr verliert weiter Haare, bleibt weiterhin etwas dicker als das andere, zuckt noch regelmäßig
Ich beschließe den Abbruch der ASD, da ich nicht sehe, dass der Durchfall auch nur annähernd besser wird, und gehe zurück auf Rind + Hirse + Morosche Möhrensuppe

14.05.2014       

Durchfall wird besser, in der Nacht durchgeschlafen, Hoffnung keimt auf

15.04.2014       

Durchfall sehr schlimm, nachts zweimal wieder raus, meine Nerven liegen langsam blank

16.05.2014       

Tierklinik:
Medis: Durchfallmittel 3 Tage, Tabletten gegen Darmentzündung + Giardien, Probiotisches Mittel für Aufbau Darmflora
sehr dünner, breiiger Kot zweimal täglich, morgens und abends
19.05.2014      

weiter Durchfall, mehrfach am Tag, trotz Medis. Ich bin echt verzweifelt, ich setze  Rind ab und gehe zurück auf gekochtes Hähnchen + Reis, obwohl ich nicht wirklich glaube, dass Willi Rind nicht verträgt
Ich beschließe, es nun doch mit der Bioresonanztherapie zu versuchen: Es gibt lange Wartelisten, sie wollen mich bzgl. eines Termins zurückrufen. 
20.05.2014        

Kein Rückruf der Praxis. Ich rufe an und nerve so lange herum, bis die Praxis mir einen Zeitslot zur Verfügung stellt und mir erlaubt, Futterproben abzugeben und eine Blutprobe zu nehmen.
Willi hat nur 1x Verdauung morgens: sehr weich (Reste Rind und Hirse), ich glaube, ich hoffe, dass der Reis und das gekochte Hähnchen anfangen zu wirken
21.05.2014       

Schon am Morgen (!) Bioresonanztherapieergebnis: höchste Allergiestufe gegen Ochsenziemer vom Fressnapf (mit Konservierungsstoffen!) und Frolic (hat er schon sehr lange nicht mehr bekommen und war eher immer als "besondere", weil seltenere Belohnung gedacht, Hunde stehen meist auf dieses Fast Food Zeug), jedes andere getestete Nahrungsmittel ist ok. Ich wusste es!
Die Darmflora allerdings ist total zusammengebrochen.
Beginn Diät abends: nur spezielles Diätfutter + Öl auf die Haut auftragen zur Regulierung der Meridiane (??? Ich verstehe nur Bahnhof und bin eher so der Schulmedizintyp, aber wenn's hilft, hilft's)
Ich soll das Diätfutter konsequent ca. 1 bis 1,5 Monate geben, danach darf ich wieder auf BARF umstellen. Ich soll nicht zu früh umstellen, damit jetzt erstmal die Darmflora wieder aufgebaut und gestärkt wird. Danach darf Willi alles wieder essen. Ich werde neue Futtermittel vorher austesten lassen.
Sofortiges Absetzen der Medis gegen Darmentzündung auf Empfehlung des Arztes.
Letzte Papel wird immer kleiner.
Keine Verdauung. Der Arzt sagt, das ist gut, kein Grund zur Sorge, das kann noch ein paar Tage so gehen, der Darm beginnt sich zu regenerieren.
22.05.2014        

Verdauung 2x am Nachmittag, Konsistenz etwas weich, aber mit Form wie seit einem Monat nicht!
Willi ist gut gelaunt und läuft trotz schwül-heißem Wetter beim Gassigang vor, klebt mir nicht mehr am Bein, ist voll ansprechbar und konzentriert. Im Garten Spielaufforderung und rast umher.
Vorsichtiger Optimismus macht sich breit und seit langer Zeit fühle ich, wie mir langsam ein Stein vom Herzen fällt.
Das Misstrauen bleibt aber erstmal bestehen, und ich beäuge jede Bewegung meines Hundes mit Argusaugen.

Das Ohr bleibt nach wie vor beinahe haarlos. Es zeigt sich (noch) kein neues Häärchen.
 
23.-25.05.2014 Kurzurlaub: Willi lebt auf und genießt! Ganz der Alte: Voller Lebensfreude und Energie rast er herum,  bringt alle zum Lachen. Seine Verdauung ist regelmäßig und völlig normal. Ich bin so glücklich!
27.05.2014       

3. Spot-On gegen Milben: Die Behandlung ist abgeschlossen, der Juckreiz ist gänzlich verschwunden, bzw. zeigt sich in normalem Ausmaß, z. B. in Stresssituationen.
Die Verdauung ist nach wie vor normal. Der Ohrlappen ist wieder gänzlich abgeschwollen. Die letzte Papel ist fast verschwunden.

Kurt kann kommen! Und die Häärchen am Ohr bitte auch : )